Porträts und Berichte über Leichtathleten aus der Region (Seite 2)

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Maren Kock LG Emstal Dörpen (29.8.2006)
Jan-Gerhard Onken VfL Germania Leer (30.8.2006)
Leroy Balschuweit TSV Helmstedt (9.9.2006)
Sven Bergmann SV Georgsheil (9.9.2006)
Irmgard Damaschke-Wohnig SV Werder Bremen (21.9.2006)
Klaus Jakobs Ostfriesland / Eschborn (4.10.2006) 
Enno Borchers VfL Rastede (6.10.2006)
Christoph Stolz VfL Wolfsburg (6.10.2006)
Connor Ryterski TuS Harsefeld (7.10.2006)
Jens Dohrmann LAV Zeven (7.10.2006)
Sebastian Stelljes Startgemeinschaft Osterholzer Leichtathleten - SOL (11.10.2006)  
Markus Pingpank TSV Kirchdorf (12.10.2006) 
Ingo Müller LG Göttingen (13.10.2006)
Lisa Schröder TuS Grünendeich/Steinkirchen (17.10.2006)
Daniel Klähn TuS Grünendeich/Steinkirchen (25.10.2006)
Dominik Schrader MTV Wolfenbüttel (26.10.2006)    
Renè Schäfer ATV Rodenkirchen (26.10.2006)
Petra Möhle LG Solling / NLV (4.11.2006)
Jennifer Beyer VfL Löningen (4.11.2006)
Jürgen Umann LAV Zeven / KLV Rotenburg (27.11.2006)     
Philip Priebe LG Weserbergland / ESV Eintracht Hameln (5.12.2006) 
Sascha Cordes TSV Wiepenkathen (9.12.2006) 
Heidrun Müller Startgemeinschaft Osterholzer Leichtathleten - SOL / VSK Osterholz-Scharmbeck (23.12.2006)
Achim Groenhagen Ostfriesland / Amisia Wolthusen (3.1.2007)
Alexander Juretzko LG Hannover / TK Hannover (3.1.2007) 
Lisa und Sara Schulz LG Kreis Verden (11.1.2007) 
Rolf Schlachter Blau-Weiß Borssum (17.1.2007)
Mareike Blum TV Norden (17.1.2007) 
Jacob Minah LG Göttingen (18.1.2007)  
Dominik Lersch Eintracht Delmenhorst (27.1.2007) 
Kenneth Gerschler Gnarrenburg - LG Olympia Dortmund (27.1.2007) 

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NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG vom 29. August 2006
Comeback mit viel Energie

Lingen
(rs). Nach ihrem Ermüdungsbruch im Fuß, den sie sich im März dieses Jahres beim Gewinn der Deutschen B-
Jugend-Crossmeisterschaften in Regensburg zugezogen hatte, ist Maren Kock seit vierzehn Tagen wieder im Lauftraining.
Im Wald in Darme zieht das große emsländische Leichtathletik-Talent unter Anleitung ihres Trainers bei der LG Emstal
Dörpen, Arno Kosmider, ihre Kreise. "Ich fühle mich sehr gut und habe keine Schmerzen mehr", sagt die zweifache
Deutsche Meisterin (A-Jugend, Halle, 1500 m und B-Jugend Cross). Und Kosmider ist beeindruckt über die bereits sehr
gute konditionelle Verfassung.
"Wir führen das auf das konsequente semispezifische Training seit März zurück", erklärt der Trainer. Mit Radfahren und
Schwimmen hat sich Maren den Sommer über fit gehalten. Zunächst im DLV-Trainingslager auf Usedom und dann auch vor
Ort im Emsland. Athletin und Trainer bedankten sich dabei für die glänzende Unterstützung durch Helmut Alteschulte vom
Cycleteam Lingen, der Maren mit in seine Radfahr-Trainingsgruppe aufnahm, und für die gute Betreuung durch das von der
Sporthilfe Emsland vermittelte Fitnessstudio Sportparc, wo die Athletik systematisch geschult wurde.
Das Radfahr- und Athletiktraining behält Maren auch jetzt noch begleitend bei. Der Schwerpunkt liegt jedoch wieder beim
Laufen. Grundlagen-Ausdauer steht auf dem Programm. Zwar ist die Saison an sich gelaufen. Aber bei ein bis zwei Wett-
kämpfen über 1500 m und 3000 m möchte die 16-jährige Schülerin des Gymnasiums Georgianum in Lingen schon mal an-
testen, was im nächsten Jahr möglich ist. "Maren ist ein Wettkampftyp", sagt Arno Kosmider und hat für 2007 das Ziel aus-
gegeben, dass sein Schützling "gesund bleibt und wieder Fuß fasst im Wettkampf". Qualifizieren könnte sich Maren dann in
ihrem ersten B-Jugend-Jahr für die U18-Weltmeisterschaften in Ostrawa/Tschechien oder auch für U20-Europameister-
schaften, die in Hengelo/Niederlande ausgetragen werden. Nach ihrem 7. Platz als A-Schülerin bei der U18-WM im Jahr
2005 in Marokko ist sie eine heiße Aspirantin für die erneute WM-Qualifikation. 
==> Ein weiterer Bericht über Maren Kock vom 19.1.2006  

OSTFRIESEN ZEITUNG vom 30. August 2006
Training auf einzigem Berg in Ostfriesland
Der Norddeutsche 800-Meter-Meister Jan-Gerhard Onken will Rekorde brechen

Von Reinhard Harms
Leer. Jan-Gerhard Onken hat seine Taktik schnell erklärt: “Ich bin einfach vom Start weg vorneweg gelaufen und habe die
Führung nicht mehr abgegeben.” So holte sich der A-Jugendliche vor zehn Tagen in Rostock die Norddeutsche Meister-
schaft auf der 800-Meter-Strecke. Tags darauf sicherte sich der Moormerländer darüber hinaus Bronze über 400 Meter.
Mit 49,37 Sekunden stellte er dabei eine neue Bestzeit auf. Doch vor allem die 800-Meter-Zeit von 1:52,86 Minuten lässt
aufhorchen. Mit dieser Leistung hat es das Talent aus der Leichtathletik-Abteilung des VfL Germania Leer bis unter die
ersten Zehn in Deutschland geschafft.
Die überregionalen Erfolge kommen nicht von ungefähr. “Es war meine beste Saison bis jetzt”, sagt der 18-Jährige. “Aber
ich habe mich auch noch nie so intensiv vorbereitet.” Gemeinsam mit Schwester Griet-Mara (16) und Bruder Heinz-Helmut
(19) und weiteren vielversprechenden Nachwuchsathleten des VfL Germania trainierte Jan-Gerhard Onken im vergangenen
Winter unter der Regie von Coach Werner Ostermeyer fast jeden Tag: “Ich wusste nicht, dass es in Ostfriesland Berge gibt.
Werner hat ihn gefunden.” Der Trainer schickte ihn immer wieder auf einen Hügel im Heseler Wald. “Das hat viel gebracht.”
Das spürt der Nachwuchssportler, der inzwischen dem Landeskader des Niedersächsischen Leichtathletikverbandes ange-
hört.
Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften erreichte er in diesem Jahr den Endlauf und wurde Achter. Das Ziel für die
nächste Saison hat der Schüler schon vor Augen: Dann soll der mehr als zwanzig Jahre alte 800-Meter-Ostfrieslandrekord
fallen. Der liegt bei 1:52,1 Minuten, immer noch gehalten von Henri Schlachter aus Remels. Der Leistungssport hat auch
willkommene Nebenaspekte: “Es macht viel Spaß, Kontakte im Verein, aber auch bei den Wettkämpfen in ganz Deutsch-
land zu pflegen.” Denn bei allem Ehrgeiz vergisst Jan-Gerhard Onken nicht, dass es auch ein Leben neben der Leichtathletik
gibt: “Klar gehe ich auch mal mit Freunden abends aus, doch vor Wettkämpfen halte ich mich dann lieber an alkoholfreie
Getränke.” Und seine Kreativität lebt der Zwölftklässler als Gitarrist und Sänger in seiner christlichen Rockband “Encour-
aged” aus, mit der er Lobpreiskonzerte spielt. Coach Ostermeyer verliert seinen Schützling aber auch in dessen Freizeit
selten aus den Augen: “Bei Rock am Deich hat Werner mich im Publikum entdeckt”, lacht Onken.
Schließlich will er als Läufer noch einiges erreichen. “Es wäre wünschenswert, wenn er auch für den Förderkader des
Deutschen Leichathletikverbandes nominiert werden würde”, hofft Ostermeyer auf einen Durchbruch auf Bundesebene.
“Dann könnte er mit Gleichstarken trainieren und seine Leistung weiter optimieren.”

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG (Helmstedt) vom 9. September 2006
Leroy Balschuweit fliegt über die Hürden
Helmstedter Multitalent träumt von der EM

Von Reinhard Matzick
Es muss wohl an den Genen liegen, denn Leroy Balschuweit kann in der Leichtathletik eigentlich alles. Kein Wunder: So-
wohl Mutter Simone als auch Vater Stephan waren früher als Mehrkämpfer aktiv. Und so erstaunt es keinesfalls, dass sich
das 14-jährige Multitalent ebenfalls dem Mehrkampf verschrieben hat. Im Achtkampf stürmte der Helmstedter an die Spitze
der niedersächsischen Rangliste und qualifizierte sich erstmals für die deutschen Meisterschaften. Nun hat er sich neue Ziele
gesetzt. "Ich will unter die ersten zehn in Deutschland kommen", sagt er und fügt noch an. "Mein großer Traum ist eine Teil-
nahme bei den Jugend-Europameisterschaften."
Seine Stärke ist die Ausgeglichenheit. Und dennoch hat der Schüler natürlich auch eine Spezialdisziplin: das Hürdenlaufen.
Über 80 Meter Hürden kann er eine Bestzeit von 11,60 Sekunden vorweisen. "Ich bin zwar nicht der stärkste Sprinter,
aber die Technik liegt mir. Ich kann zwischen den Hürden ordentlich Druck machen", beschreibt er seine Vorzüge beim
Hürdensprint. Das geht nicht ohne viel Training. Dreimal in der Woche ist Leroy Balschuweit auf der Trainingsanlage des
TSV Helmstedt zu finden, und vor großen Wettkämpfen erhöht er das Pensum. "Einen Mehrkampf auszutragen ist zwar an-
strengend, macht aber einfach Spaß. Es ist alles dabei", beschreibt er die Faszination der Königsdisziplin der Leichtathleten.
Die Liste seiner Erfolge ist lang: Erste Plätze im Hochsprung und Hürdensprint bei den Landesmeisterschaften. Der dritte
Platz im Achtkampf ebenfalls bei den Landesmeisterschaften sicherte ihm die Teilnahme an der deutschen Meisterschaft.
Und die beendete er mit einer persönlichen Bestleistung von 4117 Punkten.

OSTFRIESEN ZEITUNG vom 9. September 2006
Der Traum vom ganz großen Wurf
Leichtathlet Sven Bergmann vom SV Georgsheil gehörte als Jugendlicher zur deutschen Spitze

Von Horst Kruse
Georgsheil. In der Saison 1996 ging in Ostfriesland ein neuer Leichtathletik-Stern auf. Der damals 13-Jährige Sven Berg-
mann pulverisierte in den Disziplinen Kugelstoßen, Diskuswurf und Speerwerfen sowie im Blockmehrkampf Rekorde am
laufenden Band. Alleine 25 neue ostfriesische Bestleistungen stellte er damals auf. Viele sagten ihm bereits eine steile Leicht-
athletik-Karriere voraus. Doch auf den ganz großen Wurf hofft Bergmann noch heute.
“Richtig los ging es 1996”, erinnert sich Sven Bergmann. Wie viele Rekorde er bis heute aufgestellt hat, weiß er nicht. “Es
waren viele, ich habe sie nicht gezählt.” Aber an die Titelgewinne erinnert er sich noch genau: 19 Mal Niedersachsenmeister,
in der Altersklasse M 14 Deutscher Meister im Blockmehrkampf Wurf. Danach spezialisierte er sich auf das Speerwerfen.
“Drei Disziplinen - das geht auf Dauer nicht”, begründet Bergmann den Schritt. Als B-Jugendlicher wurde er dreimal
Deutscher Meister.
Der weitere Weg von Sven Bergmann schien nach dem Sprung in die Spitze der deutschen Jugend vorprogrammiert. Er
wechselte sogar für ein Jahr ins Sportinternat nach Hannover. Doch dann kamen Verletzungen. Blessuren in Schulter und
Ellenbogen sowie Bandscheibenvorfälle warfen ihn immer wieder zurück. “Es ist schon frustrierend, wenn du dich monate-
lang auf einen Saisonhöhepunkt vorbereitest und dann wegen einer Verletzung nicht starten kannst”, erzählt Bergmann.
Trotz der Rückschläge hat er immer noch großen Spaß an seinem Sport. Erfolgreich ist er auch heute noch: In Nieder-
sachsen gehört er zur Landesspitze. Jahrelang war er die Nummer eins, nur in dieser Saison musste er sich bei den Landes-
meisterschaften mit Rang zwei zufrieden geben. “Stefan Steding aus Hannover ist nach einer wahren Leistungsexplosion
besser als ich”, erkennt Bergmann neidlos an. Steding warf um die 80 Meter, Bergmanns Bestleistung liegt bei knapp über
70 Metern. Die Erfolge des Konkurrenten wecken bei Bergmann den Ehrgeiz. “Dass ich als Jugendlicher in Deutschland
Spitze war, lag sicher auch an körperlichen Vorteilen. Ich war schon früh sehr groß und kräftig. Das sollte realistisch einge-
schätzt werden”, sagt Bergmann. Dennoch hofft er immer noch auf den ganz großen Wurf: “Irgendwann möchte ich wieder
zu den besten deutschen Athleten gehören.” ==> Ein weiterer Bericht über Sven Bergmann vom 1.2.2006 

DELMENHORSTER KURIER vom 21. September 2006
Nach Schichtende wird gemütlich gejoggt
Irmgard Damaschke-Wohnig nimmt am Sonntag am Bremen-Marathon teil / "Retter" Udo Ruge

Von unserem Mitarbeiter Andreas D. Becker
Delmenhorst. Die drei Stunden, vierundvierzig Minuten und vierundzwanzig Sekunden aus dem vergangenen Jahr will sie
schon unterbieten, dieses Jahr will Irmgard Damaschke-Wohnig schneller laufen beim Bremen-Marathon. Den Ehrgeiz hat
die 57-jährige Delmenhorsterin schon. Und fit genug ist sie allemal. Am Sonntag wird sie sich dann mit ihren üblichen Ritu-
alen auf die Herausforderung vorbereiten, schließlich muss alles stimmen, wenn man 42,195 Kilometer zurücklegen will.
 Obwohl man es auch schafft, wenn nicht alles stimmt. Irmgard Damaschke-Wohnig erinnert sich dabei an ihren ersten
Marathon, 1995 war das, sie hatte sich in Hamburg angemeldet. Sie lief halt gern und dachte sich, sie könne ja mal die
Königsdistanz in Angriff nehmen. "Ich habe wirklich so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann", erzählt
sie. Aber die falsche Herangehensweise rächte sich: Ihre Beine taten weh, ihr ganzer Körper war ein einziger Schmerz, als
sie nach vier Stunden achtundzwanzig Minuten durch das Ziel lief. "Danach war ich trotzdem überglücklich, es geschafft zu
haben", erzählt sie. Noch heute erinnert sie sich gern daran.
Hätte die Delmenhorsterin, die seit Januar für den SV Werder Bremen startet, so weitergemacht, wäre der Hamburger wohl
auch ihr einziger Marathon geblieben. "Ich hatte danach Monatelang die Lust aufs Laufen verloren." Bis mit Udo Ruge sozu-
sagen die Rettung am Horizont auftauchte. Der Huder, ein erfahrener Läufer, nahm Irmgard Damaschke-Wohnig unter seine
Fittiche, erstellte für sie Trainingspläne, bereitete sie ganz gezielt auf die nächsten Läufe vor. "Noch heute ist Udo mein
bester Freund, Trainer und Psychologe." Das ist wichtig. Denn für die 42 Kilometer muss man nicht nur körperlich topfit
sein, man muss auch den Kopf zum Laufen frei haben. Obwohl das Laufen für die Einzelhandelskauffrau auch eine thera-
peutische Wirkung hat. Unterwegs hat sie endlich Zeit für sich, ist mit sich allein, schaltet ab und verarbeitet. Das war auch
so, als ihr Sohn an Krebs starb. Das Laufen half ihr, damit besser umzugehen, es besser zu verkraften, Trauerarbeit zu
leisten. Dabei hatte sie ein Jahr zuvor noch gesagt, wenn sie die 100 Kilometer von Biel in der Schweiz durchhält, werde er
bestimmt wieder gesund. Zwölfeinhalb Stunden lief sie am Stück, von Abends 22 Uhr bis vormittags halb elf lief und lief und
lief sie, legte tatsächlich die 100 Kilometer zurück. "Danach war ich einfach nur müde, kaputt, aber auch glücklich."
Erst mit Ende 30 fand sie zu ihrer Sportart. Mitte der 80er Jahre entdeckte sie ihre Lauf-Lust. "Ich war schon immer gern
draußen, bin gern spazieren gegangen", sagt sie. Und sie erinnert sich, wie sie damals während ihrer Lehre oft nach Hause
joggte, weil sie kein Busgeld hatte. Dann lief sie eben nach Hause, in normalen Klamotten, mit Straßenschuhen. Und bei den
Sportfesten war sie doch auch immer die schnellste. Viele Jahre später dachte sie dann, sie könne mit dem Laufen anfangen.
Ihr erster offizieller Termin war ein Graftlauf, vier Kilometer. "Damals bin ich beinahe umgefallen, weil ich viel zu schnell ge-
startet war."
Das mit dem Nachhauselaufen pflegt sie noch heute. Nach Schichtschluss joggt sie gern mal über Schönemoor, Bookholz-
berg und Hude in die eigenen vier Wände. "Der direkte Weg wären ja nur drei Kilometer." Unter Trainingsgesichtspunkten
definitiv zu wenig. Mittlerweile hat sie unter den Kollegen auch schon so etwas wie einen kleinen Fanclub, der am Sonntag
auch an der Strecke stehen wird, um Irmgard Damaschke-Wohnig anzufeuern. Damit sie ihre Zeit aus dem Vorjahr ver-
bessert.     

OSTFRIESEN ZEITUNG vom 4. Oktober 2006  
Ostfriesischer Klimariese ist Bundestrainer
DLV hat “Shorts-Träger” Klaus Jakobs für den Kurzsprintbereich der Männer verpflichtet

Von Uwe Prins
Der OZ-Artikel enthielt mehrere Fehler. - Nachfolgend eine überarbeitete Fassung (Quelle: www.ostfriesland-la.de)
Borkum/Eschborn. Irgendwie passte das. Auf dem Verbandstag der Niedersächsischen Leichtathleten am Wochenende
auf Borkum wurde Klaus Jakobs aus Warsingsfehn als Präsidiumsbeauftragter Bildung verabschiedet: in der Heimat. “Ich
werde nie vergessen, wo ich herkomme”, betonte der 38-Jährige. Seit Sonntag nun ist er Angestellter des Deutschen Leicht-
athletik-Verbandes: als Bundestrainer für den Kurzsprintbereich der Männer. DLV-Leistungssport-Direktor Frank Hensel
und der leitende Bundestrainer Jürgen Mallow sind in den vergangenen drei Jahren so zufrieden gewesen mit Jakobs, dass
ihm auf dem Flug zur EM nach Göteborg dieses Angebot gemacht wurde. “Ich war stolz”, sagt der Ostfriese. “Auch wenn
ich zunächst noch ein wenig Bedenkzeit brauchte.”
Der Vertrag ist unterschrieben, die Aufgaben sind vielfältig: Im Mittelpunkt steht das “Staffelprojekt 2008”. Die 4x100-
Meter-Staffel soll den mittlerweile 24 Jahre alten Deutschen Rekord brechen: bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking
oder spätestens ein Jahr später bei der WM im eigenen Land. Die nationale Bestmarke steht bei 38,29 Sekunden: “hinten
soll dann mindestens die 28 stehen”, sagt Jakobs. Die Bestmarke wird übrigens von der DDR-Staffel um Frank Emmel-
mann gehalten. Der Staffelsprint ist für Jakobs eine eigene Disziplin “und kein Zufallsprodukt von vier Läufern”. Deshalb soll
in den nächsten Jahren aus dem Fundus der Deutschen Sprinter ein starkes Quartett geformt werden. Unterstützung be-
kommt Klaus Jakobs dabei von drei renommierten Trainern: Micky Corucle betreut den derzeitigen Rekordhalter über 200
Meter, Tobias Unger. Ronald Stein ist Sprint-Coach beim TV Wattenscheid. Adalbert Roßbach arbeitet seit mehr als 30
Jahren im Trainerstab des DLV.
Neben dem ehrgeizigen Staffelprojekt unterstützt Jakobs weiterhin Jürgen Mallow, übernimmt die Organisationsleitung des
DLV-Mannschaftsbüros bei internationalen Wettkämpfen, arbeitet als Teammanager der Sprinter und bleibt Koordinator
für das Diplom-Trainerstudium an der Trainerakademie des DOSB in Köln. Ein bisschen hat Klaus Jakobs schon mal ge-
rechnet. “Ich werde im nächsten Jahr wohl so auf 180 Reisetage kommen.” Ihren Lebensmittelpunkt haben Jakobs und
Freundin Heidrun Teetz, ehemalige Leichtathletin, ins hessische Eschborn verlegt. Zum DLV nach Mainz und Darmstadt ist
es nicht mehr so weit, und die Lebensgefährtin, die in Bad Nauheim arbeitet, spart künftig auch viele Kilometer.
Auch wenn er die Karriere-Leiter relativ schnell hochgeklettert ist, abgehoben ist er nicht. Weil er selbst bei kühleren Tem-
peraturen meist in kurzer Hose und Shirt rumläuft, wird er von anderen Funktionären bereits als “Klimariese aus Ostfries-
land” bezeichnet. Und bei der letzten gemeinsamen Tagung würgte Jakobs hessische Grußworte salopp ab: “Das heißt
Moin.” Jetzt, wo der Traum real geworden ist, denkt Klaus Jakobs zurück an die Anfänge: Sportlehrer Günther Höbig, seit
vielen Jahren auch Trainer des SV Warsingsfehn, weckte seine Faszination für die Leichtathletik, Reinhard Knoop förderte
ihn auf Bezirks- und Landesebene. “Ohne die beiden hätte ich das alles nicht geschafft.”
Zur Person
1986
wurde Klaus Jakobs Übungsleiter und Trainer beim SV Warsingsfehn. Ab 1994 betreute er dann Landesauswahl-
teams.
1996 übernahm er das Amt des Landeslehrwartes, dass er bis zum Wochenende ausübte.
1999 holte ihn der Landessportbund in den Ausschuss für Ausbildung und Bildung.
2002 wurde Jakobs Beauftragter des NLV für besondere Bildungsprojekte. Es folgte das Projekt Schulsport mit dem
niedersächsischen Kultusministerium.
2005 reiste Jakobs als Teamleiter mit der Junioren-Nationalmannschaft zur EM nach Erfurt.
2006 schloss er sein Trainerdiplomstudium in Köln ab. Als Mitglied der Teamleitung begleitete er im August die deutsche
Nationalmannschaft zur EM nach Göteborg.

NORDWEST ZEITUNG vom 6. Oktober 2006
Sport mit Spaß und ohne Qual
Enno Borchers bei Meisterschaft erfolgreich -- Leidenschaft Leichtathletik

Von Anja Rohde
Rastede. “Ich habe Spaß daran, mich zu messen. Aber, dass ich mich dafür quälen muss, das mache ich nicht”, sagt Enno
Borchers vom VfL Rastede. Der 62-Jährige ist passionierter “Springer”, der seinem Sport mit einer Mischung aus Ehrgeiz
und Lockerheit nachgeht. Seine Disziplinen sind der Hochsprung, aber insbesondere der Dreisprung und der Weitsprung.
Paradedisziplin des 1,82 Meter großen Sportlers ist jedoch der Hürdenlauf und der brachte ihm seine letzte Auszeichnung:
Borchers holte den Vizetitel bei den Deutschen Leichtathletikmeisterschaften in Aachen in seiner Altersklasse “M 60” (60
bis 64 Jahre) über 100 Meter. Beim Dreisprung belegte er den dritten Platz.
In einem Alter, in dem sich manch anderer wortwörtlich zur Ruhe setzt, ließ Borchers seine Leidenschaft Sport erneut auf-
leben. Bereits als junger Mann hatte der gebürtige Wesermarscher Tischtennis gespielt und später sein Interesse für die
Leichtathletik entdeckt. Dann kam der Alltag: “Ich habe gearbeitet und ich wurde älter. Die Wettkampfsportarten traten in
den Hintergrund”, sagt Borchers. Als dann aber vor rund fünf Jahren der “berufliche Stress endete, konnte ich mich wieder
anderen Dingen zuwenden”, berichtet er. “Ich musste alles wieder richtig erlernen: den Absprung zu finden, die Steigphase”,
erläutert er.
Rund 100 Kilometer joggt Borchers im Monat, um sich fit zu halten, beispielsweise auch für die Weltmeisterschaften im
österreichischen Linz Anfang des Jahres. Er holte den sechsten Platz im Hürdenlauf. “Der Endkampf, das ist mein ständiges
Ziel, und das habe ich dort ebenfalls erreicht”, sagt Borchers. Dabei kennt er seine Grenzen: Mehr als zwei Wettbewerbe an
einem Tag mutet er seinem Körper nicht zu. “Aachen bot meine Wunschkonstellation: Drei Tage Meisterschaften und jeden
Tag einen Wettkampf”, sagt er. Auch Verletzungen verheilten schließlich nicht mehr so schnell wie mit 20, 30 Jahren, weisst
Borchers auf die nachlassende Leistungskraft hin. “6,98 Meter war meine Bestweite im Weitsprung mit 24 Jahren. In
Aachen waren es 4,72 Meter und damit ein siebter Platz”, sagt der Hobbysportler. Seiner Leistungsfähigkeit würde er
dennoch nicht mit unerlaubten Substanzen nachhelfen, betont er. Der Spaß am Sport, Borchers eigentlicher Antrieb, bliebe
dabei wohl auch auf der Strecke. Nichtsdestoweniger habe es bei den Aachener Meisterschaften zwei bis drei Fälle von
Doping gegeben, berichtet er.
Wie lange er noch an Wettkämpfen, Volksläufen und Marathons teilnimmt? “Solange ich gesund und erfolgreich bin, werde
ich dabei sein. Bestimmt bis zu meinem 65. Lebensjahr. Die Meisterschaften stehen Senioren schließlich bis 90 Jahre offen”,
lacht er. ==> Ein weiterer Bericht über Enno Borchers vom 29.1.2005  

WOLFSBURGER NACHRICHTEN vom 6. Oktober 2006
Mit 8 Metern zur EM -- das wär’s
Leichtathletik: VfL-Weitspringer Christoph Stolz hat mit der Vorbereitung auf die Hallensaison begonnen

Von Stefani Franzke
Wolfsburg. Die 8 Meter sollen fallen. Am liebsten wäre es Christoph Stolz, das würde schon in der Hallensaison 2006/07
klappen. Dann nämlich stünden die Chancen auf ein Ticket für die Hallen-EM in Birmingham Anfang 2007 für den Weit-
springer des VfL Wolfsburg sehr gut. Die Qualifikation für die Hallen-EM zu schaffen - das ist das große Ziel des 26-Jähr-
igen. Es wäre bei den Senioren das erste Mal, dass Stolz international dabei ist.
Die Freiluftsaison 2006 lässt den Studenten der Wirtschaftswissenschaften optimistisch auf die Halle blicken. Nach einer
langen Pause 2005 wegen einer Verletzung sprang Stolz in diesem Jahr mit 7,87 Metern persönliche Bestleistung und wurde
bei der Deutschen Meisterschaft in Ulm mit 7,84 Metern Zweiter. Im letzten Versuch steigerte er sich auf die Weite, die zu
Silber reichte - ein spannender Wettkampf.
"Es geht noch weiter", sagt Stolz, der in der vergangenen Woche mit dem Training für die Hallensaison begonnen hat. Insbe-
sondere im technischen Bereich sieht der VfL-Athlet noch Potenzial. Die Umstellung vom Hangsprung zum Laufsprung ist
Stolz erst zu dieser Sommersaison geglückt. "Ein richtiger Hangsprung war das vorher bei mir auch nicht. Ich bin abge-
sprungen und halt irgendwie geflogen und gelandet", schildert der Student lachend. Nach der Verletzungspause hat er mit
seinem Coach Frank Reinhardt an der Umstellung zum Laufsprung gearbeitet - mit Erfolg. "Die ersten Wettkämpfe habe ich
zwar noch ohne gute Landung hinbekommen, doch am Ende hatten sich meine Technik und die Weiten im 7,80er-Bereich
stabilisiert", berichtet Stolz, der in Hannover studiert und dort auch am Bundesleistungszentrum trainiert.
Drei Semester wird er voraussichtlich noch für sein Studium brauchen. Wie es dann mit dem Sport weitergeht, weiß der
Wolfsburger noch nicht. Derzeit finanzieren seine Eltern das Studium und somit auch den Sport. Auch der VfL unterstützt
den 26-Jährigen ein wenig. Vom Verband jedoch oder von der VW-Sportförderung bekommt Stolz nichts. "Individual-
Sportarten werden von der Sportförderung nicht mehr unterstützt", sagt Stolz. Die Leichtathleten sind vor einiger Zeit kom-
plett aus der VW-Sportförderung herausgefallen.
Auch wenn das die Bedingungen für den Weitspringer nicht gerade erleichtert - Stolz möchte seinen Sport weiter auf hohem
Niveau betreiben. Er weiß, dass es für ihn noch deutlich weiter gehen kann. Der Wolfsburger hat die Chance, der beste
deutsche Weitspringer zu werden. Für dieses Ziel ist er bereit, viel zu geben. Und für dieses Ziel rackert er nun Tag für Tag
im Wald und in der Halle. ==> Ein weiterer Bericht über Christoph Stolz vom 27.12.2005 

STADER TAGEBLATT vom 7. Oktober 2006
Er will die Zwei-Meter-Marke knacken
Der Leichtathlet Connor Ryterski (14) aus Harsefeld strebt seine ehrgeizigen Ziele gelassen an

Von Stefan Koch
Harsefeld. Ob er vor dem Wettkampf nervös sei? Connor Ryterski grinst. Er nickt mit dem Kopf. “Ja ein wenig schon, be-
sonders in den Startblöcken beim 100-Meter-Lauf", sagt der 14-jährige Leichtathlet aus Harsefeld. Angst vor dem Fehl-
start? Er lacht. Na ja, ein bisschen konzentrieren, dann passt das schon." Seine Schwächen kennt Connor genau. "Mein
100-Meter-Lauf ist noch verbesserungswürdig", grient der sympathische Sportler. “Der Speerwurf ist es auch", fügt er
schnell hinzu. Doch das sind nur zwei seiner Disziplinen. Seine Spezialität ist der Block Sprint/Sprung. Dazu gehören auch
noch Hürdenlauf und Weitsprung. Selbstverständlich auch seine Paradedisziplin - Hochsprung. 1,77 Meter ist zurzeit seine
persönliche Bestmarke. "Ich würde gerne irgendwann mal zwei Meter springen", sagt er. Dennoch bleibt er meist gelassen.
"Klar, dass ich mir auf Wettkämpfen Ziele setze, aber wenn es nicht klappt, dann eben das nächste Mal." Bisher hat es bei
ihm gut geklappt. Connor war im vergangenen Jahr Landesmeister im Hochsprung. In diesem Jahr reichte es in eben dieser
Disziplin für den Titel des Bezirksmeisters und den zweiten Platz bei den Landesmeisterschaften. Jetzt möchte er es wieder
in den Landeskader schaffen.
Angefangen hat alles im zarten Alter von sechs Jahren. Ich bin mit meinem Nachbarn mitgegangen", so die einfache Erklär-
ung. Seitdem ist Connor ein Teil der Leichtathletikgruppe des TuS Harsefeld. Zweimal in der Woche trainiert er mit den
anderen Athleten seines Heimatvereins. "Vor den Meisterschaften haben wir zusätzlich individuelles Training." Vor einigen
Jahren hat der Schüler, der jetzt die neunte Klasse des Harsefelder Gymnasiums besuchen wird, auch im Verein Tennis ge-
spielt. Allerdings hat er sich für die Leichtathletik entschieden. "Das kann ich einfach besser", sagt er und lacht. In seiner
Freizeit ist er dem Tennis allerdings treu geblieben. Nebenbei spielt er auch noch Saxophon in der Big-Band. Viel Zeit bleibt
ihm also neben Hobbys und Schule nicht mehr. Deshalb findet er es auch wichtig, dass seine Eltern immer hinter ihm stehen
und ihn voll und ganz unterstützen.

ZEVENER ZEITUNG vom 7. Oktober 2006
Großer Hürdenläufer mit großem Herzen
Jens Dohrmann stellt sich tatkräftig in den Dienst der LAV Zeven

Von unserem Mitarbeiter Manfred Krause
Zeven. Im Alter von 15 Jahren übersprang Jens Dohrmann bereits 1,75 Meter und liegt damit in der internen Bestenliste
der LAV Zeven auf Rang zwei. Nach einem Bänderriss wechselte der gebürtige Zevener die Disziplin und bewies auf der
Hürdenstrecke und im Mehrkampf seine Klasse. Aus beruflichen Gründen reduzierte er später den Trainingsumfang und die
Wettkämpfe. Dafür stellte er sich in den Dienst des Vereins und engagiert sich bei Wettkämpfen als Kampfrichter und ge-
hört zu den Kräften, auf die stets Verlass ist.
Der Anstoß zur Leichtathletik erfolgte durch Rainer Dohrmann, der 1980 den kleinen Bruder mit auf die Anlage an der
Kanalstraße nahm. Die ersten Grundlagen legten Karin Neblung und Dorle Zschiesche. Und nach den "Schnupperkursen" in
den unterschiedlichsten Disziplinen fiel die konkrete Entscheidung. "In der A-Schülerklasse rückte der Hochsprung in den
Vordergrund. “Leider durfte ich erst 1986 bei Wettkämpfen starten, die Regeln waren damals noch anders", sagt Jens
Dohrmann, der sich im leistungsorientierten Training unter anderem durch Elke Feddersen-Biller und Hans-Hermann Neb-
lung weiter entwickelte. Mit übersprungenen 1,75 Meter im Alter von 15 Jahren steht er auch heute noch auf Platz zwei in
der "Vereins-Chronik”. Leider warf ihn 1988 ein Bänderriss im Sprunggelenk aus der Bahn. Damit endete eine hoffnungs-
voll begonnene Karriere. Dohrmann: "Danach hatte ich einfach Angst, zu springen und war nicht mehr so locker wie zuvor.
Daher wechselte ich auf die 300 und 400 Meter Hürdenstrecke. Zudem nahm ich im Mehrkampf das Training auf."
 Sein Talent wurde früh von den Trainern erkannt und eine Förderung erfolgte im D-Kader des Bundesleistungszentrums in
Hannover. "Das Drum und Dran hatte schon was, die Trainingsmethoden waren recht anspruchsvoll. Wir haben dort im
Winter in einer Halle mit 200 Meter Rundbahn trainiert. Wo hat man die Bedingungen sonst", erinnert sich der Zevener. Die
intensive Trainingarbeit trug bald Früchte. Eine Einladung zur Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften war die Be-
lohnung. "Als ich von einer Klassenfahrt nach Hause kam, fand ich einen Zettel mit der Mitteilung meiner Mutter, daß ich
am nächsten Tag die “Quali” in Hamburg laufen sollte", so der Junggeselle. Doch es reichte nicht ganz, nach dem Zieleinlauf
fehlten zwei Sekunden. "Das war im ersten Moment sehr enttäuschend", so Dohrmann, der nur 14 Tage später auf dem
Scheeßeler Sportfest die Fahrkarte zu den "Deutschen" löste.
Seinen größten sportlichen Erfolg feierte er 1992 bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Mönchengladbach. Dort lief
er über die 400-Meter-Hürden eine Zeit von 55,27 Sekunden und erreichte Rang zehn. Eine starke Platzierung. "Dort war
die gesamte deutsche Spitze am Start. Unter anderem ist mir auch Sprinter Marc Blume über den Weg gelaufen", sagt der
33-Jährige. Doch auch der Gewinn der Norddeutschen Meisterschaft mit der Mannschaft (M30/2003) über 4x100 Meter
in 47,71 Sekunden ist in bleibender Erinnerung.
“Jens ist bodenständig"
Mit dem Beginn der Lehre zum Elektroinstallateur bei der Firma Grote in Heeslingen 1990 war an ein intensives tägliches
Training nicht mehr zu denken. Bei anderen Rahmenbedingungen wäre der Sprung in die Spitze für den "Lehrling" machbar
gewesen. Doch einen Wechsel zu einem großen Verein mit sportlicher Perspektive war im Hause Dohrmann nie ein Thema.
“Jens war immer sehr trainingsfleißig und ehrgeizig, doch ein Wechsel wäre nie in Frage gekommen. Dafür ist er viel zu
bodenständig", so Rainer Dohrmann. Mit dem "Elektro-Diplom" endete auch die mögliche große Karriere. "Danach habe
ich das Training weitgehend eingestellt, da mir einfach die Zeit fehlte", so Jens Dohrmann, der heute bei der Firma Berger in
Scheeßel arbeitet und unter der Woche wiederholt auf Montage ist. "Wir bauen Haus- und Ladeninstallationen, führen Neu-
und Altbausanierungen durch oder erstellen Netzwerke und Brandmeldeanlagen", sagt Dohrmann. Dafür können sich die
Verantwortlichen in der LAV-Führungs-Etage auf die Dienste von Jens Dohrmann freuen und verlassen, der sich auf vielen
Veranstaltungen als Kampfrichter engagiert. Beim internationalen Meeting "Weltklasse hinterm Deich" in Cuxhaven half er
häufiger mit.
Umfassende Ausbildung
Eine umfassende Ausbildung, die unter Hartmut Kotsch im Verein lief, ließ ihn zum Fachmann auf dem Gebiet werden. Die
Bildauswertung ist mittlerweile zu seinem Aufgabengebiet geworden. "Das Highlight war für mich die Mitarbeit im Bildaus-
wertungsteam bei den Deutschen Meisterschaften (2004) und den Deutschen Jugendmeisterschaften (2005) in Braun-
schweig", so Dohrmann, der Harald Schmidt zum Vorbild hat. "Er war ein großer Hürdenläufer mit großem Kämpfer-
Herzen."
Und wie sieht es im Privatleben des Junggesellen aus? Da ist zum einen der Freundeskreis in Gyhum und Bokel. Allerdings
passiert dort nichts Außergewöhnliches. Man trifft sich halt. "Dort entscheiden wir uns für die Disco, das Kino oder wir
bleiben hocken und klönen", sagt Dohrmann. Im September hat er einen zweiwöchigen Urlaub mit einem guten Kumpel auf
Fuerteventura verbracht. Für den jungen Hausbesitzer fallen nach dem Job rund um das Eigentum immer wieder Arbeiten
an. Im Haus wohnen ebenfalls seine EItern. "Damit bleibt nur wenig Zeit, um sich vielen anderen Dinge zu widmen", sagt
Jens Dohrmann.    

OSTERHOLZER KREISBLATT vom 11. Oktober 2006
Weiterhin im SOL-Trikot
Sebastian Stelljes muss Studium und Training koordinieren

Von unserem Mitarbeiter Reinhard Bohling
Osterholz-Scharmbeck. Für den Leichtathleten Sebastian Stelljes ist es klar: "Trotz meines beginnenden Chemiestudiums
in Hannover muss ich auch die Voraussetzungen schaffen, um das Mehrkampftraining unter einen Hut zu bringen". Der 20-
jährige VSKer will trotz semesterbedingter Abwesenheit weiterhin für die Startgemeinschaft Osterholzer Leichtathleten an-
treten. Stark beeinträchtigt durch einen Bänderriss konnte der Pennigbütteler sich erst im Februar wieder voll belasten. Der
Ex-Jugendfußballer kam nur schwer in Form und wollte nun den Werfertag im Waldstadion nutzen, um sich beim Saison-
Kehraus mit ansprechenden Leistungen noch vordere Ränge in den Jahresbestenlisten zu sichern. Trotz widriger Witterungs-
bedingungen freute sich der Leichtathlet besonders auf den Speerwurf und erwischte einen guten Tag. Das Sportgerät
landete im spannenden Wettkampf jenseits der 46 Metermarke und bescherte Sebastian Stelljes eine persönliche Bestleist-
ung. Damit verabschiedete sich der vielseitige Sportler, der seit elf Jahren der Leichtathletik zugetan ist, vorerst einmal in die
Leine-Metropole. Dort gibt es für ihn viel zu regeln, aber der Sport soll seiner Meinung nach nicht zu kurz kommen...  

DEISTER-LEINE-ZEITUNG vom 12. Oktober 2006
"Habe jetzt Zeit zum Rasenmähen"
Pingpank beendet Leistungssport-Karriere / Emotionaler München-Marathon

Kirchdorf
(mh). Markus Pingpank, langjähriger Topathlet des TSV Kirchdorf und Lauftrainer, beendet seine Karriere als
Leistungssportler. Der Läufer, der unzählige Titel einheimste und mit einem 6. Platz bei den Deutschen Leichtathletikmeister-
schaften in München seinen größten Erfolg feierte, wird in Zukunft den Sport nur noch als Hobby betreiben. Seiner erster
Lauf über die Marathonstrecke beim Münchner Marathon ist somit zugleich das Ende seiner Laufbahn als Leistungssportler.
"In den letzten Jahren ist mir die Nervosität vor den Wettkämpfen abhanden gekommen", erklärt Pingpank seinen Schritt.
"Es wurde zur Pflicht, eine geübte Aufgabe zu erledigen. Die Verletzungen nahmen leider immer mehr zu, und auch meine
Ziele konnte ich nicht mehr so richtig definieren."
Kirchdorfs Vorzeigesportler hatte gehofft, durch die Seniorenwelt- und Europameisterschaften neue Ziele zu finden. Doch
auch hier fühlte er sich zum Ende nie wirklich heimisch. Der Marathon als neues Ziel sei ein letzter Versuch gewesen. "Ich
werde keinen Leistungsdruck mehr haben", klingt Pingpank erleichtert, als er seine Zukunft beschreibt. "Ich werde auch vor
Wettkämpfen mit meinen Kindern schwimmen gehen können und werde Zeit haben, den Rasen zu mähen."
Bei seinem Debüt über die Marathonstrecke in München (2:49:06 Stunden) durchlebte Markus Pingpank viele emotionale
Eindrücke. Bei der 30-Kilometermarke blieb Pingpank stehen, um für einen kurzen Moment an Dieter Baumann, seinen
Dauerkonkurrenten aus den 80er und 90er Jahren zu denken (Baumann hatte seinen ersten Marathon bei 30 km aufge-
geben). Kurz vor dem Ziel blieb Pingpank wieder stehen, hob seine Arme, guckte zum Himmel und bedankte sich für die
Kraft, die ihm 25 Jahre als Leistungssportler ermöglichte. Mit einem lächelnden, aber auch mit einem kleinen weinenden
Auge verabschiedete sich Pingpank von der Leistungssportbühne und dem Olympiastadion, dem Ort eines seiner größten
Erfolge. ==> Mehr zu Markus Pingpank finden Sie auf seiner Home-Page    

OSTERHOLZER KREISBLATT vom 13. Oktober 2006
Mit dem Fahrrad zur Arbeit
Erfolgsläufer Ingo Müller arbeitet im Kreiskrankenhaus und strebt Vereinswechsel an

Beim 18. Citylauf in Osterholz-Scharmbeck dominierte Ingo Müller die hiesige Konkurrenz auf der 10-Kilometer-Strecke
fast nach Belieben. Nach dem Lauf sprach unser Mitarbeiter Tobias Dohr mit dem 28-jährigen Göttinger, der vor kurzem
eine Stelle als Assistenzarzt im Osterholzer Kreiskrankenhaus antrat.
Frage: Wie hat Ihnen der 18. Citylauf in Osterholz-Scharmbeck gefallen?
Ingo Müller: Sehr gut. Es war eine sehr angenehme Atmosphäre rund um die Rennstrecke. Nur die Wartezeit zwischen dem
Lauf und der Siegerehrung war leider etwas zu lang. Aber das ist woanders genauso.
Und wie empfanden Sie hier die Strecke als solches?
Ziemlich anspruchsvoll. Ich hatte mir den Verlauf der Strecke vor dem Start überhaupt nicht mehr genau angeschaut. Und
die kleinen Steigungen rund um die Kreissparkasse hatten es wirklich in sich. Aber ich habe solch kleinere Höhenunter-
schiede sehr gerne, denn das kenne ich aus Göttingen auch so.
Apropos Göttingen. Sie haben dort studiert und starten für die LG Göttingen?
Richtig. Ich habe in Göttingen Medizin studiert und bin seit 23 Jahren aktives Mitglied bei der LG Göttingen. Nach solch
einer sehr langen Zeit hängt man natürlich an seinem Verein.
Was Ihnen dort den Beinamen "Göttinger Urgestein" oder "Gute Seele des Runningteams" eingebracht hat. Wie sieht es
denn mit einem Vereinswechsel aus?

Da ich wohl die nächsten fünf Jahre hier arbeiten werde, wird das wohl zwangsläufig irgendwann im Winter passieren. Ich
habe im Osterholzer Kreiskrankenhaus eine Stelle als Assistenzarzt angetreten und wohne zur Zeit in Bremen-Walle. Auf
einen bestimmten Verein habe ich mich allerdings noch nicht festgelegt.
Bleibt bei diesem Beruf denn überhaupt noch Zeit zum Trainieren?
Doch, das schon. Momentan trainiere ich drei bis vier Mal die Woche. Auf rund 60 bis 80 Trainingskilometer komme ich
wohl immer noch. Außerdem fahre ich fast immer mit dem Fahrrad von Walle nach Osterholz-Scharmbeck. Das ist dann
auch schon über eine Stunde Training jeden Tag.
Wo trainieren Sie denn zur Zeit?
In Bremen. Man findet sich ja so langsam in die hiesige Laufszene rein und lernt ein paar Leute kennen. Mir gefällt es in
Bremen und auch in Osterholz-Scharmbeck sehr gut, deshalb kann ich mir auch gut vorstellen, hier länger zu bleiben.
Vielleicht bei einem Klub aus Osterholz-Scharmbeck?
Warum nicht? Aber wie gesagt, entschieden ist noch gar nichts, und das wird auch erst im Laufe des Winters passieren.
Werden Sie nächstes Jahr Ihren Titel beim 19. Citylauf verteidigen?
Ob es gelingt, weiß ich nicht. Aber versuchen werde ich es natürlich auf jeden Fall.
Zur Person
Der 28-jährige Ingo Müller kam im Alter von 17 Jahren vom Zehnkampf zum Laufsport und gehörte diversen Nachwuchs-
Nationalkadern an. In seiner Titelsammlung stehen drei deutsche Hochschulmeistertitel sowie 24 Landesmeisterschaften.
Seine Bestzeit über die zehn Kilometer liegt bei 30:30 Minuten, womit Ingo Müller zu den schnellsten Mittelstrecklern
Deutschlands gehört.

STADER TAGEBLATT vom 17. Oktober 2006
Alles begann mit dem Sportabzeichen
Leichtathletin Lisa Schröder vom TuS Grünendeich/Steinkirchen hat sich inzwischen auf den Hürdenlauf
spezialisiert

Steinkirchen.
Fragt man Lisa Schröder nach ihren sportlichen Schwächen, lächelt sie zunächst. "Auf Wettkämpfen habe
ich eigentlich nur Schwächen”, antwortet die 18-jährige Leichtathletin dann und lacht. Dabei meint sie vor allem die Nervo-
sität. Nur allzu gut erinnert sie sich zum Beispiel an ihre erste Teilnahme bei den Deutschen Meisterschaften. Sie war so auf-
geregt, dass sie die Nacht zuvor nicht geschlafen hatte. Der fehlende Schlaf machte sich bei ihrer Zeit bemerkbar. "Ich hatte
nie mit der Qualifikation für die Deutschen gerechnet", sagt sie heute. Deshalb war diese erste Teilnahme trotz ihrer Leistung
für sie etwas “ganz Besonderes".
Mittlerweile qualifizierte sich die 18-Jährige, die für den TuS Grünendeich/Steinkirchen startet, dreimal für die nationalen
Titelkämpfe. Zudem hat sie noch einige weitere Erfolge vorzuweisen. Im Jahr 2003 wurde sie Norddeutsche Meisterin im
Cross-Lauf. Ein Jahr später holte sie den Landesmeistertitel über 400-Meter-Hürden. Außerdem wurde sie drei Mal in den
Landeskader berufen. Für ihre sportliche Zukunft hat sich die 18-Jährige vor allem vorgenommen, ihre persönlichen Best-
leistungen "immer wieder zu verbessern". Allerdings setzt sie sich dabei nicht unter Druck. "Das wichtigste ist es, gesund zu
bleiben. Dann kann man schauen, wie es weitergeht", meint Lisa. Dennoch arbeitet sie hart an sich. Sie trainiert zwischen
drei- bis viermal in der Woche jeweils zwei Stunden.
Den Grundstein für ihre Leichtathletiklaufbahn legte Lisa vor sechs Jahren. Die Steinkirchenerin legte das Sportabzeichen im
örtlichen Verein ab. Anschließend besuchte sie zunächst regelmäßig den Lauftreff. "Ich bin schon immer ganz gerne ge-
laufen", erklärt Lisa. Dann führte ihr Weg zur Leichtathletikgruppe. Dort ist sie dann geblieben. Zunächst hat Lisa noch ge-
turnt, getanzt und Ballett gemacht. Doch dieses Programm wurde ihr später zu viel und sie beendete bis auf die Leichtath-
letik alle anderen Sportarten. Schließlich besucht Lisa auch noch die 12. Klasse der Halepaghen-Schule und kümmert sich
um die Nachwuchsathleten in ihrem Verein.
Mittlerweile hat sie sich auf den 400-Meter-Hürdenlauf sowie 100-Meter-Sprint spezialisiert. Im vergangenen Jahr ging sie
auch noch im Hochsprung an den Start. Ihre Paradedisziplin ist jedoch der Hürdenlauf. Zuerst startete sie über 300-Meter-
Hürden und wurde prompt in den Niedersachsenkader eingeladen. "So hat es sich ergeben, dass ich beim Hürdenlauf ge-
blieben bin."

STADER TAGEBLATT vom 25. Oktober 2006
Daniel Klähn will den Nachwuchs trainieren
Der 16-jährige Leichtathlet lernt gerade für den Trainerschein

Hollern-Twielenfleth.
Daniel Klähn ist gerade erst 16 Jahre alt geworden. Seit mittlerweile acht Jahren ist der Hollerner
Leichtathlet. Jetzt möchte er seine Erfahrungen weitergeben und den Nachwuchs trainieren. Gleichzeitig arbeitet er daran,
sich selbst sportlich noch zu verbessern.
Im Jahr 1998 schloss sich Daniel Klähn der Leichtathletikgruppe des TuS Grünendeich/Steinkirchen an. Zuvor hatte er es
schon mit Fußball versucht. Doch dort wurde ihm bereits nach einem Monat klar: "Das gefällt mir nicht." Ganz anders war
es bei der Leichtathletik. Zuerst trainierte er in der so genannten spielerischen Gruppe. "Das war eher ein bisschen springen
und ein bisschen spielen", so der 16-Jährige. Mitte 2001 wechselte er in die Leistungsgruppe des Vereins. Seine Lieblings-
disziplinen sind die verschiedenen Sprint- und Hürdenstrecken sowie Hochsprung. "In den Wurfdisziplinen starte ich eher
nicht, sagt er. Trotzdem hat er sich noch nicht wie in seinem Alter üblich auf eine bestimmte Disziplin spezialisiert. "Ich habe
einfach noch nichts gefunden, wo ich richtig gut bin", erklärt er.
Dabei misst er sich mittlerweile mit den besten Athleten aus Niedersachsen in seiner Altersklasse. Einen der oberen Trepp-
chenplätze gab es bislang noch nicht. Obwohl Daniel dieses Ziel vor Augen hat, bleibt er realistisch: "Ich glaube nicht, dass
es für den Titel reicht." Trotzdem trainiert er zwei- bis dreimal in der Woche hart, um sich zu verbessern. Der Hollerner be-
zeichnet sich als ehrgeizig, schränkt diese Aussage allerdings prompt ein: "Ich steigere mich nicht in etwas hinein, bleibe eher
locker."
Jetzt möchte Daniel seine Erfahrungen in der Leichtathletik weitergeben. Der Schüler, der die zehnte Klasse der Realschule
besucht, büffelt ab sofort nebenbei für den Schein, der ihn dazu befugt, Jugendgruppen zu leiten. Daniel, der sich dann um
die Zehn- bis 13-Jährigen kümmern wird, weiß auch schon genau, worauf es ankommt: "Wichtig ist, dass die Jüngeren den
Spaß an der Leichtathletik nicht verlieren." Deshalb sei es wichtig, auch spielerische Elemente in das regelmäßige Training
einfließen zu lassen. Trotzdem möchte Daniel die Nachwuchsathleten “an die Leistungsgruppe heranführen".

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG (Wolfenbüttel) vom 26. Oktober 2006
Dominik Schrader läuft künftig für die LG Braunschweig
Persönliche Betreuung gab Ausschlag für Dettumer

Dominik Schrader wechselt im kommenden Jahr vom MTV Wolfenbüttel zur LG Braunschweig. Die LG gehört zu den
stärksten Laufteams in Deutschland. Deshalb erhofft sich der erfolgreiche Langstreckler von dem Vereinswechsel weitere
Leistungssteigerungen. Schrader verbesserte sich in diesem Jahr über 10 Kilometer auf 32:57 Minuten. Mit dieser Leistung
stellte er einen Kreisrekord für den Männerbereich auf. Er gehörte zum Team des MTV Wolfenbüttel, das bei den Landes-
meisterschaften im Crosslauf Dritter wurde und bei den Norddeutschen Crossmeisterschaften den vierten Platz erreichte.
Dazu kamen noch mehrere Volkslaufsiege, bei der Serie "Braunschweig läuft" liegt Schrader gemeinsam mit seinem Ver-
einskameraden Matthias Wilshusen ebenfalls vorn.
Der Dettumer trainiert seit geraumer Zeit nach den Plänen von Bernd Bröger, dem Leiter der Langläufer der LG. Für Braun-
schweig soll Schrader auch künftig in den lokalen Rennen an der Spitze laufen. Ebenso soll er Erfahrungen auf Unterdistanz-
en und in der Halle sammeln. Auf lange Sicht möchte Schrader einen Platz in der Mannschaft der LG erreichen. "Das wird
bei der Klasse der anderen Läufer äußerst schwer. Aber ich muss ein Trainingsziel haben", meint der Dettumer. Für ihn ist
die persönliche Betreuung wichtig, die er bei der LG durch Bernd Bröger erhält.
Matthias Wilshusen, Leiter der Langstreckler im MTV Wolfenbüttel, hat weiterhin ein freundschaftliches Verhältnis zum
scheidenden Athleten. Er meinte zum Wechsel: "Sportlich ist der Weggang von Dominik ein großer Verlust für unsere
Gruppe. Läuferisch kann er sich in Braunschweig durchaus weiterentwickeln." (ma)

NORDWEST ZEITUNG vom 26. Oktober 2006
Riesentalent sucht einen Trainer
Quasi als Autodidakt bringt sich René Schäfer in Form / Die Trainersuche ist bislang erfolglos

Von Jürgen Schultjan
Rodenkirchen. Wenn Sportler nach ihren Zielen und Wünschen gefragt werden, steht meist der sportliche Erfolg im Blick-
punkt. Beim 15-jährigen René Schäfer sieht dies momentan anders aus. ,,Ich hoffe, einen Trainer zu finden, zurzeit bereite
ich mich allein auf Wettkämpfe vor und trainiere zweimal die Woche”, muss das Leichtathletik-Talent des ATV Roden-
kirchen berichten. Sein Förderer und Trainer Hans-Jürgen Biskup hat vor einem Jahr aufgehört. Biskup entdeckte den da-
mals sieben-jährigen René in der Turngruppe und erkannte, dass hier ein Mehrkampftalent in der Leichtathletik heran-
wachsen könnte. Mit zehn Jahren wurde René bereits Kreismeister, im Alter von 13 Jahren wurde er Regionsmeister im
Speerwerfen und über 60 m Hürden. Im Dreikampf erzielte er einen Regions-Rekord, der noch heute gültig ist.
 Die trainerlose Zeit hat den Gymnasiasten nicht davon abbringen können, auch im Jahr 2006 durch glänzende Leistungen
Aufmerksamkeit zu erregen. So nahm er an den Landes-Mehrkampfmeisterschaften des Niedersächsischen Turnerbundes
in Einbeck teil. ,,Da ich nebenbei auch Schleuderball werfe, wollte ich in dieser Disziplin teilnehmen. Aber Ernst-Ulrich
Rach, der früher mein Lehrer war, empfahl mir, der leichtathletische Fünfkampf wäre doch besser für mich”, erzählte René,
wie er eher per Zufall zum Landesmeistertitel kam. Doch obwohl er damals als noch 14-Jähriger in der Gruppe der 15- bis
16-Jährigen teilnehmen musste, die Kugel somit statt vier auch fünf Kilogramm wog, ließ sich der Rodenkircher nicht beein-
drucken. ,,Ich bin mit nicht allzu großen Erwartungen in den Wettkampf gegangen. Vielleicht war das gut, zumal ich die
1000 Meter nicht sehr liebe”, verriet René.
Doch es gab in Einbeck noch weitere Hindernisse. So hatte er über 100 Meter die Außenbahn, wo einige unvorsichtige Zu-
schauer mit ihren Armen hineinragten. ,,Ich musste schon sehr weit innen an der Linie laufen” berichtete René, der mit der
Zeit von 13,19 sec. auch nicht zufrieden war, da seine Bestleistung bei 12,4 sec. liegt. Auch im Weitsprung (Bestleistung:
5,48 m) gab es Probleme, denn die Anlauf betrug nur 15 Meter. ,,Die ersten sechs Meter meines Anlaufs musste ich auf
Asche zurücklegen, da sind 5,09 Meter noch ganz gut”, nahm es René gelassen. 8,93 m im Kugelstoßen, 34,00 m mit dem
Schleuderball und 3:41,32 Min. über 1000 m brachten 2354,150 Punkte, die zum Sieg reichten. Derartige Erfolge moti-
vieren, so dass bei den Regionsmeisterschaften in Nordenham im Blockwettkampf Wurf Platz zwei mit 2503 Punkten her-
aussprang, womit René gleichzeitig einen weiteren Kreisrekord besitzt.
Sportliche Ziele und die Planungen muss René Schäfer in Eigenregie verfolgen. Da ist es umso erstaunlicher, dass er sich in
den Wurfdisziplinen (Speerwerfen 34,27 m und Diskuswerfen 32,64 m) um zehn Meter verbessern konnte, im Ballwurf
rangiert er mit 66,50 m in der Deutschen Bestenliste und ist Vierter in der Niedersächsischen Rangliste. Im Mehrkampf ist
er dort Siebter. Und das alles, obwohl ihm das Krafttraining fehlte. “Ich habe aber meine Technik verbessern können”, gibt
René eine plausible, aber auch erstaunliche Erklärung angesichts der Trainermisere ab. Umso wichtiger wird es sein, dass
das Rodenkircher Mehrkampftalent einen Trainer findet, so haben sich Überlegungen, zum SV Brake zu wechseln, aber
zerschlagen, da dort auch Trainer aufhörten, wie René Schäfer zu berichten weiß. Doch noch gibt er nicht auf, was be-
wundernswert ist. Und so freut sich Rene Schäfer, in Nils Volkmann wenigstens einen Trainingspartner und im kommenden
Winter eine Hallentrainingszeit bekommen zu haben.     

HESSISCHE NIEDERSÄCHSISCHE ALLGEMEINE vom 4. November 2006
Petra Möhle rückt ins Präsidium auf
Niedersächsischer Leichtathletik-Verband: 37-jährige Uslarerin mit 96 Prozent gewählt

Uslar.
Auf dem Verbandstag des Niedersächsischen Leichtathletik-Verbandes auf Borkum am 1. Oktober wurde Petra
Möhle (LG Solling) zur Vizepräsidentin Wettkampforganisation gewählt. Die 37-Jährige Verwaltungsfachangestellte aus
Uslar war zuvor bereits stellvertretende Vorsitzende der niedersächsischen Leichtathletik-Jugend. Mit der Wahl durch 96
Prozent der Delegierten erzielte sie auf Borkum eines der besten Ergebnisse aller Präsidiumsmitglieder. "Durch dieses große
Vertrauen der Delegierten werden natürlich auch Erwartungen in mich gesetzt", meint Petra Möhle, die neben der seit 1993
amtierenden NLV-Präsidentin Rita Girschikofsky (Hannover) und der Vorsitzenden der Leichtathletik-Jugend, Ulrike
Marszk (Amelinghausen), die dritte Frau im Präsidium ist.
Präsidium verjüngt
"Viel wichtiger als die Frage männlich oder weiblich ist das Engagement für die Leichtathletik. Das Präsidium hat sich auch
deutlich verjüngt, jede Generation ist vertreten," kommentiert die Uslarerin die Wahlen auf Borkum. Petra Möhle nahm seit
dem 1. Oktober bereits an zahlreichen Gesprächen und Sitzungen des Präsidiums und der Fachkommission Wettkampf-
organisation teil. Weitere Arbeitsgruppen sind in der Neubildung. "Der Bereich Senioren wird künftig größere Beachtung
finden", betont Möhle. Zur Kandidatur als Vizepräsidentin habe sie Rita Girschikofsky ermuntert und gleichzeitig gefördert.
"Auch wenn der Weg dahin eher längerfristig geplant war, bin ich kein Neuling auf diesem Gebiet. Ich freue mich riesig auf
die Herausforderungen," stellt die neue Vizepräsidentin fest.
Petra Möhle hat künftig alle Landesmeisterschaften, Norddeutsche und Deutsche Meisterschaften im Verbandsgebiet ver-
antwortlich mit zu leiten. In der Saison 2007 könnten das bis zu vier Deutsche Meisterschaften in Otterndorf, Hannover und
Hildesheim werden. "Außerdem gilt es, ehrenamtliche Mitarbeiter und Helfer zu motivieren und die Ergebnisse der einzelnen
Arbeitsgruppen zu bündeln und als Impulse zu nutzen", beschreibt die Uslarerin ihre vielfältigen Aufgaben.
Büffeln für die WM 2009
Sie blickt aber auch schon weiter voraus: "Ein großes Ziel sind die Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2009 in Berlin. Zur-
zeit nehme ich an einer Prüfung teil, um dem ,Pool der 50 Besten' Schiedsrichter, Organisatoren und Wettkampfleiter an-
zugehören. Gemeinsam mit vier anderen Niedersachsen büffeln wir für die Prüfungen. Meine eigentliche Arbeit sehe ich aber
nach wie vor auf dem Sportplatz, ganz dicht dran an den Athleten." Wie Petra Möhle betont, könne sie bei ihren Einsätzen
in Norddeutschland und in ganz Deutschland auch ihre schöne Heimatregion im Solling und Südniedersachsen bekannter
machen. (nh)

NORDWEST ZEITUNG vom 4. November 2006
Mit kleinen Schritten zum großen Erfolg
Nebenbei spielt das Mädchen aus Lindern noch erfolgreich Fußball / Ronaldinho ist Jennifers großes Vorbild

Von Steffen Szepanski
Lindern. Wer auf kleinem Fuß lebt, kann trotzdem große Sprünge machen. Etwa auf hohe Siegerpodeste. Zumindest dann,
wenn ihn die Füße so schnell tragen wie Jennifer Beyer. Die 13-jährige Läuferin aus Lindern hat ihr Talent schon oft bei
Straßenläufen unter Beweis gestellt. Da läuft die Sportlerin des VfL Löningen schon mal bei den 15-Jährigen mit - besser
gesagt, sie läuft ihnen davon. Aber nicht nur auf der Straße tragen sie ihre Füße weit. Auch auf dem Rasen reißt sie Kilo-
meter um Kilometer ab. Als Fußballerin der B-Juniorinnen des VfL Löningen hat sie es bereits bis in die Kreisauswahl ge-
schafft. Dabei orientiert sie sich an einem der ganz Großen. Der brasilianische Fußballstar Ronaldinho ist ihr Vorbild.
 Jennifer macht eben nicht nur das Laufen Spaß, sondern auch das Dribbeln und Tricksen. Aber ihr Leichtathletiktraining -
zweimal die Woche wird gelaufen, gesprungen und geworfen - kommt ihr natürlich auch auf dem Fußballplatz zugute. Als
Mittelfeldspielerin braucht man viel Puste und wer kurz vor Spielende immer noch nicht verschnaufen muss, ist für den
Gegner gefährlich. “Aber im Grunde hilft mir jeweils das eine beim anderen”, sagt Jennifer. Auch die zusätzliche Kondition
durch das Fußballtraining kann auf den letzten Metern eines Laufs den Ausschlag geben. Jennifer liebt den Straßenlauf. Und
der sollte mindestens auf zwei Kilometer angelegt sein, damit Jennifer richtig in Fahrt kommt. Zur Leichtathletik ist sie über
ihre Mutter Antonia gekommen, die selbst “gut zu Fuß ist”. Das “Vornewegrennen” muss sie von ihr haben.
Gezeigt hat Jennifer das etwa in diesem Jahr beim Hasetal-Marathon, wo selbst die wesentlich älteren Läuferinnen nur noch
ihre Schuhsohlen sahen. Aber auch der Titel der Regionsmeisterin der B-Schülerinnen ist längst Teil ihrer Sammlung. Und im
nächsten Jahr darf sie dann endlich auch in ihrer Altersklasse an Landesmeisterschaften teilnehmen. Da die bei den B-
Schülerinnen nicht ausgetragen werden, musste sie auf Landesebene bisher auch bei den Älteren mitlaufen. Gar nicht so ein-
fach, wenn man fast immer jünger und kleiner als die Konkurrenz ist. Beim Laufen sind lange Beine und große Schritte
schließlich hilfreich.
Aber Jennifer kennt das ja nicht anders. Als sie mit acht Jahren ihre ersten Rennen lief, musste ihre Mutter ihr Trikot mit
Sicherheitsnadeln festmachen. Es war einfach viel zu groß. Und wer will schon kurz vor dem Zielstrich auf sein eigenes
Trikot treten und stolpern. . . Da sorgt Jennifer doch lieber mit ihren Erfolgen für Aufsehen. Und wenn sie in der Zeitung
steht, bleibt das auch in der Schule nicht unbemerkt. “Meine Mitschüler sagen schon mal: ,heute stand wieder etwas über
dich in der Zeitung‘”, erzählt Jennifer. Überhaupt, die Schule: Wer dreimal die Woche Fußball spielt und zweimal Leicht-
athletik-Training hat, der freut sich natürlich auf ein Fach besonders. Und bei Jennifer ist das nicht anders. Ja, im Zeugnis
stehe für das Fach Sport die Note eins, sagt Jennifer und lächelt verlegen.
So große Erfolge in so jungen Jahren: Da müssten die Ziele doch eigentlich bis in den Himmel reichen. Nicht so bei Jennifer.
“Ich möchte Sport weiter nebenbei machen”, sagt sie. “Profisportlerin zu werden, ist nicht mein Ziel.” Jennifers Ziele sind
vielmehr in greifbarer Höhe. Als Fußballerin möchte sie es in die Bereichsauswahl schaffen und als Läuferin Landesmeisterin
werden. Jennifer hebt eben nicht ab, obwohl sie schnell rennt. Dabei hat sicher schon so manche andere Läuferin gedacht,
dass Jennifer ab und zu Flügel wachsen. . .

ZEVENER ZEITUNG vom 27. November 2006
Seltene Ehrung für Jürgen Umann

Zeven
(zz/ak). Etwas überraschend wirkte sie zunächst schon, die Anwesenheit von Kreissportwart Wilhelm Rathjen auf
der Herbsttagung des Kreisleichtathletikverbandes Rotenburg. Doch schnell präsentierte dieser selbst die Auflösung, hatte
er doch eine seltene Ehrung vorzunehmen. "Viele kennen den heute zu Ehrenden als erfolgreichen Leichtathleten, nur wenige
wissen, dass er auch seit Jahrzehnten ehrenamtlich in verschiedenen Funktionen tätig ist," so Rathjen in seiner Laudatio.
 Schnell kristallisierte sich heraus, dass es sich bei dem zu Ehrenden nur um Jürgen Umann handeln konnte. Bereits 1975,
also vor 31 Jahren, wurde der gebürtige Gyhumer zum Kreisstatistiker des damaligen Kreisleichtathletikverbandes Bremer-
vörde gewählt - eine Funktion, die er auch heute noch ausübt. "Ich weiß, Jürgen," so Rathjen, "dass du bereits viele tausend
Stunden für diese Arbeit aufgewendet hast, so etwas verdient besondere Anerkennung". Seit 1976 ist Jürgen Umann aber
auch als Übungsleiter bzw. Abteilungsleiter bei seinem Stammverein, dem MTV Gyhum tätig. 1980 zählte der heute in
Sittensen seßhafte Umann auch zu den Gründungsmitgliedern der LAV Zeven.
Neben seinem überaus erfolgreichen sportlichen Engagement ist er auch hier ein Aktivposten, wenn es um die ehrenamtliche
Mitarbeit geht. Ob Vereinsstatistiker, Kampfrichter, Starter, Betreuer, es gibt kaum eine Tätigkeit, bei der man nicht auf die
Hilfe von Jürgen Umann zurückgreifen kann. Als Abschluss der Ehrung und unter anerkennendem Applaus der Versamm-
lung überreichte Wilhelm Rathjen Jürgen Umann dann die Ehrennadel des Kreissportbundes in Silber.
==> Ein weiterer Bericht über Jürgen Umann vom 30. Oktober 2001    

DEWEZET (Hameln) vom 5. Dezember 2006
Priebe überlässt nichts dem Zufall
ESV-Läufer "auf dem Weg nach oben"

Er ist eindeutig auf dem Weg nach oben: Der 30 Jahre alte Philip Priebe gehört zur erfolgreichen Läufer-Garde des ESV
Eintracht Hameln. Das zeigen immer wieder seine Bestzeiten, die er in den letzten zwei Jahren kontinuierlich verbesserte. So
lief er beim diesjährigen Hamelner SSK-Stadtlauf mit 34:58 Minuten über 10 Kilometer eine persönliche Bestzeit. Nichts
anbrennen ließ er auch bei der letzten Winterlaufserie auf dem Hamelner Finkenborn.
Im zarten Alter von vier Jahren nahm Priebe das erste Mal am Rattenfängervolkslauf teil, aber bis vor zwei Jahen war er ein
reiner Freizeitläufer. Vom ESV-Trainer Manfred Scholz auf sein Talent angesprochen, begann er 2005 mit dem intensiven
Training auf der Bahn und auf der Straße. Der Lohn war eine Verbesserung der Leistung bis Ende des Jahres von 40 auf 36
Minuten auf der 10 000-m-Distanz. Philip Priebe, der als Gebietsvertreter für ein Kosmetikunternehmen arbeitet, absolvierte
2006 16 Rennen, von denen er 15 gewann und zehnmal als Gesamtsieger nach Hause fuhr. Über 5000 Meter wurde er auf
der Bahn Kreis- und Bezirksmeister.
Da Priebe nichts dem Zufall überlässt, hat er mit Michael Möller inzwischen einen Trainer mit sehr viel Erfahrung gefunden,
der ihn intensiv bei der Trainingsplanung unterstützt. 2007 will er sich auf die 10 000 Meter konzentrieren - "und vorne soll
eine 33 stehen".      

STADER TAGEBLATT vom 9. Dezember 2006
Das Ziel und die Sucht
Sascha Cordes will als Speerwerfer zur EM und kann das Fußballspielen nicht lassen

Von Jan Bröhan
Kranenburg. Speerwurf und Fußball - zwei Sportarten, die nicht unbedingt zusammenpassen. Das muss Sascha Cordes
vom TSV Wiepenkathen immer wieder feststellen. Als leistungsorientierter Leichtathlet müsste der 19-jährige eigentlich ver-
zichten auf den gesundheitsgefährdenden Mannschaftssport. "Aber Fußball ist meine absolute Leidenschaft, ohne geht nicht,
sagt er. Und als leidenschaftlicher Fußballer bei der Eintracht Oste muss Sascha an jedem Spieltag der Bezirksliga leidlich
damit leben, dass sein Kraft- und Leichtathletik-Training nicht eben förderlich ist für den Ballsport. "Mir fehlt die Ausdauer
und die Technik geht ebenso flöten", sagt Sascha. Und obwohl er natürlich immer spielen will und am liebsten auch 90 Mi-
nuten lang, kann er seinen Trainer Olaf Bube allzu gut verstehen, wenn er seinen Stürmer meistens nur als Einwechselspieler
in der Hinterhand behält. Während dieser Saison hat Sascha erst zweimal durchgespielt, wurde viermal aus- und achtmal
eingewechselt. Immerhin fünf Tore konnte er schon erzielen. Zuletzt köpfte er das 1:0 beim Sieg im Derby gegen Oldendorf
am vergangenen Spieltag. "Das war mein viertes Kopfballtor. Zu mehr reicht's derzeit nicht - die schwindende Technik",
sagt Sascha und lächelt amüsiert.
Die Leiden des Leichtathleten
Denn so sehr er das Kicken auch genießt und mit seiner Eintracht noch so hoch wie möglich hinaus will in dieser Saison -
seine Konzentration gilt dem Speerwurf. Sascha will es nochmals wissen. "Das wird ein Alles-oder-nichts-Jahr für mich",
sagt er. Er schaut wieder nach vorn. Im Juli dieses Jahres fehlten Sascha bei der Deutschen Meisterschaft einige Zentimeter
zum Glück. Er wurde nur Fünfter. "Wieder einmal konnte ich dem Druck nicht standhalten", sagt der ehrgeizige Speer-
werfer. Als er nach seinem letzten Wurf schon wusste, dass er es erneut nicht gepackt hat, brach er heulend auf der Bahn
zusammen. Und der persönliche Misserfolg ließ ihn nicht los. "Nachts ärgerte ich mich und fragte mich, warum ich nicht ein-
fach abgebrochen hab', ich merkte ja schon beim Anlauf, dass das nichts wird", so Sascha. Die Teilnahme an der U20-WM
in Peking verpasste er zudem. Im Qualifikationswettkampf fehlten ihm 32 Zentimeter. Danach fiel Sascha in ein kleines
Loch. "In dieser Phase war Fußball extrem wichtig." Er war aus dem Sport-Internat in Hannover ausgezogen, hatte sein Abi
in der Tasche, wohnte wieder bei seinen Eltern in Kranenburg und bereitete sich gemeinsam mit der Eintracht auf diese
Saison vor. "Ich wusste nicht, ob ich mit dem Speerwurf überhaupt weitermachen will, erzählt Sascha.
Auch, weil er derlei Enttäuschungen schon zu oft hatte erleben müssen. Seit er mit 16 Jahren nach Hannover ging und unter
dem Landestrainer Thorsten Frey professionell trainierte, schaffte Sascha bei drei Deutschen Meisterschaften immer "nur"
den vierten Platz. Jedes Mal spielten meine Nerven nicht mit", sagt Sascha. 2004 war er der Favorit, hatte alle Qualifikat-
ionswettkämpfe dominiert, aber im entscheidenden Moment, vor tausenden Zuschauern, konnte er mit dem Druck nicht
umgehen. Jenem ersten großem Negativerlebnis folgte das "Seuchenjahr 2005" mit Schulterproblemen.
Neue Ziele motivieren
Deshalb wollte er in diesem Jahr angreifen. Und wieder wurde es nichts. "Aber mein Trainer hat mich überzeugt, weiterzu-
machen", sagt Sascha. Das neue Ziel heißt U23-EM, die nächstes Jahr in Ungarn stattfindet. Seit sechs Wochen wohnt
Sascha in einer Sportler-WG in Hannover. Er wechselt jetzt vom TSV Wiepenkathen zu Hannover 96 und gehört dann
auch dessen Bundesliga-Mannschaft an. "Außerdem will ich wieder in den Bundeskader, aus dem ich 2005 rausgeflogen
bin”, sagt Sascha. Der Ehrgeiz ist wieder da. Der sportliche Erfolg käme auch seiner beruflichen Zukunft zugute. Als Leist-
ungssportler des Bundeskaders hätte er als Student viele Vorteile, vor allem finanzielle. "Medizin wäre ein Traum und
Medienwissenschaft interessant", so Sascha über seine Studiumwünsche. Jetzt konzentriert er sich vorerst aber nur auf
seinen Sport. Die Vorbereitung läuft bisher optimal. Morgen geht's für eine Woche ins Trainingslager. "Deshalb kann ich
auch erst nächste Woche wieder spielen", sagt der Fußballer fast ein bisschen enttäuscht.
Der Fußball ist schuld
Mit sechs Jahren begann Sascha beim FC Eintracht Oste zu kicken. Erst mit 14 Jahren kam er zur Leichtathletik. Und
schuld daran war eine Verletzung. "Ich konnte eineinhalb Jahre lang kein Fußball spielen, weil ich mir beim Fußball sämtliche
Muskeln im Oberschenkel gerissen hatte", so Sascha. Also suchte er einen Ausgleich, fand die Leichtathletik und entdeckte
schnell sein Talent als Speerwerfer. Sechs Landesmeistertitel, eine gewonnene .Norddeutsche Meisterschaft plus drei Vize-
meisterschaften zeugen von seinem Können. So folgte der Gang über den TSV Wiepenkathen zum Olympia-Stützpunkt
nach Hannover, wo er mit den Besten des Landesverbandes ausgebildet wurde. Das Fußballspielen am Wochenende da-
heim ließ Sascha sich aber nie nehmen. Sein Landestrainer war und ist nicht begeistert. "Aber ich erklärte ihm, dass die
Sucht zu groß ist und ich den Ausgleich brauche", sagt Sascha. Er schwärmt von der freundschaftlichen Geschlossenheit der
Eintracht. Die wird ihn auch wieder auffangen, wenn er das Ziel EM nicht erreichen sollte. "Aber darüber denk' ich gar nicht
nach." Genauso wenig, wie er über das Risiko beim Fußball nachdenkt. Eine Verletzung und sein Ziel ist in weiter Ferne.
==> Ein weiterer Bericht über Sascha Cordes vom 22. Juli 2004  

OSTERHOLZER KREISBLATT vom 23. Dezember 2006
Sportkarriere mit Hindernissen
Im Sprint eine lahme Ente - aber auf Langstrecken fühlt sich Heidrun Müller wohl

Von unserem Mitarbeiter Reinhard Bohling
Osterholz-Scharmbeck. Als Kind und in späteren Jahren lief die waschechte Osterholzerin gerne Rollschuh, aber ansonst-
en hatte sie mit Sport wenig am Hut. Erst 1984 stieg die Kreisstädterin intensiv in die Leichtathletik ein und erlebte eine
Karriere voller Höhen und Tiefen. Und was macht Heidrun Müller heute? "Ich will nun wieder für mich laufen und kann da-
bei ja auch meine Gedanken mitlaufen lassen", blickt die Marathonläuferin zuversichtlich in die Zukunft. Mit 38 Jahren
schaute der begeisterte Werderfan bei den Wettkämpfen der Tochter Vera zu, und der Bazillus für die Leichtathletik sprang
über. Ihr Vater "Willi" Frost war schon als ein bewegungsfreudiger Typ bekannt. "Sein Naturell habe ich wohl geerbt", sagt
Heidrun Müller lachend.
Am ungewöhnlichen Laufstil der Dauerleisterin musste noch sehr gefeilt werden. Doch ihr erster Wettkampf - "ich habe die
Nacht vorher kaum ein Auge zubekommen" - bescherte der Anfängerin im Februar 1985 beim 11. Worpsweder Vorfrüh-
lings-Cross über 2000 Meter einen fünften Rang. Der Knoten für die Starterin der damaligen Leichtathletik-Gemeinschaft
Osterholz (LGO) war geplatzt. Am 1. September 1985 rannte Heidrun Müller beim Bokeler Straßenlauf über fünf Kilo-
meter nach 23:49,4 Minuten über den Zielstrich. Der dritte Platz sorgte für Freude und weckte den Geschmack auf mehr.
"Ich war schon immer anders als andere", schmunzelt die Linkshänderin, die keine Hitze und Bergrennen mag, aber die
Startnummer 13 liebt.
Im Alltag bewältigt die Roadrunnerin alles zu Fuß oder per Rad. Den ersten Marathon absolvierte die beherzt laufende
Mutter am 24. April 1988 in Hamburg. Zur Mannschaft der Startgemeinschaft Osterholzer Leichtathleten (SOL) gehörten
beim 3. Hanse-Marathon auch Detlef Meyer und Gerd Hoppe von der SG Platjenwerbe sowie die Akteure des VSK Jörn
Mangels und Henning Schweichler. Das Rennen über die langen Distanzen gefällt ihr - denn über die 100-Meter-Strecke
quält sie sich nach eigenem Bekunden schon beim Sportabzeichen wie eine lahme Ente. Statt Kugelstoßen absolviert
Heidrun Müller das Schnellschwimmen.
Als Heidrun Müller das Training einer VSK-Nachwuchsgruppe und von Pennigbütteler Talenten übernahm, lenkte dies arg
vom individuellen Langstreckenlauf ab. Und die durch ständige Erkältungen bedingte Marathonpause von 1999 bis 2005
bedeutete für die gelernte Einzelhandels-Verkäuferin einen Rückschritt. So musste sich die begeisterte Hobbyläuferin mit
Bahnrennen und Teilnahmen bei den Bremer Winterlaufserien begnügen. In diesem Jahr nahm Heidrun Müller in Bremen an
der klassischen Distanz über 42 195 Meter, dem Marathonlauf, teil. Sie kam nach 4:42:39 Stunden ins Ziel. Platz zwei in
ihrer Altersklasse stellte die Osterholz-Scharmbeckerin aber in keiner Weise zufrieden.
In der Freizeit und den Regenerationsphasen strickt die Großmutter Socken für die acht Enkelkinder. Basteln ist für die
Tagesmutter und Kinderbetreuerin eine Leidenschaft. Vom Geschick zeugt auch die weihnachtlich geschmückte Wohnung.
Handwerklich macht Heidrun Müller im Domizil am Laubenweg sehr viel. "Es liegen noch Bretter im Wohnzimmer. Da liegt
das Holz trocken und eignet sich im nächsten Jahr zur Isolierung des Stallanbaus" - auch kurz vor Weihnachten schmiedet
die Läuferin schon wieder Zukunftspläne. Von ihren Geschwistern Bärbel, Dagmar und Wulf-Dieter hat nur eines den Be-
zug zum Sport. Bärbel Amend befasst sich mit der Öffentlichkeitsarbeit beim VSK Osterholz-Scharmbeck. Auch in der
Behindertengruppe, die 2007 auf ihr 30-jähriges Bestehen zurückblicken kann, ist sie sehr aktiv. Heidrun Müller plant be-
reits für die kommende Saison und möchte sich dabei einen Traum erfüllen: "Und wenn es nur eine Sekunde ist, möchte ich
noch einmal einen Marathon unter vier Stunden laufen . . .” 

OSTFRIESEN ZEITUNG vom 3. Januar 2007
Per Buch vom Fußballer zum Spitzenläufer
Wolthuser Ex-Kicker Achim Groenhagen zählt zu den Langstrecken-Assen in Ostfriesland

Von Georg Lilienthal
Emden. Einen Trainer benötigt Achim Groenhagen nicht. Auch auf einen Leichtathletik-Verein kann er verzichten. Eine
Menge Talent und ein bisschen Fachliteratur genügten, um aus einem Fußballer einen Spitzenläufer zu machen. “Ich habe mir
das ,Große Laufbuch von Herbert Steffny gekauft”, lächelt der 39-Jährige. “Das reichte mir.” Erfolge und Urkunden
sammelt der Laufneuling weiterhin als Starter des Fußballklubs Amisia Wolthusen.
30 Jahre lang ist er dem Ball hinterhergerannt. Nun verfolgt Groenhagen die Meute der Läufer. Genau genommen laufen die
anderen hinter ihm her. Denn Achim Groenhagen hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einem der schnellsten Langstreckler
Ostfrieslands entwickelt. Beim Ostfrieslandlauf 2006 belegte er schon Rang drei, beim Emder Silvesterlauf musste er sich
am Sonntag nur noch Ossiloop-Sieger Stefan Immega beugen. Überall mischt der frühere Mittelfeld-Rackerer nun bei
Volksläufen vorne mit. An offiziellen Titelkämpfen darf er nicht teilnehmen, weil er immer noch für seinen Fußballklub
Amisia Wolthusen startet. “Amisia hat aber keine Leichtathletiksparte und ist deshalb nicht im Verband vertreten”, erklärt
Achim Groenhagen. Wechseln möchte er den Klub aber nicht. “Ich hatte als Fußballer 30 Jahre lang feste Trainingster-
mine”, erklärt er. “Nun mache ich Sport, wenn ich Lust habe.” Oft geht Groenhagen, der mit seiner Frau Angelika in Larrelt
wohnt, nach der Arbeit bei VW auf die Strecke. “Und sonntags laufe ich schon um 6 Uhr, denn ich bin Frühaufsteher.”
 Als Läufer ist er hingegen ein Spätentwickler. Erst als er die 30 überschritten hatte, joggte er häufiger auf dem Emder Wall.
Die Wandlung vom Kicker zum Läufer vollzog sich im neuen Jahrtausend. Der Emder Silvesterlauf 1999 war sein erster
Wettkampf. Dort startete Groenhagen auch 2002. Erst im Oktober 2004 begann er mit gezieltem Lauftraining. “Silvester
war ich prompt fünf Minuten schneller als zwei Jahre zuvor und wurde Siebter meiner Altersklasse.”
Vorrang hatte trotz aller Erfolge bis vor einem Jahr der Fußball. Im vergangenen Sommer zog er nach dem geglückten Be-
zirksliga-Aufstieg mit Amisia Wolthusen endgültig die Fußballschuhe aus und den Laufdress danach immer öfter an. Längst
hat der Emder noch einen zweiten Ausdauersport entdeckt. “Es ist langweilig, immer nur zu laufen. Ich mache jetzt auch
Triathlon.” Als Groenhagen im Sommer 2005 mit seinem herkömmlichen Fitness-Fahrrad beim Triathlon in Ihrhove auf-
kreuzte, schmunzelte die Konkurrenz nur vor dem Start. Während die Gegner auf der Radstrecke gebeugt auf ihrer Renn-
maschine hockten, saß Groenhagen eher gerade auf seinem Fahrrad und fuhr fast allen davon. Am Ende wurde er Zweiter -
und kein Gegner lachte mehr. Mittlerweile ist der Ex-Kicker in der Ausdauer-Szene etabliert. Beim Emder Silvesterlauf
demonstrierte er sechs Kilometer lang als Tempomacher sein Können und schüttelte ehemalige Ossiloopsieger wie Peter
Steinke und Holger Grigat ab. Nur Stefan Immega war am Ende elf Sekunden schneller. “Der ist eben noch eine Klasse
besser”, sagt Groenhagen. Doch das kann sich ändern. Wenn sich Achim Groenhagen weiter so steigert wie bisher, könnte
er der erste langgediente Fußballer werden, der beim Ossiloop im Gelben Trikots des Gesamtsiegers den Hafen von
Bensersiel erreicht.     

DIE HARKE (Nienburg) vom 3. Januar 2007
Mit dem Rivalen im Doppelzimmer
Seit dem Sommer 2006 lebt der Nienburger Alexander Juretzko im Sportinternat Hannover / So sieht sein
Alltag aus

Von Hans-Hermann Göbbert
Hannover. "Ich fühle mich pudelwohl hier und habe den Absprung aus Nienburg bisher keinen Moment bereut", sagt Alex-
ander Juretzko. Das Leichtathletik-Nachwuchstalent von der Holtorfer SV lebt seit den Sommerferien im Sportinternat am
Olympiastützpunkt in der Landeshauptstadt. Diese Äußerung glaubt man dem 16-Jährigen auf Anhieb, strahlt er doch von
Beginn unseres Zusammentreffens an eine Gelassenheit aus, die nur einer haben kann, der mit sich im Reinen ist. "Ich bin
hier voll ausgelastet und wundere mich, wie die Zeit vergeht. Vor allem das Training in diesem Umfang macht mir Spaß."
Auch an der Kooperativen Gesamtschule Hemmingen komme er gut zurecht. Zwar sei das Lerntempo dort im Vergleich
zur Nienburger Realschule etwas langsamer, aber vielleicht liegt das an der großen Klasse mit 33 Schülern.
Beim Mittagessen in der Kantine des Landessportbundes treffe ich Alexander Juretzko vor einem riesigen Teller überback-
ener Nudeln an einem Tisch zusammen mit Svenja Drechsler (17) aus Braunschweig, der Landesmeisterin im Speerwerfen,
und dem Tischtennis-Crack Marius Hagemann (15) aus Hildesheim, der im vergangenen Jahr das Bundesranglistenturnier
der Schüler gewann. "Das Essen hat mir hier anfangs besser geschmeckt, doch inzwischen hat der Koch gewechselt. Der
neue muss sich wohl noch einarbeiten. Es geht aber immer noch", verrät "Alex" schmunzelnd. Seine Unterkunft im Internat
besteht aus einem Doppelzimmer mit eigenem Bad, das er sich mit seinem alten Rivalen Sebastian Fiene teilt, dem Deutsch-
en Jugendmeister über 400 Meter. "Trotz unserer Konkurrenzsituation komme ich mit ihm bestens zurecht." Neben dem
Doppelzimmer stehen ihnen die gemeinschaftlich genutzte Küche, ein Aufenthaltsraum mit Fernseher und Video sowie ein
Arbeitsraum mit PC und Internetanschluss für die Freizeitgestaltung zur Verfügung. "Ich kenne mich in der hannoverschen
City schon ganz gut aus. Abends nach dem Training, bevor wir um 22 Uhr im Bett liegen müssen, lässt sich dort noch
einiges anstellen und vor allem mit der U-Bahn schnell erreichen."
Den Alltag im Sportinternat organisieren Sportler gemeinsam mit ihren Betreuern, von denen jeweils einer von montags bis
freitags ständig vor Ort ist. Jeweils eine der insgesamt 13 Zimmer-Besatzungen ist im wöchentlichen Wechsel für den
Küchendienst im Anschluss an das gemeinsame Frühstück und Abendbrot zuständig. Mittagessen gibt es in der Kantine
des Landessportbundes gleich neben dem Internat. Auch die Trainingsstätten des Sportleistungszentrums lassen sich in fünf
Minuten zu Fuß erreichen. Die Nacht ist morgens zwischen sechs und halb sieben zu Ende. An den Tagen mit Frühtraining
beginnt die Schule für die jungen Leute aus dem Internat erst zur dritten Unterrichtsstunde. Doch es geht in der Sporthalle
unter Leitung von Landestrainer Albert Becker bereits ab sieben Uhr intensiv zur Sache. Im Anschluss daran ist nur noch
Eile geboten, denn nach Duschen, Umziehen und Frühstück dauert die Fahrt mit dem Bus zur Gesamtschule nach Hemm-
ingen noch fast eine halbe Stunde. Die versäumten Schulstunden werden selbstverständlich nachgeholt.
Nach Schule und Mittagessen ist zwischen halb drei und halb vier Hausaufgabenzeit angesagt, worauf besonders geachtet
wird und bei der auch die Betreuer unterstützend zu Seite stehen. "Hab ich zu Hause nie gemacht, gefällt mir aber gut", gibt
Alexander Juretzko zu. Ab 16 Uhr steht die zweite Trainingseinheit auf dem Programm, erst gegen 19 Uhr gibt es so etwas
wie Freizeit für ihn, wenn nicht die Müdigkeit stärker ist als er. Trainer Albert Becker ist mit dem Engagement seines
Schützlings voll zufrieden: "Ich merke, dass es ihm Spaß macht. Alexander trainiert alles, was auf dem Plan steht und auch
noch darüber hinaus, vor allem im Kraftraum." Der Erfolg werde sich wahrscheinlich nicht kurzfristig einstellen. Auf die
Ausweitung des Umfangs und die Intensität des Trainings müsse sich der Körper erst einstellen. "Aber langfristig sehe ich für
Alexander sehr gute Perspektiven, wenn er so weitermacht wie bisher", klopft ihm der Mittfünfziger wohlwollend auf die
Schultern und steuert zum Trainingsbeginn zielstrebig auf den Laufkanal am Rande des Sportleistungszentrums zu.
Ihren ältesten Sohn sieht die in Nienburg zurückgelassene fünfköpfige Familie Juretzko nur noch an den Wochenenden.
"Und das auch immer seltener", bedauert Mutter Anja. "Es stehen ja auch noch Trainingslager und Lehrgänge und vor allem
der große Freundeskreis von Alexander auf dem Programm. Sein Weggang nach Hannover ist schon eine einschneidende
Veränderung, die die Familie aber gern in Kauf nimmt." Nur manchmal reiche das Mittagessen nicht, wenn sie vergessen
hat, seine Anwesenheit einzuplanen. Hin und wieder schaut Vater Michael, der seinen Arbeitsplatz in Hannover hat, im
Internat vorbei, um seinen Sprössling nicht ganz aus den Augen zu verlieren.
Den Vereinswechsel haben viele schon vorausgesagt, als er noch gar nicht aktuell war. Aber mittlerweile steht es fest und
ist auch schon auf der Internetseite des Niedersächsischen Leichtathletik-Verbandes veröffentlicht: Alexander Juretzko ver-
lässt mit Beginn des neuen Jahres die Holtorfer SV und wechselt zum TK Hannover. Damit geht er einen Weg, den vorher
schon andere Kreis-Nienburger Leichtathleten gegangen sind. Durch den Wechsel zum TKH verspricht sich Alexander
Juretzko bessere Aussichten zusammen mit den gleichaltrigen neuen Mannschaftskameraden vor allem in den Staffel- und
Mannschaftswettbewerben. Auch die Förderung, die die Hannoveraner zugesagt haben, scheint großzügiger auszufallen als
die, die der HSV möglich waren. Ausschlaggebend waren aber vor allem die besseren sportlichen Perspektiven beim neuen
Verein. Ganz wird der Kontakt nach Holtorf indes nicht abreißen: Trainerin Sabine Sieling steht für das Training an den
Wochenenden weiterhin zur Verfügung.
==> Ein weiterer Bericht über Alexander Juretzko vom 25. August 2006  

ACHIMER KURIER / VERDENER NACHRICHTEN vom 11. Januar 2007
Große Sprünge und scharfe Schüsse
Lisa und Sara Schulz lieben Leichtathletik und Fußball

Von unserer Mitarbeiterin Hanna Thiemig
Oyten. Sara und Lisa Schulz sind sich wie aus dem Gesicht geschnitten. Und auch ihre Gestik ist die gleiche. Kein Wunder,
denn die 18-jährigen Sportlerinnen sind eineiige Zwillinge. Und kein Wunder, dass ihre sportlichen Leistungen und Vor-
lieben die selben sind: Beide spielen Fußball beim TV Oyten und starten für die Leichtathletik-Gemeinschaft Kreis Verden
(LGKV). Sport ist also die große Leidenschaft der Schülerinnen. Konkurrenzdenken oder gar Neid kommt zwischen ihnen
nicht auf. "Wir streiten uns eher selten", versichern beide wie aus einem Mund. "Wir gönnen der jeweils anderen den Erfolg
und unterstützen uns", fügt Sara noch hinzu.
Die Schülerin spielt seit ihrem sechsten Lebensjahr Fußball, angefangen hat sie mit den Jungs im heimischen Etelsen. Lisa
kam erst später - als Zehnjährige - dazu, versuchte sich zunächst im Judosport. Warum sie den Kampfsport aufgegeben
hat? Sara hat den Verein gewechselt, ist zum FC Badenermoor gegangen. Die 42 Minuten ältere Lisa hat diese Chance ge-
nutzt und ist ihrer Schwester gefolgt. "Ich habe schon vorher immer viel Fußball auf der Straße gespielt und es geliebt", er-
klärt sie ihre Entscheidung, den Judosport zugunsten des Fußballs aufzugeben. Heute trainieren beide einmal die Woche mit
den Fußballerinnen des TV Oyten, nach einem Zusammenschluss des Teams aus Badenermoor mit der Mannschaft von
Trainer Erwin Peters in Oyten.
Bei der Leichtathletik hingegen war es anders. Beide haben mit fünf Jahren angefangen und wollen auch heute diesen Sport
nicht missen. Besonders erfolgreich sind die Zwillinge im Hochsprung. "Sprungsachen machen wir gerne", verrät Sara. Ver-
ständlich, denn beide sind fast 1,80 Meter groß. Aber egal, ob Fußball oder Leichtathletik, Sara und Lisa sind zurückhalt-
end. Sie wissen, dass sie gut sind, doch wollen sie nicht zu sehr gelobt und hervorgehoben werden. Sara hat im September
vergangenen Jahres bei den Bezirksmeisterschaften in Winsen Luhe den zweiten Platz im Siebenkampf belegt. In der Hin-
runde dieser Saison der Bezirksoberliga Lüneburg hat sie bereits drei Tore geschossen. Den Titel des Hallenbezirksmeisters
holte sich die Damenmannschaft des TV Oyten auch schon.
Schwester Lisa konnte sich bisher über den Titel als Vizelandesmeisterin im Hochsprung und einen dritten Platz bei den
Norddeutschen Meisterschaften der Frauen in Celle freuen. Zudem hat sie dort auch die Qualifikation für die Deutschen
geschafft. Im Fußball hat sie, damals noch in der Bezirksliga, in der Saison 2005/06 26 Tore geschossen. Und gerade die
Kombination aus Mannschafts- und Einzelsport macht Fußball und Leichtathletik so interessant für die beiden. Tricks ab-
gucken und einander Tipps geben - beides ist selbstverständlich für Sara und Lisa. Wer besser ist, ist schwer zu sagen. "Es
ist eher ein Kopf-an-Kopf-Rennen", finden sie und fangen wieder gleichzeitig an zu lachen. 

OSTFRIESEN ZEITUNG vom 17. Januar 2007
Schnapszahl erinnert an die erste Lizenz
Leichtathlet Rolf Schlachter von BW Borssum ist seit dem 11.11.77 Übungsleiter

Von Günther Czempiel
Emden. Rolf Schlachter gehört zu den festen Größen in der ostfriesischen Leichtathletik-Szene, auch wenn er meistens im
Stillen arbeitet. Seit über 30 Jahren ist er Trainer von Blau-Weiß Borssum, seit über 20 Jahren als Kampfrichter im Einsatz.
Dafür zeichnete ihn die Leichtathletik-Region Ostfriesland am Sonnabend mit dem Dr.-Hilko-Schaumburg-Preis aus. Von
dieser Ehrung hatte der 67-jährige Rentner im Vorfeld schon Wind bekommen. Doch dass er auch die Silberne Ehrennadel
des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) erhielt, überraschte ihn schon. “Da war ich richtig sprachlos”, gibt der ehe-
malige Dienststellenleiter der See-Berufsgenossenschaft in Emden zu. “Darauf war ich nicht eingestellt.”
Als Trainer ist Schlachter weniger leistungsorientiert. “Der Weg ist mehr das Ziel”, beschreibt er seine Arbeit. Mit Sport
etwas für die Gesundheit tun - das ist die Einstellung des gebürtigen Oldenburgers. Deshalb zögert er eine Spezialisierung
des Nachwuchses auch möglichst lange hinaus. Gymnastik gehört für ihn auch dazu, damit der ganze Körper trainiert wird.
Da schimmert es durch, dass er seine erste Übungsleiter-Lizenz in der Landesturnschule Melle erwarb. “Die wurde am
11.11.77 ausgestellt. So einen Termin merkt man sich”, erzählt der Junggeselle. “Der Lehrgang hat mir viel gebracht”, er-
innert sich Schlachter. Bei Titelkämpfen lauschte er, wie bekannte Trainer ihre Schützlinge einstellten, weiteres Wissen er-
warb er sich beim Lesen von Fachbüchern. “Wenn jemand zwei, drei Jahre bei uns war und sagte, dass er etwas erreichen
wolle, dann ging das auch”, erzählt er. So zog die Borssumer A-Jugend-Staffel mit Rainer Aden, Michael Brauner und
Thomas Poppinga über dreimal 1000 Meter 1990 bei den Deutschen Meisterschaften in Düsseldorf ins Finale ein. Die Zeit
von 7:37 Minuten bedeutet immer noch Ostfriesland-Rekord.
Schlachter fand mit 13 Jahren Gefallen an der Leichtathletik: “Viele Jungen spielten Fußball, ich wollte etwas anderes
machen.” Er schloss sich TuRa Oldenburg an und probierte alle Disziplinen bis auf Stabhochsprung und Hammerwerfen
aus. Während seiner Zeit beim Bundesgrenzschutz lief er viel und zog sich mit Anfang 20 eine Entzündung in der Achilles-
ferse zu, die ihn frühzeitig beim Laufen behinderte. “Ich habe viele Spritzen bekommen und es mit dem Training wohl auch
übertrieben”, erinnert er sich an diese Zeiten. “Heute bekomme ich das mit Stretching (Dehnen) in den Griff. Damals kannte
man das noch nicht.” Ende Mai 1970 verschlug es Schlachter beruflich nach Emden. Bei der Wahl seiner sportlichen Be-
tätigung entschloss er sich für die Leichtathletik und gegen das Segeln, “weil ich sowieso schon den ganzen Tag im Büro
saß”. Als er auf dem Sportplatz anderen Sportlern Tipps beim Weitsprung gab, fragte ihn Gerd Ocken 1976, ob er nicht in
der Borssumer Leichtathletik-Sparte mitarbeiten wolle. Schlachter wollte - und hat die Entscheidung bis heute nicht bereut.

OSTFRIESISCHER KURIER vom 17. Januar 2007
Mit Lenny Kravitz im Ohr zum Höhenflug
Das große Ziel von Mareike Blum ist die Junioren-WM
Um sich zu qualifizieren, muss die junge Norderin ihre Bestmarke auf 1,80 Meter schrauben

Norden
(sja). Vor jedem Wettkampf spielt sich bei Mareike Blum das gleiche Szenario ab. Aus den Kopfhörern ihres
Mp3-Players dröhnt “Where are we runnin” von Lenny Kravitz. Der Song des amerikanischen Rocksängers ist für die 16-
Jährige pure Motivation für die nun folgenden sportlichen Höchstleistungen, die die hoffnungsvollste Leichtathletin aus dem
Talentschuppen des Norder TV zu meistern hat. Und dies gelingt ihr seit einigen Monaten auf höchster Ebene mit Bravour.
Wo Mareike Blum auch auftritt, die Blicke der Zuschauer sind ihr gewiss. Erst recht nach dem 22. Juli 2006. An dieses
Datum erinnert sich die Norderin nur allzu gerne, setzte sie sich doch genau an diesem Tage die Krone des Deutschen Meisters auf. Mit 1,77 m - also auf den Zentimeter genau ihre Körpergröße - katapultierte sich die NTV-Athletin in der B-
Jugend-Konkurrenz völlig überraschend auf das Siegertreppchen bei der Deutschen Meisterschaft. Spätestens seit diesem
überragenden Erfolg in Bochum arbeitet die Schülerin des Ulrichsgymnasiums in Norden noch härter im Training, denn 2007
hat sich die ehrgeizige Sportlerin erneut hohe Ziele gesetzt.
“Von nun an ist sie die Gejagte”, weiß auch ihre Trainerin Karin Heyken, dass ihr Schützling sich durch ihren sportlichen
Höhenflug die Latte selbst sehr hochgelegt hat. Doch die NTV-Trainerin ist sich sicher, dass die Nachwuchshochspringerin
mental stark genug ist, um mit dieser Favoritenbürde in 2007 umgehen zu können. “Es ist einfach toll, wie Mareike alles so
gut weggesteckt hat. Im Training sieht alles schon sehr gut aus”, lobt Karin Heyken den Trainingsfleiß des Ausnahmetalents.
Bis zur Hallen-Ostfriesland-Meisterschaft in Emden am vergangenen Wochenende standen für Mareike Blum seit Septem-
ber wöchentlich fünf bis sechs Trainingseinheiten auf dem Programm - sei es auf dem Wildbahn-Gelände oder bei Lehr-
gängen des Landeskaders in Hannover sowie bei einem Lehrgang des Bundeskaders in Potsdam. Das alles geht an die Sub-
stanz, aber die Norderin steckt dies locker weg, auch wenn sie manchmal “den inneren Schweinehund überwinden” und
sich “zum Training zwingen muss”. Zeit für ihre Hobbys, ins Kino zu gehen und sich mit Freunden zu treffen, bleibt da ver-
ständlicherweise weniger.
In den kommenden Wochen und Monaten wird sich zeigen, ob sich der Trainingsfleiß Mareike Blums in den Wettkämpfen
“bezahlt” macht. Vor allem im Februar ist der Terminkalender der B-Jugendlichen rappelvoll - für sie also ausreichend Ge-
legenheit, ihre gute Form, die sie zuletzt bei den Ostfriesland-Meisterschaften dem staunenden Publikum präsentierte, unter
dem Dach zu festigen und sogar noch weiter zu steigern. Bei 1,71 m brach die sympathische Athletin vorsichtshalber ihren
Wettkampf in Emden ab, die 1,80-Marke soll aber in diesem Jahr noch geknackt werden. Spätestens bei der Deutschen
Jugendmeisterschaft in Sindelfingen am 10. Februar in der Halle hat sich die amtierende Landesmeisterin die 1,75 m als
Mindestmarke gesetzt, ehe dann im Freien die 1,80 m fällig sein sollen. Keine Frage, mit 1,80 m wäre Mareike Blum erneut
eine ganz heiße Titelkandidatin für die Deutschen Jugendmeisterschaften im August in Hannover. Diese Marke wäre dann
auch gleichzeitig die Qualifikationshöhe für die Junioren-Weltmeisterschaft im Sommer. “Das wäre natürlich ein Traum”, er-
klärt die Schülerin, die einst 1996 bei Trainerin Ingrid Eilers ihre ersten “Gehversuche” in der Leichtathletik unternahm. “Bis
auf die Wurfdisziplinen habe ich eigentlich alles immer gerne gemacht”, erinnert sich das NTV-Talent mit einem Lächeln im
Gesicht.
Seit nunmehr zwei Jahren hat sich Mareike Blum auf den Hochsprung spezialisiert, “weil mich diese Sportart schon immer
fasziniert hat”. Faszinierend fand und findet sie auch heute noch, wie Menschen aus eigener Kraft derart hoch springen
können. “Früher habe ich mich dann immer gefragt, wie machen die das bloß?” Heute kann sich die Ostfriesin diese Frage
selbst beantworten. Eigentlich ist es für sie nun ganz einfach. Zunächst Motivation durch Lenny Kravitz, dann zehn Schritte
Anlauf, wobei stets mit dem linken Fuß begonnen und mit dem rechten abgesprungen wird, um sich dann mit einem sauber-
en Flop über die Latte zu winden. “Und dann muss man halt mal sehen, was geht!” 2007 soll einiges gehen. 

HESSISCHE NIEDERSÄCHSISCHE ALLGEMEINE vom 18. Januar 2007
"Peking ist für alles der Motor"
Leichtathletik: Zehnkämpfer Jacob Minah startet als Profi in die neue Saison

Von Frerk Schenker
Göttingen. Das Hantieren mit Zahlen ist für Zehnkämpfer Jacob Minah Teil des sportlichen Geschäfts. Schließlich sind sie
in seiner Disziplin der alles bestimmende Faktor. Eine Zahl ist dem Göttinger jedoch noch ziemlich fremd - die 568. Dabei
gibt sie an, wie viele Tage Minah noch bis zur möglichen Erfüllung seines großen Traums bleiben: Die Teilnahme an den
Olympischen Spielen 2008 in Peking. "Irgendwann im August 2008, genauer weiß ich das aber auch nicht", antwortet der
24-Jährige auf die Frage, ob er den Zeitplan des olympischen Zehnkampfes kenne. Obwohl der Athlet der LG Göttingen
den genauen Termin nicht parat hat, ist dieser Wettkampf aus seinem Leben nicht mehr wegzudenken. Seit drei Jahren be-
treibt Minah ernsthaft den Zehnkampf, und genau so lange hegt er die Hoffnung auf eine Olympiateilnahme. "Peking 2008
ist für alles der Motor", beschreibt er die Motivation, sich wöchentlich zwölf Mal im Training zu schinden.
Ziel: Die 8000 Punkte-Marke    
Nach seinem steilen Aufstieg mit dem Gewinn des Deutschen Zehnkampftitels 2005 sah es bereits so aus, als würde der
talentierte Späteinsteiger die Olympia-Norm von 8000 Punkten bald spielerisch knacken. Im vergangenen Jahr war die
Erfolgsspur jedoch spürbar steiniger. Mit 7776 Punkten blieb er deutlich unter der magischen Marke. "Die Saison war nicht
optimal", sagt Minah selbstkritisch. Dass er seinen großen Traum dennoch weiter verfolgt, liegt vor allem an den verändert-
en Rahmenbedingungen. Während Minah bislang parallel zum Training sein Studium abschloss, kann er sich nun voll und
ganz auf den Sport konzentrieren. "Ich merke den Unterschied. Ich kann freier trainieren und besser regenerieren", berichtet
er aus dem Alltag eines Vollprofis. Besonders in den technischen Disziplinen soll der für die 8000 Punkte notwendige Leist-
ungssprung endlich Wirklichkeit werden. Nach guten Ergebnissen zu Beginn der Saison ging Minah während des Sommers
dort nämlich die Puste aus. "Ich konnte aus Zeitgründen kaum Krafttraining machen", erklärt er den Leistungseinbruch mit
Kugel, Diskus und Speer. Um dem vorzubeugen, feilt er zurzeit nicht nur an den Kraftwerten, sondern trainiert auch einmal
pro Woche in Hannover unter Aufsicht des Wurf-Landestrainers.
Mehr Zeit zum Training 
Denn eines ist Minah klar: "Die 8000 Punkte müssen im nächsten Jahr fallen. Aber ich weiß, dass ich in allen Disziplinen zu-
legen kann." Obwohl man als Zehnkämpfer pro Saison nur drei, maximal vier Wettkämpfe bestreiten kann, will Minah nicht
in Aktionismus verfallen: "Ich werde mich nicht unter Druck setzen, dass es gleich zum Saisonauftakt mit den 8000 Punkten
klappen muss." Ob der Weg nach Peking für Minah in dieser Saison weniger steinig ist, wird sich erstmals am 27. Januar
zeigen. Dann wartet bei den Deutschen Hallen-Mehrkampfmeisterschaften der erste Härtetest auf den Göttinger.   
==> Weitere Berichte über Jacob Minah vom 3.8.2004 - 27.1.2006 - 2.3.2006 / Home-Page von Jacob Minah   

DELMENHORSTER KREISBLATT vom 27. Januar 2007
Dominik Lersch hat nur ein Ziel: Berlin
Willmsschüler liebt Leichtathletik und Fußball

Von Anke Bayer-Thiemig
Delmenhorst. Den brasilianischen Fußballer Pele und das 100-m-Ass Maurice Greene nennt Dominik Lersch als seine
Vorbilder. Nicht ganz ungewöhnlich für den Elfjährigen, denn er tritt sowohl beim TuS Hasbergen (D-Schüler) das Leder
und läuft bei der Delmenhorster Eintacht um Zeiten. Seine Bestmarke über die 50-m-Distanz liegt bei 7,63 Sekunden. Et-
liche Male in der Woche ist der Willmsschüler in Sachen Sport unterwegs. Doch in diesem Jahr hat er nur ein Ziel. “Beim
großen Internationalen Stadionfest (ISTAF) am 12. September in Berlin dabei zu sein.” Am 16. April können sich die
“Supersprinter” in Rostock für diesen Wettkampf qualifizieren. Nach einem bundesweiten Auswahl-System sind dann die
acht schnellsten Mädchen und Jungen in Berlin am Start und werden dort über 50 m ein Einlagerennen laufen. Für Dominik
ein Muss, denn schon im letzten Jahr ist er Viertschnellster in Deutschland der Jahrgänge 1993 bis 1996 gewesen und beim
ISTAF mitgelaufen. Der Delmenhorster Leichtathlet hat längst Blut geleckt, will selbst irgendwann ganz oben auf dem
Treppchen stehen. Noch ist er allerdings zu jung, um an Landesmeisterschaften teilzunehmen. Die gibt es erst ab der A-
Schüler-Klasse. Allerdings wird er zwei Mal in der Bestenliste geführt. Und das auch nur, weil er eine Klasse höher ge-
startet ist.
Einige der ganz großen Sportler kennt Dominik inzwischen persönlich. Wenn er sie nicht gerade auf Wettkämpfen getroffen
hat, dann aber im Flieger. Beispielsweise als der Schüler mit Bruder Kevin und Eltern in Südafrika war. Auf dem Rückflug
traf er Tim Lobinger. Obwohl Dominik den Stab-Hochspringer “manchmal überheblich” findet, war er “doch recht nett”.
Auch Brasilien hat der Fußballer und Leichtathlet bereist. Sein Vater Andreas sorgte dafür, dass er in der dortigen Fußball-
schule mittrainieren durfte. “Die spielen schnell und sind nicht so grob”, erzählt Dominik begeistert. Dass Dominik gerne
Sport macht, versteht sich. Trotzdem soll er, wie sein Vater sagt, sich die Wettkämpfe aussuchen. Das hat er ja eigentlich
auch schon längst: Der Supersprinter will unbedingt nach Berlin.   
==> Ein weiterer Bericht über Dominik Lersch vom 9.8.2006

ZEVENER ZEITUNG vom 27. Januar 2007
“Habe den Ehrgeiz, um viel zu erreichen”
Kenneth Gerschler fühlt sich bei der LG Olympia Dortmund pudelwohl

Von unserem Mitarbeiter Manfred Krause
Gnarrenburg. Für Kenneth Gerschler hat sich im August mit dem Wechsel von der LAV Zeven zur LG Olympia Dort-
mund ein Traum erfüllt. Seine neue sportliche Heimat ist jetzt das ehrwürdige Stadion Rote Erde, in dem vor ihm viele er-
folgreiche Leichtathleten wie Frank Busemann oder Ingo Schulz in die Weltspitze aufstiegen. Große Stücke hält LG-Trainer
Michael Glass von seinem neuen Schützling, den er auf der Langstrecke durch gezieltes Training fördern möchte.
"Kenneth konnte es gar nicht abwarten, dass die Weihnachtstage zu Ende gingen. Hier auf dem Dorf war es ihm einfach zu
langweilig. Er wollte schnell wieder zurück nach Dortmund", so Vater Hans Gerschler, der dem Wechsel seines Sohnes zum
erfolgreichsten Leichtathletikverein Deutschlands absolut positiv gegenüber steht. "Dort ist die sportliche Betreuung sehr
professionell und zudem findet er in seiner siebenköpfigen Trainingsgruppe gute Konkurrenz, um sich zu entwickeln und in
der Leistung zu verbessern."
Derzeit macht der 18-Jährige seinen Führerschein und hat neben der Berufsausbildung und dem täglichen Training nur wenig
Freizeit. Trotz des aufwändigen Tagesablaufes findet er sich gut im neuen Umfeld zurecht. "Ich fühle mich hier sehr wohl und
bin total zufrieden und glücklich. Die Trainingsmöglichkeiten sind einfach optimal.", so Kenneth Gerschler. Unter Trainer
Michael Glass arbeitet er in einer Gruppe mit den jungen Spitzentalenten, wie zum Beispiel Chris und Fynn Schwiegelshon
oder Hardy Laska. An sechs Tagen stehen Übungseinheiten mit abwechslungsreichen Inhalten in der Halle oder auf dem
Platz auf dem Programm. "Hier ist alles super abgestimmt und für die Wettkämpfe werden wir speziell vorbereitet", so
Gerschler, der kürzlich bei den westfälischen Männermeisterschaften über 800 Meter mit persönlicher Bestzeit Platz vier
erreichte.
Doch nicht nur diesen Erfolg konnte der gebürtige Gnarrenburger feiern. Beim Crosslauf in Darmstadt im November wurde
er bei der B-Jugend achtbester Deutscher und holte sich im Dezember überraschend die Westfalen-Meisterschaft über
3300 Meter. Dort ließ er sogar seinen favorisierten Vereinskameraden Fynn Schwiegelshon eine Sekunde hinter sich. "Von
der Leistungsstärke der Trainingsgruppe profitiert Kenneth absolut. Doch nicht nur an seiner Schnelligkeit werden wir ar-
beiten müssen. Die 800 und 1500 Meter wird er in den nächsten Monaten bei Wettkämpfen vorzugsweise laufen. Dann
schauen wir weiter, welche Strecke die beste für ihn ist", so Coach Michael Glass, der auch ein positives Bild vom privaten
Bereich des Youngsters zeichnet. "Das ist natürlich ein neuer Lebensabschnitt für Kenneth, der sich hier mittlerweile gut ein-
gelebt hat und sich pudelwohl fühlt."
Die nächsten sportlichen Höhepunkte stehen für den ehemaligen Läufer der LAV Zeven schon fest: Die Deutschen Hallen-
meisterschaften über 1500 Meter am 10. Februar in Sindelfingen sowie die Deutschen Cross-Meisterschaften in der Nähe
von Erfurt. “Für die Cross-Saison habe ich mir viel vorgenommen, doch auch in der Halle rechne ich mir gute Chancen aus",
so Gerschler. Seit Anfang des Jahres gehört mit er seinen 18 Jahren zum A-Jugend-Kader. Dass es bei den Deutschen
Staffelmeisterschaften über 3x1000 Meter mit der Mannschaft im Juli "Gold" werden könnte, liegt für den ehrgeizigen
Sportler durchaus im Bereich des Möglichen. Das Trio der "Olympia" hat es auf alle Fälle drauf, oben mitzumischen. "Das
ist natürlich ein anderes Brot, denn auf der Ebene gelten eigene Regeln", weiß Kenneth Gerschler, der glaubt, dass die 3000
Meter seine Strecke werden könnten. Dort steht im Moment mit 8:39 Minuten bereits eine gute Zeit zu Buche. Doch die
will er noch entscheidend verbessern. "Ohne die Anstrengungen von Trainer Hans-Hermann Neblung wäre ich bestimmt
nicht hier. Er hat mich durch ein gezieltes Training zu Leistungsschüben gebracht und mich zu den Wettkämpfen quer durch
Deutschland gefahren. Doch er hat mich auch bewusst geschont und mir Pausen verordnet. Dass muss man als junger
Mensch erst einmal verstehen und erkennen. Es war eine klasse Zeit bei der LAV Zeven, die ich nicht vergessen werde", so
Kenneth Gerschler.
Eigentlich ist beim 18-Jährigen derzeit alles im grünen Bereich. Denn sportlich könnte es kaum besser laufen und auch be-
ruflich und privat zeigt der Daumen nach oben. Derzeit wohnt er noch zur Untermiete, doch im Februar wird er mit anderen
Sportlern der LG in einer Wohngemeinschaft zusammenziehen. Die Ausbildung zum Erzieher am privaten Rudolf-Steiner-
Kolleg ist genau das richtige für ihn. "Zurzeit mache ich ein Praktikum in einem Kindergarten. Das ist schon manchmal hart
und nervig, dennoch macht mir die Arbeit viel Spaß. Da ist nichts mit viel Herumsitzen", so Gerschler, der nebenbei auch
noch sein Fachabitur machen und mit Privatunterricht sein Schlagzeugspiel verbessern will. Für ihn hat die berufliche Aus-
bildung zunächst erstmal Vorrang vor den sportlichen Zielen. "Die Ausbildung geht vor. Dennoch weiß ich, dass ich das
nötige Potential und den Ehrgeiz habe, um in der Leichtathletik viel zu erreichen. In der Deutschen Langlauf-Spitze gibt es
kaum starke Läufer, die auch international etwas bewegen können. Aus der Jugend muss also was nachrücken."
==> Weitere Berichte über Kenneth Gerschler vom 22.1.2005 / 2.8.2006 

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