Porträts und Berichte über Leichtathleten aus der Region (Seite 1)

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Jacob Minah LG Göttingen (2.3.2006)
Urte Zinke LG Bremen-Nord (8.3.2006)
Christoph Paetzke LG Braunschweig (18.3.2006)
Geronimo von Wartburg LG Kreis Verden (23.3.2006)
Matthias Strotmann LG Braunschweig (31.3.2006)
Edgar Bettermann PSV Holzminden (15.4.2006)
Michael Spöttel LG Kreis Verden (19.4.2006)
Heinz Wiemer Eintracht Delmenhorst (19.4.2006)
Philip Champignon / Manfred Vollmer LG Einbeck (10.5.2006)
Cassandra Leenen LGG Ganderkesee (13.5.2006)
Rosemarie Rissmann MTV Müden/Örtze (16.5.2006)
Daniel Uwarowski Delmenhorster TV (26.5.2006)
Ralf Ginnow TSV Verden / LG Kreis Verden (29.5.2006)
Sven und Jens Niederkrome LG Kreis Verden (7.6.2006)
Kevin Lersch Eintracht Delmenhorst (8.6.2006)
Katrin Arling LG Emstal Dörpen (17.6.2006)
Svenja Drechsler MTV Jahn Schladen (20.6.2006)
Ruth Spelmeyer VfL Oldenburg (22.6.2006)
Helge Schwarzer Hannover 96 (7.7.2006) 
Lena Poll SC Osterbrock (15.7.2006)
Daniela Pohl SV Holtland (Zwei Berichte vom 20.7.2006 / 22.7.2006) 
Werner Scharf LG Weserbergland (22.7.2006)
Rainer Schröder SV Hepstedt/Breddorf (22.7.2006)
Nicole Großkopf LGG Ganderkesee (28.7.2006)
Diana und Ulrich Garde LGG Ganderkesee (31.7.200) 
Kenneth Gerschler LAV Zeven (2.8.2006)
Dominik Lersch Eintracht Delmenhorst (9.8.2006)
Richard Hinrichs TuS Rotenburg (12.8.2006)
Ann-Christin Junker MTV Aurich (15.8.2006)
Anna Dankers VfL Stade (16.8.2006)
Alexander Juretzko LG Nienburg (25.8.2006)

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HESSISCHE NIEDERSÄCHSISCHE ALLGEMEINE vom 2. März 2006
Professionelle Strukturen für Minah
Leichtathletik: Neuer Sponsor unterstützt den Deutschen Meister im Zehnkampf aus Göttingen

Von Ralf Walle
Göttingen. Zehnkämpfer Jacob Minah hat große Ziele. 2008 will der Sportler der LG Göttingen unbedingt bei den Olymp-
ischen Spielen in Peking dabei sein. Und um dieses Ziel zu erreichen, werden beim Deutschen Meister jetzt die Weichen auf
mehr Professionalität gestellt. Künftig wird die Sparkasse Göttingen den Vorzeigeathleten unterstützen. Das verkündete
gestern Rainer Hald, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Göttingen, bei einer Pressekonferenz des Stadtsportbundes
(SSB) Göttingen. Hald ist fest davon überzeugt, mit dem 23-Jährigen einen excellenten Werbeträger gefunden zu haben.
"Jacob Minah ist für uns der ideale Partner. Er verkörpert den Leistungssport-Gedanken, Teamgeist und Fairness", erklärt
Hald den Vertrag, der Minah in diesem Jahr 15 000 Euro garantiert. "Sofern seine Leistung stimmt, verlängert sich unser
Engagement bis 2008", betont Hald, der zudem darauf verweist, dass die Sparkasse ansonsten fast ausschließlich den
Breitensport fördert. "Unser Engagement soll auch Minahs Stellenwert für die Region Göttingen verdeutlichen," sagt Hald.
 Minah, der im vergangenen Jahr bei den deutschen Meisterschaften in Lage überraschend den Titel gewann, wird sich in
Göttingen auch sozial engagieren. So übernimmt er in diesem Jahr beim SSB Göttingen erstmals die Schirmherrschaft für das
Sportabzeichen. Gleichzeitig engagiert sich Minah aber auch für die Göttinger Universität. Für die Abteilung Transfusions-
medizin wirbt er künftig um Spender und für finanzielle Unterstützung.
Minah, der erst im August 2003 unter der Leitung seines Trainers Rolf Geese mit dem Zehnkampf begann, konzentriert sich
in diesem Jahr zunächst auf das Erreichen der 8000-Punkte-Marke. Seinen persönlichen Rekord von 7652 Punkten stellte
er zielgenau bei den deutschen Meisterschaften in Lage ein. "Vor allem bei den Wurfdisziplinen kann ich mich aber noch ver-
bessern", sagt Minah. Der Speerwurf stellt noch eine echte Herausforderung dar.
Ab Oktober dieses Jahres hat er noch mehr Zeit für den Sport. Denn nach bestandener Lehre zum Industriekaufmann be-
endet er im Herbst nun auch sein Studium der Betriebswirtschaftslehre. Beim Frühjahrsvolkslauf am 26. März rund um das
Jahnstadion, den wie immer die Betriebssportgruppe der Sparkasse Göttingen ausrichten wird, kann Minah allerdings nicht
starten. Denn zu diesem Zeitpunkt befindet er sich im Trainingslager in Antalya/Türkei. "Die Premiere verschiebt sich nur um
ein Jahr. 2007 wird er ganz bestimmt starten", beschwichtigt Minahs Trainer Rolf Geese den neuen Sponsor.
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DIE NORDDEUTSCHE (Weser Kurier) vom 8. März 2006
Hammerwurf am Bügeltisch
Urte Zinke entdeckt beim Frühstücksfernsehen eine neue Sportart für sich

Von unserer Mitarbeiterin Sabine Lange
Rönnebeck.
Die besten Ideen kommen manchmal bei profanen Arbeiten. "Ich stand hier beim Bügeln und habe dabei
Frühstücksfernsehen geschaut. Ein Hammerwerfer - ich weiß nicht mal, wer es war - hat seine Sportart erklärt. Da war ich
so fasziniert, dass ich die Bewegungsabläufe gleich mitgeübt habe", erinnert sich die Leichtathletin an den ersten visuellen
Kontakt mit dem schweren Gerät. "Ich will Hammerwerferin werden", dachte sich die Rönnebeckerin und setzte das ehr-
geizige Vorhaben sofort in die Tat um. Das war 2003. Und jetzt, knapp drei Jahre später, wird Urte Zinke den Vier-Kilo-
Hammer bei den Senioren-Weltmeisterschaften in Linz schleudern.
Bevor sich die Bewegungsbegabte mit den Besten messen konnte, ging alles Schlag auf Schlag. "Zuerst habe ich mit dem
Besen trainiert", lacht die Sportlerin. Das funktionierte prima, denn schon nach einer Woche Wurftraining wagte die in-
zwischen 43-jährige Sportlerin den Sprung ins kalte Wasser und nahm an ihrem ersten Wettkampf teil. Beim Werfertag in
Huchting wuchtete sie den Hammer auf 20,88 Meter. "Das war gleich neuer Bremer Landesrekord", erzählt Urte Zinke
stolz. Damit hatte die Sportlerin "Blut geleckt". Im Bekanntenkreis wunderten sich die Menschen über das ungewöhnliche
Treiben der zierlichen Frau. "Viele haben gedacht, dass der Hammer einen Stil hätte", amüsiert die Leichtathletin diese Vor-
stellung. Doch damit lagen die Unwissenden gar nicht so falsch. "Das Hammerwerfen hat seinen Ursprung in Irland. Im 12.
Jahrhundert haben die Männer dort einen Stein mit Holzstil geworfen", erklärt Urte Zinke, die gleich ein Nachschlagewerk
zur Hand hat. Sie hat sich einen Großteil ihrer Fertigkeiten angelesen und viel von den anderen Hammerwerfern bei Wett-
kämpfen gelernt.
Außerhalb des Wurfringes hat sich die Mehrkämpferin, die bei der Senioren-WM außerdem über 200 Meter auf der Sprint-
strecke an den Start geht, ebenfalls viel mit körperlicher Ertüchtigung zu tun. Dienstags und donnerstags ist sie als Fitness-
trainerin in einem Frauenstudio aktiv. Mittwochs betreut sie eine Walkinggruppe. In den Ferien leitet Urte Zinke darüber
hinaus das Lauf- und Sprinttraining der B-Jugend-Fußballer des Blumenthaler SV. Schließlich bietet die Sportlerin Kurse in
verschiedenen Entspannungstechniken an. Einzelsitzungen für Menschen, die Entspannung suchen, finden im Heim der
Zinkes an der Blockmacherstraße statt. Dort wohnt die Familie seit vier Jahren. "Wir haben das Haus beim Spazierengehen
entdeckt", berichtet Urte Zinke. Die Nähe zum Wasser ist ihr wichtig und eigentlich würde die Nordbremerin gern noch
näher an der Weser wohnen. "Bei uns hat jeder Raum seinen eigenen Charakter", verrät die 43-jährige. Da durfte das
Thema "Wasser" natürlich nicht fehlen. Im Schlafzimmer mit rundem Wasserbett riecht es förmlich nach Meer: Maritime
Bilder, Holzmöwe und Leuchtturm zieren den hellblau getönten Raum, in dem sich die Liebe zur Ostseeinsel Usedom wider-
spiegelt. "Usedom ist gewaltig. Es gibt zehn Kilometer Sandstrand ohne bauliche Unterbrechung, eine tolle Promenade und
die Insel ist schön zum Rad fahren", schwärmt die Sportlerin, die mit der ganzen Familie schon etliche Urlaube auf dem
Drahtesel hinter sich hat. Ein Platz für das gerahmte Original-Eisenbahnschild von einer Zugfahrt nach Usedom haben die
Fahrradreisenden im maritimen Schlafgemach allerdings noch nicht gefunden.
Ganz anders ist das Flair des Wohn- und Esszimmers. Dort "herrscht" auch im jetzt noch winterlichen März Sommer durch
gelbe Wände. Antike Möbel - Peter Zinke ist leidenschaftlicher Sammler derartiger Gegenstände - harmonieren mit modern-
en Einrichtungsgegenständen. Am augenfälligsten ist das wuchtige Büfett, das um das Jahr 1920 gefertigt wurde. Aus der
gleichen Zeit stammen die Pendeluhren, die - wie Urte Zinke betont - beide noch funktionieren. Auch in der Küche gesellt
sich zur praktischen Einrichtung ein origineller Oldtimer: Die voluminöse alte Holzbank soll noch aufgepeppt werden, lädt
aber auch im jetzigen Zustand geradezu zum Verweilen ein. "Da sitzt immer jemand", freut sich Urte Zinke, wenn sie Gesell-
schaft in der Küche hat. "Mein Arbeitszimmer ist dem Thema ‚Natur' gewidmet", erklärt die Rönnebeckerin. Die dumpfen
Grün- und Brauntöne sowie die Steine im Raum in der oberen Etage sollen zur Entspannung beitragen. Ebenso der kleine
Zimmerbrunnen und die aneinander gereihten Früchte des Eukalyptusbaumes, die von der Decke hängen.
Platz für Sportkleidung ist dort nicht. Die steht für die festen Trainingstermine auf dem Burgwall griffbereit im Flur. Sonntag,
Montag und Dienstag wird geübt. Und gerade rechtzeitig zur Weltmeisterschaft hat die LG Bremen-Nord ein neues Wurf-
gerät für die ungewöhnliche Frau bestellt. Jetzt muss Urte Zinke nur noch schauen, wo der neue Hammer hängt.
  

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG vom 18. März 2006
USA locken mit Trainingspartnern
Aus Oldenburg zum Laufteam gewechselt -- Christoph Paetzke will sich in der deutschen Spitze etablieren

Von Ute Berndt
So einen richtigen Stallgeruch im Heimatverein gibt es in der Läuferszene selten. Wer eine gute Mannschaft ins Rennen
schickt wie die LG Braunschweig, ist allerdings attraktiv für starke Individualisten. Und so ist auch der Oldenburger
Christoph Paetzke beim Laufteam gelandet. Morgen will er für die LG in Berlin bei den norddeutschen Meisterschaften im
10-Kilometer-Straßenlauf eine Medaille holen. Eine Zeit unter 31 Minuten stellt er sich vor, möchte sich wegen des Wetters
aber nicht festlegen, dass dies auch gelingt. Seine Bestzeit: 30:30 Minuten.
Den Wechsel vom DSC Oldenburg zur LG Braunschweig hat ihm Georg Diettrich schmackhaft gemacht. Der startet eben-
falls für die LG und ist seit drei Jahren Paetzkes Trainer und Laufpartner in Oldenburg. "Ich sehe in Braunschweig eine Per-
spektive, mit der Mannschaft in Deutschland oben mitzulaufen - das gibt es sonst kaum", sagt der 22-Jährige. Das Pendeln
ist er ohnehin gewohnt, weil er in Hannover Wirtschaftswissenschaften studiert. Einen Teil seiner Trainingsarbeit hat er da-
raufhin in die niedersächsische Hauptstadt verlegt. Doch auch dort seien die Bedingungen für einen ambitionierten Läufer
kaum besser als in der "Provinz". "Man hat einfach Probleme, Trainingspartner zu finden, weil es nicht viele Leute gibt, die
solche Zeiten laufen können."
So bleibt er doch im Alltag weitgehend Einzelkämpfer und freut sich umso mehr auf die Wettkämpfe: "Wir sind im Leist-
ungssportbereich doch mehr eine große Familie, da steht nicht der Konkurrenzgedanke im Vordergrund, man kämpft nicht
gegeneinander." So sehe er seinen Sport auch nicht sonderlich verbissen. Was ihn antreibt, sich bei Wind und Wetter täglich
mindestens einmal und 100 bis 120 Kilometer pro Woche auf die Laufstrecken zu stürzen, ist der messbare Erfolg. "Und
auch eine gewisse Anerkennung." Dass er einst bei den Jugend-Landesmeisterschaften über 3000 Meter überraschend
Zweiter geworden war, habe ihn zum Leistungssport animiert. "Da habe ich gemerkt, dass ich was erreichen kann." Als es
dem früheren Fußballer noch nicht so konsequent um Tempoeinheiten ging, gefiel ihm vor allem die ausgleichende Wirkung
seines Sports: "Man kann gut abschalten." Wieviel er ihm bedeutet, merkte er vor drei Jahren, als ihn ein Haarriss im Fuß zu
einer längeren Pause zwang. "Da spürte ich so richtig, wie Laufen schon zu meinem Lebensablauf gehört."
Und das will er künftig noch intensivieren. Im Sommer zieht Paetzke für ein Jahr in die USA, wo er an der Universität von
Nebraska ein Stipendium erhalten hat. An Trainingspartnern wird es ihm dort nicht mehr mangeln, es gibt ein richtig starkes
Leichtathletik-Team. "Das ist ein weiterer Anreiz und der Grund, warum ich jetzt schon so weit bin", erzählt Paetzke, der bei
den Cross-Wettkämpfen auf Landes- und norddeutscher Ebene diese Saison stets vorne mitlief. Sobald das Wetter besser
wird, will er sich auf die Bahnwettkämpfe konzentrieren. Die Qualifikation für die deutschen Meisterschaften über 5000
Meter sind das Nahziel für den 22-Jährigen, der als Junior zu den fünf besten in Deutschland über 10 und 21 Kilometer
zählte. Wo er mittelfristig hin will, davon hat Christoph Paetzke feste Vorstellungen. "Ich möchte mich auf deutscher Ebene
im vorderen Bereich etablieren, mich richtig festsetzen, nicht nur mal überraschend dort auftauchen", sagt er bestimmt. "Und
dafür will ich die Grundlagen in den USA legen."

ACHIMER KURIER / VERDENER NACHRICHTEN vom 23. März 2006
Laufen für Körper und Geist
Für Geronimo von Wartburg ist das Bestreben, immer besser zu werden, der einzige Ansporn

Von unserem Redakteur Rainer Jüttner
Verden-Göttingen. Kein Zweifel, sein Name klingt reichlich exklusiv - Geronimo von Wartburg. "Das prägt einen irgend-
wie schon", räumt der 17-Jährige ein. Besonders dann, wenn sich die Ansager bei nationalen Leichtathletik-Veranstaltungen
bei seiner Vorstellung schier die Zunge zu brechen drohen. Anlässe dieser Art gab es in der jüngsten Vergangenheit reichlich,
denn mittlerweile gehört der für die LG Kreis Verden startende von Wartburg auf den Langstrecken der Jugend zur
deutschen Spitze. Dabei hat er die Bedeutung seines Vornamens bereits reichlich ad absurdum geführt. Der leitet sich ab
vom legendären Apachen-Häuptling Gokhlayeh - besser bekannt unter der mexikanischen Übersetzung Geronimo, was
wiederum bedeutet "Einer, der gähnt" - und das kann nun wahrlich nicht vom frisch gebackenen norddeutschen Meister über
die Zehn-Kilometer-Distanz behauptet werden.
Sicher, er wirkt nicht gerade wie der Partylöwe schlechthin. Eher introvertiert, wenn er in Göttingen - seiner eigentlichen
Heimat - zumeist allein trainiert. Andererseits zeugt dieser Umstand aber auch von einer zumindest für Außenstehende nur
schwer nachvollziehbaren Selbstdisziplin. Allerdings nicht für Geronimo von Wartburg. "Damit hatte ich noch nie Probleme.
Ich freue mich auf jedes Training." Diese zum Teil ungeheuren Anstrengungen, mittags mal eben 20 Kilometer zu laufen,
nachdem man morgens sowieso schon gejoggt ist. Zu laufen, wenn alle anderen feiern oder faulenzen. All das wirkt selbst
auf seine Freunde leicht befremdlich. "Einige halten mich schon ein bisschen für verrückt, können damit aber mittlerweile
umgehen." Bisher bekam der Zwölftklässler am Gymnasium aber noch alles unter einen Hut. "Wenn ein wichtiger Wett-
kampf vorbei ist, will ich natürlich auch den Kopf frei kriegen. Dann wird auch mit den Freunden gefeiert und selbstver-
ständlich auch Mal ein Bier getrunken." Klar, dass solche Momente aber eher selten sind. Normal sind dagegen sieben bis
acht Trainingseinheiten in der Woche, verteilt auf sechs Tage und ein Ruhetag. Ein ganz ordentliches Pensum, das von Wart-
burg aber wohl oder übel steigern muss, denn er hat noch einiges vor.
Seit 2003 ist er festes Mitglied im D-Kader des Niedersächsischen Verbandes. Im April wird er 18 und will dann in den C-
Kader hochrücken. Doch die Messlatte liegt gerade auf den Langstrecken sehr hoch. Über die 5000 Meter, eine seiner
Paradestrecken, dürfte die neue Normzeit bei 14:40 Minuten stehen, seine Bestzeit aus 2005 liegt zurzeit bei 15:03. Um
dieses Ziel zu erreichen , muss selbst ein Geronimo von Wartburg Gas geben. Im Herbst dürfte fest stehen, ob er sein Ziel
erreicht hat. "Das ist aber durchaus realistisch. Einen ersten Versuch, die erforderliche Zeit zu laufen, mache ich Ende Mai
beim großen Meeting in Koblenz", bleibt der passionierte Angler gelassen.
Gerade diese Gelassenheit prägt seinen Charakter. Spontane Entscheidungen haben bei ihm eher Seltenheitswert. "Gerade
bei Handlungen, die mein Leben stark beeinflussen werden, überlege ich lieber länger. Da brauche ich schon etwas mehr
Zeit, um alles genau abzuwägen." Keine Zweifel beschleichen den Siebten der jüngsten Deutschen Meisterschaft auf der
5,9-Kilometer-Crossstrecke der A-Jugend dagegen über seine große Leidenschaft. "Laufen hat für mich eine sehr große
Bedeutung. In mir ist einfach das Bestreben, immer besser zu werden. Das allein ist der letztlich einzige und ständige An-
sporn. Wettkämpfe und Meisterschaften sind im Grunde lediglich die Zwischenziele auf dem Weg, seine Grenzen kennen zu
lernen."
An die ist der 17-Jährige bislang noch nicht gestoßen. Auch nicht durch die Anforderungen in der Schule. Die läuft eigentlich
mehr so nebenher, trotzdem von Wartburg mit einem Notendurchschnitt von 1,8 auch hier ganz weit vorne zu finden ist.
Was wiederum vermutlich eng mit den sportlichen Leistungen verknüpft ist. "Das ist nicht ungewöhnlich, da beim Training
Körper und Geist gleichermaßen beansprucht werden", erklärt der Nachwuchs-Athlet. Zurzeit befindet er sich aber in einer
Ruhephase, die er mit Joggen, Sprinttraining und Rad fahren ausfüllt. Am 1. April geht es dann mit dem NLV-Kader nach
Usedom ins Trainingslager, ehe die Vorbereitung auf die Bahn-Saison beginnt. Die hat mit der Deutschen Meisterschaft im
Juli den vorläufigen Höhepunkt. "Über 5000 Meter habe ich mir fest vorgenommen, eine Medaille zu holen. Dazu müsste ich
aber deutlich schneller laufen als bisher. Eine Zeit um die 14:30 bis 14:40 Minuten muss es schon sein." Wie immer er dabei
auch abschneiden sollte, spätestens im nächsten Jahr, beim Wechsel in die Männerklasse, steht er am Scheideweg. "Nach
dem Abitur sofort studieren, oder Zivildienst, oder das Training intensivieren", heißen dann die Alternativen. Fraglos eine
Entscheidung, die sein Leben prägen wird. Und über die er zweifelsohne noch wesentlich länger als üblich nachdenken wird.

NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG vom 31. März 2006
Training in der Mittagspause
Herzlake
(um). Die Ausbeute passt. Matthias Strotmann, aus Herzlake stammende Läufer der LG Braunschweig ist in
diesem Jahr bei vier Titelrennen gestartet und stand immer auf dem Treppchen. Zuletzt wurde er im Halbmarathon in Herten
mit Embaye Hedrit und Christoph Paetzke deutscher Mannschaftsvizemeister. "Es hat sich einfach so ergeben, dass ich
immer als zweiter oder dritter Läufer in die Mannschaft gerutscht bin", sagt Strotmann, der mit seiner Zeit (1:09:44) in
Herten bei widrigen Bedingungen und ohne besondere Vorbereitung auf die Distanz zufrieden war. Ursprünglich hatte er
keinen Einsatz geplant. Favorit TV Wattenscheid behauptete sich klar vor den Braunschweigern, die ihrerseits Heilbronn
deutlich hinter sich ließen. Bei der "Norddeutschen" im Straßenlauf über 10 Kilometer in Spandau siegte das LG-Team in
derselben Besetzung. Strotmann lief in 31:25 Minuten eine gute Zeit. Beinahe nebenbei sicherte sich der 32-Jährige mit dem
Team in Lingen und Soltau noch den niedersächsischen und den norddeutschen Titel.
Im Herbst will Strotmann bei einem großen Marathon starten. Wahrscheinlich bei der DM in München, ansonsten in Berlin.
Er bereitet sich eine Woche im Trainingslager auf Texel vor sowie als Tempomacher am Sonntag beim Marathon in Bonn
sowie später in Düsseldorf. Der in Löningen arbeitende Physiotherapeut, der im sechsten Jahr für Braunschweig startet,
bezeichnet sich selbst als "Feierabendsportler". Im wörtlichen Sinn nicht ganz treffend: Denn er muss häufig abends länger
arbeiten, weil er in der verlängerten Mittagspause zwei Stunden trainiert. Allerdings legt er Abends gelegentlich eine zweite
Schicht ein.

TÄGLICHER ANZEIGER (Holzminden) vom 15. April 2006
“Er ist die gute Seele im Verein, ohne ihn läuft nichts”

Holzminden.
“Solche Leute gibt es nicht mehr viele. Er ist die treibende Kraft, die alles zusammenhält. Ohne ihn gäbe es
den PSV Holzminden nicht, und auch, dass so viele Auswärtige bei uns laufen, ist sein Verdienst. Er ist Dreh- und Angel-
punkt im Verein”, sagt beispielsweise Erich Kaufhold über seinen alten Lauffreund Edgar Bettermann. Und so wie er sind
alle seine langjährigen Weggefährten voll des Lobes über PSV-Lauflegende Edgar Bettermann, der am heutigen Sonnabend
seinen 70. Geburtstag feiert.
Seit über 35 Jahren ist der Name Edgar Bettermann fest mit dem Laufsport und dem PSV Holzminden verbunden. Er hat
vor 21 Jahren die bis heute weit über die Kreis-Grenzen beliebte PSV-Winterlaufserie ins Leben gerufen, und er war der
erste Kreis-Holzmindener, der einen vollen Marathon absolviert hat. Am 25. August 1974 überquerte der ehemalige Postler
nach 42,195 Kilometern erstmals die Ziellinie bei einer Marathonveranstaltung in Groß Lafferde. “3:52:30 Stunden lautete
damals die Zeit. Das war von allen bisher 52 gelaufenen Marathons die schlechteste Zeit, bis heute”, weis Sohn Uwe Better-
mann zu berichten. Marathonveranstaltungen in ganz Europa und Deutschland folgten. Hamburg 1978, heute eine Großver-
anstaltung, damals noch ein Insidertipp, Rotterdam oder München ist er gelaufen. In guter Erinnerung ist auch noch der
Marathon in Springe geblieben, als er mit 2:57:06 Stunden erstmals unter drei Stunden blieb, oder die Niedersachsen-
Meisterschaften am 17. Juni 1983 in Daverden, als er seine bis heute gültige Bestzeit von 2:47:52 Stunden aufgestellt hat.
“Darauf ist er noch heute stolz”, weis Sohn Uwe.
Dass am heutigen Sonnabend wohl nur Frau Erika, die Söhne Uwe und Ulrich und Tochter Sigrid die Gratulantenschar
bilden, hat natürlich mit dem Laufen zu tun. Die Geburtstagsfeier wurde zu Gunsten des Paderborner Osterlaufes, an dem
der PSV Holzminden mit 27 Läufern teilnimmt, auf Ostermontag verschoben. Und damit alles aus PSV-Sicht reibungslos
läuft, ist Bettermann, der selbst für den Zehn-Kilometer-Lauf gemeldet hat, schon in der letzten Woche extra nach Pader-
born gefahren, um die Startunterlagen für seine Jungs abzuholen. So trifft Uwe Bettermann den Nagel auf den Kopf: “Er ist
die gute Seele im Verein, ohne ihn läuft nichts, mein Vater kümmert sich um alles”, weiss der Sohn, der selbst passionierter
Läufer ist. Und dass sein zweiter Sohn Ulrich nach über 30 Jahren die Laufschuhe wieder vom Nagel genommen hat, freut
das Geburtstagskind umso mehr.
So hat Edgar Bettermann im Laufe der Jahre viele Titel gesammelt, an Kreismeisterschaften, Landesmeisterschaften und so-
gar an einer Weltmeisterschaft teilgenommen. Am 2. August 1979 überquerte er die Ziellinie bei den Senioren-Weltmeister-
schaften in Hannover nach genau 3:00:00 Stunden. Seit Beginn seiner wohl einmaligen Läuferkarriere dürfte Bettermann
inzwischen 70- bis 80.000 Kilometer gelaufen sein, “zweimal um die ganze Welt”, wie Erich Kaufhold vorrechnet. Und an
ein Ende ist noch lange nicht zu denken, denn nun kann das Geburtstagskind in der Klasse M70 starten, was den Ehrgeiz
neu geweckt hat. Und im November geht dank Lauffreund Ralf Schwager noch ein Herzenswunsch in Erfüllung: Erstmals
besteigen Edgar und Frau Erika, die viel Geduld und Verständnis aufbringt, ein Flugzeug und fliegen nach New York, um
am spektakulärsten Marathon der Welt teilzunehmen. “Das wird der erste Marathon, den ich nur laufe und genieße, ohne
auf die Zeit zu achten”, freut sich Edgar Bettermann. Und Erich Kaufhold bringt es stellvertretend für alle Freunde, Bekannte
und Verwandte auf den Punkt: “Wollen wir hoffen, dass Edgar noch lange gesundheitlich auf der Höhe bleibt und noch lange
weiter laufen kann”.    

ACHIMER KURIER / VERDENER NACHRICHTEN vom 19. April 2006
"Sport ist ganz sicher kein Allheilmittel"
Der frühere deutsche Marathonmeister Michael Spöttel: Viele Lauferfolge, aber auch private Schicksals-
schläge

Von unserem Mitarbeiter Lars Köppler
Achim-Borstel. Es ist ruhig in diesem großen Haus. Ab und zu dringt ein freudiges Wiehern aus den benachbarten Pferde-
stallungen in meine Ohren. Hier, in einer übersichtlichen und ländlichen Wohngegend, lebt Michael Spöttel mit seiner
Lebensgefährtin Andrea und Tochter Nora-Noemi. Der 50-Jährige hat sich in seiner Glanzzeit einen Namen als heraus-
ragender deutscher Langstreckenläufer gemacht. "Die Pferde gehören unserer Vermieterin, ich selber bin allergisch gegen
Pferdehaare", vermeidet Spöttel lieber den Kontakt mit den schönen Huftieren. Wir nehmen in der Stube Platz, die mit ein-
igen antiken Schränken im Braunton und einem markanten Spiegel ausgestattet ist. "Leider ist diese Gegend durch die vielen
freien Felder zum Laufen nicht besonders attraktiv", hätte Spöttel lieber einen großen Park in seiner Nähe.
So wie vor vielen Jahren, als er in Köln Ethnologie und später in München Völkerkunde studierte."Während meiner Studien-
zeit war ich in der Sportfördergruppe der Bundeswehr. Es gab dort sehr viele gute Läufer, von denen ich gelernt habe",
nennt der Niedersachsenrekordhalter eines seiner frühen Erfolgsgeheimnisse. "Ich habe damals ganz gut mit dem Laufen ver-
dient, hatte sogar einen Vertrag mit Nike", war er "nie gezwungen, zu jobben". Ein weiterer Schlüssel für seine Bestzeiten
war hartes Training. "30 Kilometer am Tag waren mein Ziel. So bin ich in einer Woche immer knapp 200 Kilometer ge-
laufen, zwölf bis 13 Mal in der Woche habe ich trainiert", sagt er entspannt, die Beine lässig übereinander geschlagen.
 Michael Spöttel arbeitete sich jedoch zunächst mit kleinen Schritten in die Phalanx der deutschen Spitzenläufer vor. Erst
im Bezirk, dann auf Landesebene und schon wenig später feierte der Mann von der LG Kreis Verden seinen Einstand auf
nationaler Ebene. Im 5000-Meter-Endlauf bei den deutschen Meisterschaften 1978 in Köln gelang dem Ausdauerathleten
mit 13:45 Minuten seine persönliche Bestleistung. "Die deutschen Läufer waren damals sehr stark, und ich bin immerhin
Siebter geworden." Ein Jahr später triumphierte Spöttel im Marathon und wurde Deutscher Meister.
Der Mann mit der Pferdelunge investierte seine ganz Energie in den Leistungssport. "Die Leichtathletik war vor 20 Jahren
mein Lebensinhalt. Ich habe auf die Rennen hingearbeitet, mich darauf voll konzentriert. Emotional hatte mich das Laufen
voll erfüllt." Für einen Winter verlegte der Power-Mann seinen Lebensmittelpunkt nach Los Angeles und sorgte bei kürzer-
en Lauf-Events in New York und Miami für Furore. "Es gab in dieser Zeit viele tolle Erlebnisse. 1983 habe ich an einem
Halbmarathon in Puerto Rico teilgenommen, auch der traditionelle Silvesterlauf in Sao Paulo war sehr interessant", denkt
Spöttel an die Zeit, als er mit Weltmeister und Ausnahmekönner Patriz Ilg das Zimmer bei Länderkämpfen teilte. Michael
Spöttel gibt aber auch offen zu, nie besonders asketisch gelebt zu haben. "Ich habe zwar nie übermäßig geraucht oder ge-
trunken, aber es gab trotzdem viele tolle Partys und Wettkämpfe mit den Sportlern. Wir waren häufig noch sehr spät unter-
wegs."
Mittlerweile genießt das Thema Gesundheit einen besonderen Stellenwert im Leben von Michael Spöttel, seit er seine
beiden Söhne auf tragische und schmerzliche Weise verloren hat. "Lucas ist 1990 nur einen Tag nach seiner Geburt ge-
storben", musste Michael Spöttel kurz nach Beendigung seiner intensiven Laufbahn den ersten Schicksalsschlag verkraften.
Vor zwei Jahren verstarb auch sein zweiter Sohn Elias an den Folgen einer Krebserkrankung. "Er war auch ein sehr guter
Läufer und ist 2002 sogar Bezirksmeister über 1000 Meter geworden", sagt Spöttel leise. Der Tod des eigenen Kindes hat
den Vater dazu bewogen, sich noch tiefer mit diesem Krankheitsbild zu beschäftigen. "Sport ist sicher gut, um das psycho-
logische Loch zu füllen, aber ganz sicher kein Allheilmittel", sieht er sich als Gegner der Endorphin-These. "Es ist nicht allein
der Wille, der zählt. Auch der Zufall spielt eine große Rolle bei der Heilung von Krebs", verdeutlicht er am Beispiel von
Lance Armstrong: "Der war auch schon vor seiner schweren Erkrankung Weltmeister. Er hat eine gute Behandlung be-
kommen." Bewusste Vitaminkuren habe er nicht eingelegt, versichert Spöttel, der 1984 auf dem Zenit seiner Leistungsfähig-
igkeit war und mit 2:12:52 Stunden seinen persönlichen Marathon-Rekord aufstellte. "Ich habe immer auf Salate und Voll-
korn-Nahrung vertraut."
Die deutsche Leichtathletik sieht Michael Spöttel allgemein auf dem absteigenden Ast. "Das Leistungsniveau leidet vor allem
darunter, dass Leichtathletik nicht mehr als Schulsport angeboten wird", glaubt er den Grund zu wissen. Eigene Laufeinheiten
begrenzt Michael Spöttel heute auf ein Minimum. "Ich laufe nur noch, wenn ich die Zeit dafür habe", beschränkt er sein Pen-
sum auf vier- bis fünfmal pro Woche.

DELMENHORSTER KREISBLATT vom 19. April 2006
Heinz Wiemer verliert gegen den Krebs

Delmenhorst
(abt). Heinz Wiemer, einer der bekanntesten Altersklassen-Leichtathleten nicht nur in Delmenhorst, ist tot. Er
erlag 76-jährig einem Krebsleiden. Hürden waren für Heinz Wiemer da, um sie zu meistern. Egal, ob es die Absperrgitter im
Stadion waren, die er mal eben übersprang, oder die Hochsprunglatte. Noch im letzten Jahr feierte der 76-Jährige in
Nordenham mit 1,22 Metern einmal mehr einen Landesrekord bei den Senioren. Und wer erinnert sich nicht, als er sich im
vorletzten Jahr wie ein Schneekönig freute, als er auch dort mit 1,21 Metern Landesmeister wurde.
Die Leichtathletik und Heinz Wiemer gehörten zusammen. Ob es nun die 100- und 200-m-Strecken waren, oder ob er im
Weitsprung oder bei den Wurfdisziplinen dabei war. Nahezu jeden Tag war Heinz Wiemer im Stadion zu finden. Wenn er
sich nicht gerade auf einen Wettkampf vorbereitete, lief er dort seine Runden. Aber nicht nur Ehrgeiz zeichnete den Ein-
trächtler aus, sondern auch seine Herzlichkeit. Den Zuschauern erklärte er, worauf es bei dem Wettkampf ankam. Den
Aktiven stand er mit seiner Erfahrung zur Seite. Als Kampfrichter im Hochsprung sorgte er dafür, dass sich die Sportler
wohl fühlten.
Die letzte Hürde konnte Heinz Wiemer nicht mehr meistern. Nach kurzer schwerer Krankheit erlag er am Sonnabend einem
Krebsleiden. Er hinterlässt Frau Gudrun und eine erwachsene Tochter.

EINBECKER MORGENPOST vom 10. Mai 2006
Nur eiserner Wille bringt ins Ziel
Philip Champignon hat Bestzeit in Wolfenbüttel unterboten / Trainer Vollmer zufrieden

Einbeck
(pk).
Er ist jung, gerade 18 Jahre und Auszubildender bei der KWS: Läufer Philip Champignon aus Kohnsen geht
für den ESV Einbeck an den Start. Sein Trainer Manfred Vollmer schwärmt: “Philip ist ein junger und stiller Star, sein Lauf-
stil ist hervorragend.” Auch Trainer Manfred Vollmer ist selbst ein begeisterter Langläufer, er hat einige Erfolge vorzuweisen.
“Viel Training gehört dazu”, sagt Philip, “man muss alles aus sich herausholen, wenn man Erfolg haben will. Laufen ist ein
Einzelsport, bei dem man auf sich selbst angewiesen ist, wenn man etwas erreichen möchte.” Nur der eiserne Willen bringt
einen an das gewünschte Ziel, wissen Philip Champignon und Manfred Voller aus Vogelbeck - und diesen Willen hat der
18-Jährige. Er belegte den dritten Platz in der männlichen Jugend A bei den Landesmeisterschaften auf der Strecke über
zehn Kilometer auf der Straße, und bei den Landesmeisterschaften über 5.000 Meter wurde er Dritter. Sein Trainer belegte
ebenfalls den dritten Platz bei den Landesmeisterschaften über 5.000 Meter in der M 45-Klasse.
Sowohl in Wolfenbüttel über die zehn Kilometer als auch in Neustadt am Rübenberge über die 5000 Meter war der ESV-
Läufer vom Start weg in der Spitzengruppe. Nach und nach fielen die Verfolger zurück. Ein Kilometer vor dem Ziel bildete
sich eine Lücke zu den beiden führenden Läufern, und Philip konnte aufschließen. “350 Meter vor dem Ziel waren wir alle
zusammen, und es kam zu einer Sprintentscheidung”, berichtet er. “Hier hat sich der deutsche A-Jugendmeister Johannes
Raabe durchgesetzt, aber nur fünf Sekunden später überlief ich die Ziellinie, mit 16:00,87 Minuten konnte ich meine alte
Bestzeit um 30 Sekunden unterbiete”, freut er sich.
Begleitet hat ihn Trainer Manfred Vollmer. Er lief trotz langer Verletzung über 5000 Meter ebenfalls auf das Podest und
belegte den dritten Platz in einer Zeit von 17:18,89 Minuten. Der Rückstand auf den Zweitplazierten Uwe Kassner (LG
Göttingen) betrug elf Sekunden.
Nächstes Ziel ist bei Philip Champignon die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaften über 5000 Meter im Juli. Dafür
muss er unter 15:45 Minuten laufen. Manfred Vollmer will seinen Niedersachsenmeistertitel in der Klasse M 45 über 3.000
Meter erfolgreich verteidigen und eine gute Platzierung über 800 beziehungsweise 1.500 Meter bei den Deutschen Meister-
schaften erlaufen. Die Einbecker Morgenpost drückt beiden sympathischen Sportlern dafür die Daumen.

NORDWEST ZEITUNG vom 13. Mai 2006
Sporttalent hört auf den Rat der Mutter

Vielleicht hat Cassandra Leenen ihr großes sportliches Talent ja von Mutter Anke geerbt, die ebenfalls als junge Frau sport-
lich erfolgreich war. Zumindest hat die Mutter ihrer heute 16-jährigen Tochter den richtigen Rat bei der Suche nach einem
geeigneten Hobby gegeben: “Versuch’ es doch mal mit Leichtathletik”. Seitdem stellt die Gymnasiastin, die für die LGG
Ganderkesee antritt, nicht nur reihenweise persönliche Bestmarken auf. Auch auf Landesebene gelingen ihr große Würfe.
Und das ist durchaus wörtlich zu nehmen: “Speerwurf und Block ‘Wurf’ sind nämlich meine bevorzugten Disziplinen”, sagt
Cassandra, die bei der LGG von Dorle Rackebrandt trainiert wird. Zweimal hintereinander - 2004 und im vergangenen
Jahr - wurde die hoffnungsvolle Nachwuchskraft aus der Talentschmiede der LGG Landesmeisterin im Speerwurf, 2005
noch Vizemeisterin in der Mehrkampfsportart Block ‘Wurf’ (Kugelstoßen, Diskuswerfen, 100-m-Sprint, 80-m-Hürden
und Weitsprung).
Selbst international vermag die Dritte der diesjährigen NWZ-Wahl zur Sportlerin des Jahres leistungsmäßig mitzuhalten: Bei
den “World Junior Games” gehörte die Schülerin im vergangenen Jahr zu den 700 Leichtathleten, die im Hamburger Jahn-
Stadion an den Start gingen. Beim Speerwerfen der 15-jährigen Mädchen erzielte Cassandra Leenen mit 32,86 Metern die
zweitbeste Weite und sicherte sich damit die Silbermedaille. Auch der LGG-Nachwuchs profitiert von ihrem Talent.
Cassandra trainiert eine Gruppe C-Schülerinnen. “Sportlich” stellt sich die Zehntklässlerin auch ihre berufliche Zukunft vor:
“Ich möchte gerne Sportmedizinerin werden”, verrät die Zahnarzttochter, die zur Entspannung gern ein Partie Tennis mit
ihrer Mutter spielt.

CELLESCHE ZEITUNG vom 16. Mai 2006
Alter schützt nicht vor Schnelligkeit

Ihr Sieg beim traditionellen Sparkassenlauf in Bergen kam nicht überraschend. Seit Jahren ist Rosemarie Rissmann in der
Läuferszene keine Unbekannte. Zahlreiche Meisterschaften auf verschiedenen Ebenen hat die 60-jährige Sportlerin des
MTV Müden in der Vergangenheit gesammelt. Und Alter schützt vor Schnelligkeit nicht.
Beim Sparkassen-Lauf siegte Rosemarie Rissmann über zehn Kilometer in ihrer Altersklasse. Besonders bemerkenswert ist
die Tatsache, dass sie knapp hinter der 15 Jahre jüngeren Friederike Koch als zweite Frau durchs Ziel lief. “Ich finde die
Leistung von Rosi einfach phantastisch”, erklärte Friederike Koch. So wie sie urteilen viele über die 60-jährige Müdenerin.
Die wurde vor genau sechs Jahrzehnten in Lübeck geboren und schloss sich 1990 dem MTV Müden an. Seit wann Rosi -
so wird sie allgemein unter Sportkameraden genannt - Rissmann läuft, weiß sie selbst nicht mehr genau. “Eigentlich schon
immer”, meint sie. Die langen Distanzen haben es ihr angetan. Früher sei der Marathon ihre Strecke gewesen, sagt Rissmann
und meint damit einen Zeitraum bis vor fünf Jahren etwa. Da sei sie in Frankfurt, Hamburg, Hannover oder Bremen über die
42 Kilometer gestartet. Heute beschränke sie sich auf 10 000 Meter. “Natürlich laufe ich im Training mehr, so bis zu 15
Kilometern”, meint die gelernte Kindererzieherin. Meistertitel der verschiedenen Ebenen habe sie so viel gesammelt, dass ihr
das Aufzählen nicht leicht fällt. Andreas Ull kann da etwas aushelfen. “In den vergangenen fünf Jahren wurde Rosi nieder-
sächsische Landesmeisterin im Crosslauf, belegte mehrfach zweite und dritte Plätze in dieser Laufdisziplin, wurde ebenso
Bezirksmeisterin über kürzere Strecken und gewann den diesjährigen WASA-Lauf in Celle”, zählt der Spartenleiter und
Trainer beim MTV Müden einen Teil der Erfolgsbilanz auf.
Eigenartigerweise stand die zierliche Sportlerin trotz aller herausragenden Leistungen nie im grellen Scheinwerferlicht der
Medien. Sicher hat ihre fast schüchterne Bescheidenheit einen Anteil daran, dass sie so wenig Aufmerksamkeit erregte.
Allerdings ist sie in Läuferkreisen bekannt. Dort gilt es als ausgemacht, dass Rosi Rissmann wohl erst aufhört zu laufen,
wenn sie sich die Beine bricht. Das sieht sie selbst natürlich etwas anders. “Ich werde bis zu meinem 65. Geburtstag laufen”,
sagt sie, lässt sich jedoch ein Hintertürchen offen: “. . . aber wenn’s mir dann noch Spaß macht, vielleicht auch länger.”
Sollte sie eines Tages wirklich die Läuferschuhe an den sprichwörtlichen Nagel hängen, bleibt sie doch weiter aktiv, wenn-
gleich auf anderem Feld. Sie hat sich vor einiger Zeit der Senioren-Volkstanzgruppe im Müdener Gemeindehaus ange-
schlossen. “Tanz ist gut für die Konzentration” sagt Rosi Rissmann und lächelt versonnen. (Udo Genth)

DELMENHORSTER KURIER vom 26. Mai 2006
In einem Jahr auf 47 Meter
Daniel Uwarowski plant schon für die Deutsche Meisterschaft 2007

Von unserem Mitarbeiter Andreas D. Becker
Delmenhorst. Gestern war mal wieder einer dieser deutschen Sommertage, es war kalt und regnete. Doch Daniel Uwa-
rowski stört das nicht. Jedenfalls nicht offiziell. Er nutzte den schulfreien Tag, um im Stadion zu trainieren, allein, nur für sich.
In zwei Wochen sind die Landesmeisterschaften im Diskuswurf, und dann will der 16-jährige Delmenhorster auf den Punkt
fit sein. Es soll für einen Platz unter den ersten Acht reichen. Mehr nicht. Für mehr ist es vielleicht auch noch ein bisschen zu
früh. "Wir trainieren eigentlich schon für nächstes Jahr", sagt Daniel. Dann ist er das zweite Jahr in der B-Jugend. Dann will
er wieder Landesmeister werden. "Vielleicht auch Norddeutscher Meister, aber auf jeden Fall die Quali für die Deutsche
Meisterschaft schaffen", sagt er. 47 Meter muss er sein 1,5 Kilogramm schweres Sportgerät dafür werfen. Das ist ver-
dammt weit. Die Bezirksmeisterschaften vor zwei Wochen gewann er mit einer Weite von 40,86 Metern. Es fehlen also
noch gute sechsmetervierzehn.
Das klingt natürlich nach einer anderen Welt. Aber Daniel kann es schaffen, weil er ein exzellenter Techniker ist. Und wenn
er bis zum nächsten Jahr noch ein bisschen Kraft drauf packt, sollte er bei den Deutschen dabei sein. "Wenn er gesund
bleibt, schafft er es", sagt Daniels Trainer Torsten Husak. Vor vier Jahren kam Daniel erst zur Leichtathletik zurück, nach-
dem er ein paar Jahren Sportpause gemacht hatte. Am Anfang war er so ein typischer Allrounder: ein bisschen laufen, ein
bisschen hoch und ein bisschen weit springen. Und natürlich mal mit allem werfen, was da so rumlag: Diskus, Kugel,
Hammer oder Speer. Bis Daniel einmal Torsten und dessen damaligen Trainer Dr. Albrecht Günther mit dem Diskus be-
obachtete. Er probierte sich aus und war gleich gut. "Er lernt schnell", sagt sein Trainer. "Was am Anfang auch einfach war,
weil ich ja zwei Trainer hatte, die sich nur um mich gekümmert haben", gibt Daniel das Kompliment artig zurück. Aber
Daniel ist auch ehrgeizig, er will weiter und weiter. Und schon bald wird er bei 47 Metern sein.
Wer mehr über Daniel erfahren will, sollte man auf die Seite www.obsolete.de.ki der Band, für die Daniel trommelt, gehen.
Dort gibt es einen kleinen Einführungsaufsatz über "Daniil Uwarvskij". Sehr lesenswert.

ACHIMER KURIER / VERDENER NACHRICHTEN vom 29. Mai 2006
Der tanzende Leichtathlet
Ralf Ginnow: Für den Sportfunktionär ist die Woche zu kurz

Von unserem Mitarbeiter Jürgen Honebein
Verden. Jeder weiß, dass Sport jung und fit hält und außerdem gut für den Stressabbau ist. Zumindest glaubt das auch der
54-jährige Dörverdener Ralf Ginnow, der im Kreis Verden nicht nur als Sportfunktionär hohe Posten bekleidet, sondern
auch noch selbst als Leichtathlet aktiv ist und gerade bei den Landesmeisterschaften der Senioren mit der 4 x 100 m Staffel
M 50 der LG Kreis Verden Vizemeister wurde.
Ralf Ginnow steht inzwischen nun schon seit sieben Jahren an der Spitze der Leichtathletikabteilung des TSV Verden und ist
zudem seit zwei Jahren im Kreissportbund Verden zweiter Mann hinter Fritz-Bruno Scholz. "Beide Aufgaben kosten zwar
sehr viel Freizeit, machen mir aber auch sehr viel Spaß", versichert der Vertriebsleiter einer hiesigen Firma glaubhaft. Fit hält
sich Ginnow, der ursprünglich als Turner begann, seit 22 Jahren mit Leichtathletik. In früheren Jahren war der 54-Jährige
ein ausgezeichneter 800 m Läufer mit einer Bestzeit von knapp unter zwei Minuten. "Meine Bestzeit lag noch unter dem da-
maligen Frauenweltrekord", erinnert er gern sich zurück. Von den 800 Metern hat er sich aber längst verabschiedet, da ihm
für das erforderliche intensive Training die Zeit fehlt. Seit einigen Jahren hat er sich daher auf die Kurzstrecken, den Weit-
sprung sowie etwas Kugelstoßen spezialisiert. Am liebsten läuft er aber mit seinen Sportkameraden die 4 x 100 Meter
Staffel. Durch die gestrige Vizemeisterschaft ist seine Staffel für die Norddeutsche Meisterschaft in Jüterbog und wohl auch
für die Deutsche Meisterschaft in Aachen qualifiziert. "Wenn es irgendwie geht, wollen wir bei beiden Veranstaltungen auch
starten", sagt Ginnow.
Da bei all seinen Aktivitäten seine Familie doch viel zu kurz kommt, hat Ralf Ginnow noch ein weiteres Hobby, das er aber
zusammen mit seiner Frau ausübt: Er nimmt regelmäßig an den Übungsstunden eines Tanzkreises teil. "Wir wollten zuerst nur
einen Tanzkursus machen, aber inzwischen sind daraus etliche geworden und es macht mir immer noch sehr viel Spaß",
gesteht er. So wundert es nicht, dass für den 54-jährigen Dörverdener ein normaler Tag einfach zu wenig Stunden hat.
Doch wie heißt es so schön: "Wer rastet, der rostet". Diese Gefahr besteht bei Ralf Ginnow gewiss nicht. 

ACHIMER KURIER / VERDENER NACHRICHTEN vom 7. Juni 2006      
Gemeinsamkeiten von Sport bis Feuerwehr
Die Niederkrome-Zwillinge: Nicht nur im Laufen stark

Von unserem Mitarbeiter Lars Köppler
Achim. Sie sind erst seit vier Jahren am Start und haben schon ein gutes Dutzend Titel gesammelt und Rekorde aufgestellt.
Die Zwillinge Sven und Jens Niederkrome aus Achim bedienen sich einer einfachen Binsenwahrheit: Gemeinsam sind wir
stark! Bevor die 18 Jahre alten Brüder ihre Passion für die Leichtathletik entdeckten, versuchten sich beide an der Tisch-
tennis-Platte beim TSV Embsen. Sven, Mittelstreckler und Crossläufer, beherrschte das Zelluloid-Bällchen so gut, dass er
Vereinsmeister wurde. Das Talent zum Laufen dürfte das Bruderpaar von Vater Karl-Heinz geerbt haben, der als Landes-
meister im Waldlauf einst für Furore sorgte. Damit die familiäre Nachwuchsförderung keinen Stillstand erleidet, gibt es auch
schon einen dritten Läufer im Hause Niederkrome. "Unser 15-jähriger Neffe Jacques läuft auch schon", freut sich Sven auf
Konkurrenz aus den eigenen Reihen.
Sven und Jens Niederkrome sind mit zwei älteren Schwestern aufgewachsen und können sich ein Leben ohne die Leicht-
athletik nur schwer vorstellen. Der Reiz der Geschwindigkeit sei es, der für Jens das Schöne an diesem Sport verkörpert.
Und das Zusammengehörigkeitsgefühl. Leichtathletik sei ein fairer Wettkampf, meint Jens und Sven ergänzt: "Man kann sich
im Einzelsport beweisen und spürt trotzdem den Teamgedanken." Der um eine Minute ältere Zwillingsbruder schaut besorgt
nach draußen und beobachtet, wie der Regen immer heftiger ans Fenster peitscht. "Wir müssen noch zum Training", unkt er.
Dass Leistungssportler viel Training brauchen und nach Plänen arbeiten müssen, haben die Gebrüder Niederkrome längst
verinnerlicht. Die Titeljäger vom TV Oyten wissen, dass sie ihren Trainern viel zu verdanken haben. Kurzstrecken-Ass Jens
läuft unter den Fittichen von Bernd und Birgit Kunze, die sein Sprinttraining koordinieren. Aufgrund seiner Spezialisierung
auf längere Distanzen gelten für Sven andere Maßstäbe im Trainingsalltag unter Coach Uwe Cordes. Die Brüder verdienen sich Fleißnoten bei der Bewältigung ihres Pensums, private Interessen stehen oft hinten an.
Sie bringen fünf Trainingseinheiten pro Woche hinter sich, die sich allerdings in Nuancen voneinander unterscheiden."Ich
gehe zweimal auf die Tartanbahn und mache Tempoläufe. Außerdem absolviere ich Dauerläufe in Eigenregie oder mit
anderen Läufern", erklärt Sven, der dienstags in Verden und donnerstags in Oyten trainiert. "Bei mir sind es überwiegend
Bahneinheiten, aber auch Dauerläufe gehören zum Programm - im Winter sogar fast ausschließlich", offenbart Jens seine
Trainingsgeheimnisse. Die dem elterlichen Wohnhaus nahe gelegene Achimer Marsch lädt zum Ausdauerdrill geradezu ein.
Die Ergebnisse der intensiven Vorbereitung lesen sich wie ein Gedicht. Schon im ersten Jahr, damals noch im Dress des
TSV Achim, knackten die Brüder im Achtkampf Seite an Seite mit der Mannschaft den Kreisrekord. Nur ein Jahr später
gelang ihnen dieses Kunststück auch im Zehnkampf. In der 4 x 400-Meter-Staffel trugen Jens und Sven Niederkrome mit
ihren Bestzeiten ebenfalls zum neuen Kreis- und Bezirksrekord bei. Der 2004 errungene Titel des Kreismeisters im Mann-
schafts-Crosslauf konnte in der folgenden Saison sogar noch getoppt werden, setzten sich die sprintenden und unermüd-
lichen Geschwister auch noch die Krone als Bezirks- und Landesmeister auf. Den Höhepunkt bildeten allerdings die Einzel-
Bezirksmeisterschaften über 400 Meter in diesem Jahr. Hier entwischte Jens seinem Bruder Sven auf der Zielgeraden und
feierte anschließend mit ihm das Familien-Double.
Wie die meisten Zwillingspaare ticken auch Sven und Jens Niederkrome meist auf der gleichen Wellenlänge. Im Sport indes
weisen sie Gegensätzlichkeiten auf. "Ich lebe mehr von der Kraft und meiner Grundschnelligkeit", sagt Jens, der Sprint-
starke. "Bei mir sind die Ausdauerwerte besser. Über 3000 bis 10 000 Meter-Strecken habe ich die Nase vorn", entgegnet
Jens, der Ausdauernde. Ansonsten aber bedienen auch die Niederkrome-Brüder die üblichen Klischees dieser mensch-
lichen Spezies. "Wir sind zusammen bei der Freiwilligen Feuerwehr in Achim und besuchen den mittlerweile achten gemein-
samen Tanzkurs", zählen sie einhellig ihre gemeinsamen Berührungspunkte auf. Womit die beiden in der beruflichen Lauf-
bahn ihr Geld verdienen wollen, erscheint ihnen derzeit noch nebulös. "Vielleicht werde ich studieren, wenn ich das Gym-
nasium in Achim verlassen habe. Einen genauen Plan habe ich noch nicht. Früher wollte ich Fachinformatiker werden", tappt
Sven ähnlich wie sein Bruder im Dunkeln. "Ich gehe zurzeit aufs Fachgymnasium Wirtschaft in Verden und habe die Leist-
ungsfächer Politik und Deutsch. Vielleicht nutze ich die für mein späteres Berufsleben."
Ein weiterer Bericht über Sven und Jens Niederkrome (Juni 2004) 

DELMENHORSTER KREISBLATT vom 8. Juni 2006
Kevin muss auch beim Sport nach der Pfeife seines Vaters tanzen
Andreas Lersch trainiert seinen Sohn im Fußball und in der Leichtahtletik

Von Sascha Eggebrecht
Delmenhorst. Egal, ob auf dem Fußballplatz oder im Leichtathletikstadion: Kevin und Andreas Lersch machen stets ge-
meinsame Sache. Es vergeht in der Woche kaum ein Tag, wo man die beiden nicht beim Sporttreiben sieht. Entweder auf
der Tartanbahn im Stadion oder aber auf dem Fußballplatz beim TuS Hasbergen. Immer laufen die beiden im Doppelpack
auf. Ab und zu ist auch noch sein elfjähriger Bruder Dominik im Schlepptau, der zurzeit aber noch etwas im Schatten seines
älteren Bruders steht. Diese Zusammenarbeit fördert sicherlich das Verhältnis zwischen Vater und den Söhnen, doch es hat
auch seine Tücken und Nachteile, wie auch Kevin Lersch zu berichten hat. Da kann es während der Trainingseinheiten doch
schon mal hochhergehen. “Klar kommt es vor, dass wir Meinungsverschiedenheiten haben. Da kommt es dann auch mal zu
einem Streit. Vor allem dann, wenn ich eine Übung machen soll, zu der ich überhaupt keine Lust habe”, erzählt der 15-Jäh-
rige. Doch meist wird die Angelegenheit noch während des Trainings bereinigt.
Im Moment bereitet sich der Willmsgymnasiast zusammen mit seinem Vater auf die Landesmeisterschaften in Delmenhorst
am Wochenende vor. Große Chancen auf einen Titel in seinem beiden Disziplinen Dreisprung und 100-Meter-Sprint rech-
net sich Kevin Lersch allerdings nicht aus. Aus unterschiedlichen Gründen: Zum einen muss der Athlet sich mit Sportlern
messen, die ein bis zwei Jahre älter sind als er, und zum anderen hat er auch noch mit einem Trainingsrückstand zu kämpfen.
Denn sein Vater bemängelt vor allem die Trainingsmöglichkeiten im Winter in Delmenhorst. “Über die Wintermonate können
wir kein vernünftiges Training machen. Dafür fehlen uns Hallenzeiten, eine Sprunggrube und andere Sachen”, regt sich
Andreas Lersch auf. Deshalb sieht er seinen Sohn und alle Eintracht-Athleten auch im Nachteil. “Wenn wir im April aus der
Halle kommen und die Freiluftsaison geht los, dann sind uns andere Vereine, die bessere Trainingsmöglichkeiten haben, in
den technischen Disziplinen immer einen Schritt voraus.” Meist könne der Rückstand erst bis zum Saisonschluss im Sep-
tember wieder wettgemacht werden.
Deshalb fehlt beim Dreisprung auch noch der Feinschliff. Der soll aber heute Abend beim Training verpasst werden. “Wir
wollen den Anlauf noch ein bißchen verlängern. Vielleicht komme ich dann noch ein paar Zentimeter weiter”, hofft Kevin
Lersch. Im Moment liegt seine Bestweite im Dreisprung bei 11,70 Meter. Eine beachtliche Weite, die in der Halle immerhin
schon zum Landesmeistertitel gereicht hatte. “Wenn ich am Wochenende das Finale erreichen sollte, dann wäre ich schon
hoch zufrieden”, backt Kevin Lersch bei dieser Meisterschaft kleiner Brötchen. Eine ähnliche Zielsetzung verfolgt der Athlet
auch in seiner Paradedisziplin, dem 100-Meter-Sprint. “Da ich ja mit den Älteren zusammen laufen werde, würde ich mich
schon über das Erreichen des Zwischenlaufes mit einer guten Zeit sehr freuen.”
Größere Brötchen will der ehrgeizige Sportler aber wieder bei der Deutschen Meisterschaft im Block ‘Wurf’ in Hannover
im August backen. “Auf diese Meisterschaft trainiere ich hin. Bis dahin werde ich hart trainieren.” Neben dem Training mit
seinem Vater hat Kevin Lersch auch noch einmal in der Woche Wurftraining bei Trainer Thorsten Husak. “Ich finde es
wichtig, dass Kevin auch mal das Training eines anderen Trainers kennenlernt. Das bringt ihn nur weiter. Und außerdem
werde ich dadurch etwas entlastet”, sieht Andreas Lersch nur Vorteile in der Trainingsteilung. Denn zweimal in der Woche
werden nicht die Laufschuhe in die Sporttasche gesteckt, sondern die Fußballstiefel. Dann endet für beide die Fahrt auch
nicht im Stadion, sondern beim TuS Hasbergen.
Auch dort ist Andreas Lersch als Trainer tätig und arbeitet mit seinem Sohn zusammen. Kevin Lersch spielt in der C-
Jugendmannschaft des TuS Hasbergen im Sturm und sagt selbst, dass sich die Leichtathletik positiv auf sein Spiel auswirkt.
“Durch das Leichtathletiktraining bin ich beweglicher als die meisten Spieler und auch spritziger”, erklärt der 15-Jährige. Da
ist es auch kein Wunder, dass TuS-Trainer Andreas Lersch mit langen Bällen in die Spitze spielen lässt. Denn das Laufduell
zwischen Kevin Lersch und seine Gegenspieler geht meist zugunsten des Hasbergers aus. Da bleibt nur zu hoffen, dass er
auch am Wochenende im Stadion die Laufduelle für sich entscheidet. Dann aber gegen richtige Leichtathleten.

Leeraner ABENDKURIER vom 17. Juni 2006
Katrin Arling auf dem Weg in die Landesauswahl
14jährige seit fünf Jahren mit Talent, Fleiß und Ausdauer in der Erfolgsspur

Von Heinz J. Giermanns
Völlenerkönigsfehn. Sicher, ab und an müsse sie ihren “inneren Schweinehund” überwinden und manchmal störe es sie
schon, dass sie wenig Zeit für Freundinnen hat. Aber der sportliche Erfolg und die Unterstützung durch den Vater und die
ganze Familie helfen ihr, Leistungssport zu betreiben, ohne dass Schule und Freizeit zu kurz kommen, sagt sie und verab-
schiedet sich wenig später, nein, nicht zum Training, sondern zum Singen im Chor der Kirche.
Seit ihrem neunten Lebensjahr läuft die 14jährige Katrin Arling Rennen über 800 Meter, 2.000 Meter, bestreitet sie Cross-
und Volksläufe und hat dabei oft die Nase vorn. Angefangen hat alles vor fünf Jahren mit einem City-Lauf in Leer. Dort sah
sie junge Läuferinnen, die, wie sich bald herausstellte, für Concordia Ihrhove an den Start gingen und dort trainiert wurden.
Sie ging hin, meldete sich an, trainierte, ging an den Start, lief . . . und gewann, 38 mal in 49 Wettkämpfen, die sie bis Ende
2004 für Ihrhove bestritt. Drei Minuten und 36 Sekunden hatte sie als Neunjährige für ihren ersten 800-Meter-Lauf be-
nötigt, eine Zeit, die sich bis zum Sommer 2004 um fast eine Minute auf 2:37 Minuten verbesserte. Stolz ist sie auf ihren
Ostfriesland-Rekord, den sie als Elfjährige mit 7:25,6 über 2.000 Meter lief. Bis heute hat dieser Rekord Bestand. In ihrem
ersten Rennen hatte sie noch 8:45 für diese Strecke benötigt.
Seit 2005 läuft sie für die LG Emstal Dörpen und wird in Dörpen trainiert, “eine Läuferhochburg”, sagt der Vater Heinz-
Bernhard Arling, und die Tochter ergänzt: “Da wird man individuell trainiert und gefördert.” Zweimal wöchentlich bringt sie
der Vater dorthin, weitere dreimal trainiert sie individuell daheim, “nach einem für sie ausgearbeiteten Trainingsprogramm”,
erläutert der Vater. Sind Wettkämpfe angesagt, wird ein Tag weniger trainiert, schließlich darf der junge Organismus, der
sich noch in der Entwicklung befindet, nicht überfordert werden. Mit diesem Pensum kommt Katrin gut klar. Allerdings hatte
sie als “ostfriesische Neu-Emsländerin” in ihrem ersten Jahr in Dörpen ein Tal zu durchschreiten, ihre Leistung stagnierte.
Rückblickend hat ihr diese Erfahrung gut getan, weil auf Dauer nur erfolgreich ist, wer auch verlieren und “Tiefs” weg-
stecken kann. Inzwischen hat sie ihre Bestzeit über 800 Meter um weitere 12 Sekunden auf 2:25 verbessert, steht damit auf
Platz vier der Landesliste Niedersachsen. Ihre Bestzeit über 2.000 Meter hat sie inzwischen auf 7:01 gesteigert. Ihre bis-
herige Trainingsleistung im laufenden Jahr lässt erwarten, dass sich Katrin auf dieser Strecke auf 6:50 steigern wird.
 Seit sie wieder in der Erfolgsspur ist, sammelt sie Erfolge und gute Platzierungen. Im Januar dieses Jahres wurde sie
Landesmeisterin in der Halle über 2.000 Meter, im März erkämpfte sie sich die Norddeutsche Meisterschaft (acht Bundes-
länder) im Crosslauf über 2.905 Meter gleich doppelt, im Einzel und als Mannschaft; beides als 13jährige in der Klasse
W15, in der auch 15jährige laufen. Im April erlief Katrin in derselben Klasse den Titel der Vizemeisterin über 3.000 Meter.
Jetzt bereitet sie sich auf die Landesmeisterschaften vor, die im Juli stattfinden. Gleich nach den Landestitelkämpfen beginnt
sie mit der Vorbereitung auf die Norddeutsche Meisterschaft über 2.000 Meter, die am 20. August in Rostock ausgetragen
wird. Ihr Ziel: über 2.000 will sie sich für die Landesauswahl qualifizieren, die am 2. September in Lübeck den Länderver-
gleichskampf bestreitet, Und die Schule? Kein Problem, sagt sie. Sie packt das!

BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG (Wolfenbüttel) vom 20. Juni 2006
Drechsler zieht in Sportinternat ein
Leichtathletik: Für die Wurfspezialistin des MTV Jahn Schladen erfüllt sich ein Wunsch

Von Hartmut Mahnkopf
Für Svenja Drechsler vom MTV Jahn Schladen erfüllte sich ein lange gehegter Wunsch. Ihre Bewerbung um einen Platz im
Sportinternat in Hannover war erfolgreich. Ende August, mit Beginn des neuen Schuljahres, zieht die Leichtathletin dort ein.
Dann kann sie Schule und Sport ideal miteinander verbinden.
Nach ihrem Realschulabschluss an der Wolfenbütteler Lessing-Realschule möchte Drechsler an der Kooperativen Gesamt-
schule Hemmingen das Abitur machen. Die Schule ist Partner des Internats, das in unmittelbarer Nähe des Olympiastütz-
punktes Hannover liegt. Dort kann die mehrfache Landesmeisterin täglich im Leistungszentrum trainieren. Ebenso standen
die Eltern Frank und Anke Drechsler hinter ihrer Tochter, weil sie ihr damit einen Traum erfüllen. "Natürlich werden mir
meine Eltern, die Familie und meine Freunde fehlen. Aber es ist die einzige Chance, sportlich weiterzukommen", erzählte die
Werferin. Die 17-Jährige sieht die Vorteile in der täglichen Hallennutzung, daran haperte es in Schladen. Sie kann in einem
Kraftraum mit optimalen Geräten trainieren und wird vom Landeswurftrainer betreut. Auch die medizinische Betreuung ist
vorbildlich. Bei Schulfreistellungen können die Stunden nachgeholt werden.
Drechslers Ziel ist die Verbesserung ihrer Leistungsfähigkeit durch das gesteigerte Training. Sie möchte in den Bundeskader
aufgenommen werden und an internationalen Jugendwettkämpfen teilnehmen. Der Dank der Landeskaderathletin gilt ihrem
Heimtrainer Cord Husmann. "Ohne ihn würde ich nicht da stehen, wo ich jetzt stehe." Husmann musste bei der Internats-
bewerbung die Perspektiven seines Schützlings erläutern. Er sieht die Vorteile für die Athletin im Gruppentraining, weil sie
bisher in Schladen alleine trainierte. "Bei einer Spezialisierung hin zum Speerwurf hat Svenja große Steigerungsmöglich-
keiten", sagt Husmann. "Bei der Erhöhung der Intensität in den einzelnen Trainingseinheiten sehe ich die Möglichkeiten einer
mittel- bis langfristigen Leistungssteigerung hin zum Niveau Podiumsplatz bei Deutschen Meisterschaften", erklärt der Trainer
weiter. Er steht Svenja Drechsler auch weiterhin zur Seite, die auch im nächsten Jahr für den MTV Jahn Schladen starten
möchte. Vorerst stehen am Wochenende die Norddeutschen Meisterschaften in Celle an. Dort tritt die B-Jugendliche beim
Kugelstoß, Diskus- und Speerwurf an. In der weiblichen B-Jugend ist sie mit der besten Speerwurfweite gemeldet.

NORDWEST ZEITUNG vom 22. Juni 2006
Erfolge motivieren zu hartem Training
Ruth Spelmeyer Doppelmeisterin im Sprint -- Anfang Juli Deutsche Meisterschaft

Von Nadine Michel
Oldenburg. “In der vierten Klasse bin ich meiner Sportlehrerin aufgefallen, und die hat mir empfohlen, mit Leichtathletik im
Verein anzufangen”, sagt Ruth Spelmeyer. Die Sportlehrerin scheint ein gutes Händchen gehabt zu haben, denn fünf Jahre
später träumt ihre ehemalige Schülerin davon, irgendwann ganz weit vorne zu landen: “Das wäre schon schön. Ich möchte
weiter als bis zur Deutschen Meisterschaft kommen”, sagt die 15-Jährige. Dafür muss sie jedoch hart trainieren. Ruth Spel-
meyer steht viermal in der Woche zwei Stunden lang auf dem Trainingsplatz des VfL Oldenburg. Zusammen mit 14 anderen
Leichtathleten wird die Sprinterin vom Duo Jürgen Wegner und Bernhard Sager gecoacht. “Wir trainieren ganz schön hart.
Immer motiviert ist Ruth dann nicht, aber ich rufe ihr immer wieder ihre Erfolge in Erinnerung und kann sie damit überzeugen,
weiterzuarbeiten”, sagt Jürgen Wegner.
Und die Liste der Erfolge liest sich gut: Im vergangenen Jahr holte Ruth den Titel über 300 Meter bei der Norddeutschen
Meisterschaft in Lübeck. Und auch in diesem Jahr “hat sie einen unheimlichen Lauf”, sagt Jürgen Wegner stolz. Unter ander-
em gewann sie bei einem großen nationalen Sportfest in Zeven an den Pfingsttagen die Läufe über 100 und 200 Meter mit
einer persönlichen Bestzeit. Diese konnte Ruth bei der Niedersachsenmeisterschaft in Delmenhorst mit 24,70 Sekunden
noch einmal um fünf Hundertstelsekunden unterbieten. Das Resultat: Doppelmeisterin über die 100- und 200-Meter-
Strecke. Nun steht am Wochenende wieder die Norddeutsche Meisterschaft in Celle an. Den Titel vom vergangenen Jahr
zu verteidigen, wird schwer, denn die Oldenburgerin muss nun in der B-Jugend starten, wo sie zu den Jüngsten dieser
Klasse zählen wird. “Da ist die Konkurrenz ganz, ganz groß. Aber sie hat Chancen, vorne mitzulaufen”, zeigt sich ihr Trainer
zuversichtlich. Während Ruth bei den Wettkämpfen meistens nur in der Sprintdisziplin antritt, gestaltet sich das Training
vielseitig. Zusammen mit ihren Mannschaftskameraden übt sie sich im Weitsprung oder in den Wurfdisziplinen.
 Wo liegen ihre Stärken und Schwächen? - “Ich muss noch an der Technik arbeiten, zum Beispiel daran, dass ich beim
Laufen die Arme an den Körper lege. Meine Stärke ist, dass ich nach hinten raus, gerade über die 300-Meter-Distanz,
wenn ich aus der Kurve komme, noch einmal richtig Energie habe”, weiß Ruth. Auf ihre Stärken hofft sie vor allem Anfang
Juli in Wattenscheid. Dann steht die Deutsche Meisterschaft auf dem Programm: “Da möchte sie aufs Treppchen”, verrät
Jürgen Wegner. Das harte Training steckt Ruth seiner Meinung nach gut weg. Obwohl sie selber zugibt, dass sie an dem
einen oder anderen Tag vielleicht doch lieber mal zu Hause bleiben würde. Aber: “Es macht dann ja doch Spaß.” Das muss
wohl auch an den beiden Betreuern liegen: “Ich fühle mich hier total wohl. Meine Trainer sind die besten, die ich mir
wünschen kann”, sagt Ruth.  

DEISTER-LEINE-ZEITUNG vom 7. Juli 2006
Sprinten und Springen in Richtung Olympia?
Helge Schwarzer - 20-jähriges Hürden-Ass aus Degersen im Porträt / Heute Start in Cuxhaven

Von Erk Bratke
Hannover. Mittwochnachmittag, 16.30 Uhr, glühende Hitze. Das Thermometer zeigt immer noch 34 Grad im Schatten.
Gleichwohl ist ein schattiges Plätzchen weit und breit auf der Trainingsanlage im Sportleistungszentrum Hannover nicht zu
finden. "Ist das etwa heiß heute?" fragt Joachim Witt eher ironisch. Eine Antwort bekommt der ehemalige Landestrainer
(sein Vertrag lief Anfang des Jahres aus) von seinem Schützling nicht. Helge Schwarzer weiß, was sein Coach von ihm er-
wartet: Warmlaufen. Klingt nach einem Scherz bei dieser Hitze, doch auch die Muskulatur will es so. Also - zwei lockere
Runden um den Sportplatz. Danach ist Dehnen angesagt, für einen Hürdenläufer wie Schwarzer von enormer Wichtigkeit.
"Immerhin gehen wir beim Sprint über die Hürde fast in den Spagat", verdeutlicht der 20-jährige Leichtathlet.
 Rückblende: Eine Stunde vor dem Training trifft Helge Schwarzer im Olympiastützpunkt Hannover ein. Ein Interview-
termin ist abgesprochen. Ortstermin in seinem "zweiten Wohnzimmer", denn im Leistungszentrum fühlt sich das Hürden-Ass
seit seinem 14. Lebensjahr wie zu Hause. Das eigentliche Zuhause befindet sich in Degersen. Dort wohnt Helge gemeinsam
mit seiner Familie - Vater Klaus, Mutter Bärbel und der jüngeren Schwester Marlit (17). Seine ältere Schwester Judith (23)
studiert derzeit in Berlin. Auch Helge will ab Oktober ein Studium (Wirtschaftswissenschaften) beginnen. Derzeit absolviert
er seinen Zivildienst am Agnes-Karll-Krankenhaus in Laatzen. Dort wurde eine Extra-Stelle geschaffen, deren Aufwand
sich ähnlich zu einer Sportförderkompanie bei der Bundeswehr verhält. Vor der Wahl des Studienortes stehen allerdings
noch einige wichtige Entscheidungen sportlicher Natur an.
Schwarzer fühlt sich topfit. Genau zum richtigen Zeitpunkt. Erst kürzlich durfte er erstmals das Nationaltrikot überstreifen.
Beim U23-Länderkampf zwischen Deutschland und Polen sprang ein 2. Platz heraus. "Aber keine besonders gute Zeit, weil
wir viel Gegenwind hatten", erklärt Helge. Keine Frage, der Leichtathlet aus Degersen gehört zur bundesdeutschen Spitze
der Hürdenläufer. Seine Bestzeit von 13,87 Sekunden bedeuten derzeit Platz 6 in der DLV-Rangliste der Männer. In der
europäischen U23-Bestenliste wird er auf Rang 9 geführt. "Ich kann noch mehr", betont Schwarzer voller Optimismus und
Selbstbewusstsein. Immerhin sei er schon 13,69 über die 110 Meter gelaufen. Leider war die Zeit wegen zu starken
Rückenwindes ungültig.
Heute reist Helge Schwarzer nach Cuxhaven und startet bei dem bekannten Meeting "Weltklasse hinterm Deich". Auch
wenn er etliche internationale Top-Athleten als Gegner erwartet, rechnet sich der Degerser Endlaufchancen aus. Nach Cux-
haven folgt der Saisonhöhepunkt: die Deutschen Meisterschaften in Ulm. "Mindestens Platz 4, wenn nicht sogar eine
Medaille" lautet das Ziel. "Obwohl, eigentlich ist in jedem Lauf die Zeit wichtiger als die Platzierung", betont Schwarzer.
Klar, es geht um die persönliche Steigerung. "Zum Saisonausklang folgen dann noch einige Starts, um ein wenig Geld zu
verdienen", schmunzelt Schwarzer. Aber das stehe keinesfalls im Vordergrund. Wichtig sei in erster Linie, guten Sport zu
liefern. Wie sehr der 20-Jährige sein Hobby, das er absolut professionell angeht und durchaus zum Beruf werden könnte,
liebt, hört man aus seinen Erzählungen heraus. "Der Hürdensprint ist wahnsinnig attraktiv. Er verbindet diese Power und
Kraft eines 100 Meterlaufs mit der reiner Ästhetik und Technik", schwärmt Helge - so nütze die Schnelligkeit rein gar nichts,
wenn der Läufer wegen mangelnder Technik dauernd gegen die Hürden schlägt. Helge Schwarzer ist geradezu ein Technik-
Fanatiker. "Der Lauf muss absolut sauber sein, wenn eine Bestzeit gelingen soll." Dass der Laie den Lauf mit den Sprüngen
leicht unterschätzt, wird live vor einer Hürde deutlich - bei den Männern ist das Hindernis immerhin 1,06 Meter hoch. Klar,
dass dabei auch die Größe der Läufer eine Rolle spielt. Schwarzer ist 1,85 Meter groß. "Größere Läufer haben's da ein-
facher, aber wiederum Nachteile bei der Schrittfolge zwischen den Hürden", erklärt er. Schnelligkeit und Technik - damit
alles passt, muss hart trainiert werden. In der Vorbereitungszeit auf die Freiluftsaison hielt sich Schwarzer jeden Tag im
Leistungszentrum auf, trainierte jeweils 2,5 bis 3 Stunden. Laufen, Krafttraining, Gymnastik. "In der Wettkampfphase
schrauben wir das Training auf jeden zweiten Tag runter", erzählt der Leichtathlet.
Begonnen hat die Karriere in Wennigsen. Helge Schwarzer, damals Schüler der örtlichen KGS, wurde von Mutter Bärbel
für die LG Wennigsen/Egestorf begeistert. Zunächst spielte der Knirps noch Tennis und Fußball. Im Alter von 13 Jahren
konzentrierte er sich ganz auf die Leichtathletik. Unter Ernest Radulian, dem Erfolgstrainer der LG, machte Helge große
Fortschritte, startete auch im Mehrkampf. "Das hat vor allem meiner Bewegungsschulung gut getan", meint er heute. Mit 14
Jahren trainierte er bereits zweimal wöchentlich im Leistungszentrum Hannover. In der Talentgruppe wurde sein Faible für
den Hürdensprint weiter entwickelt. Mit 16 Jahren wurde er von Landestrainer Joachim Witt unter die Fittiche genommen.
Mit 19 Jahren folgte schließlich der Wechsel von der LG zu Hannover 96. Stichwort Titelsammlungen: Natürlich könne er
sich nicht mehr an die vielen Titel auf Kreis- und Bezirksebene erinnern. Aufgehoben hat er Urkunden und Medaillen jedoch
alle. Helge kann seine überregionalen Erfolge nur schätzen: 14-mal Landesmeister, viermal Norddeutscher Meister, ein 3.
und ein 2. Platz bei den Deutschen Jugendmeisterschaften sowie ein 4. Rang bei den "Deutschen" der Männer in der Halle.
Da war er jüngster Finalteilnehmer im Endlauf über 60-m Hürden. Die dabei erreichte Zeit von 7,72 Sekunden brachte ihn
auf Rang 19 der europäischen Männerliste.
Jeder Sportler braucht auch seine Ruhe-Oasen. Diese findet Helge daheim beim Malen. "Ich mache Graffiti, male mit Sprüh-
dosen auf Leinwände. Dabei finde ich die nötige Ruhe, bekomme den Kopf frei und kann mich kreativ betätigen." Übrigens:
Wer Interesse an solcher Art von grafischer Kunst hat, kann sich gern mit ihm in Verbindung setzen (seine E-Mail-Adresse:
helgeschwarzer@gmx.de). Im heimischen Umfeld fühlt sich der Athlet pudelwohl. Dabei erfährt er auch von Freundin Nora
(20) jegliche Unterstützung. Gern würde er auch in Hannover bleiben und in der Landeshauptstadt studieren. "Das Umfeld
mit Trainer, Trainingsgruppe und Familie tut mir gut. Allerdings muss die sportliche Perspektive stimmen", bekräftigt der
20-Jährige. Apropos: "Was die Zukunft anbetrifft, bin ich extrem positiv denkend. Im nächsten Jahr will ich bei der U 23-
Europameisterschaft in Ungarn um eine Medaille laufen und 2008 möchte ich Olympia-Teilnehmer sein. Ein Olympionik mit
Medaille aus Degersen? "Ausschließen will ich nichts", schmunzelt Helge Schwarzer. Doch zunächst ruft die Trainingsstätte -
ab in die Startblöcke.

NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG vom 15. Juli 2006
Den High-School-Rekord geknackt

Osterbrock/Kansas
(jstr). Ein wahrer Medaillenregen prasselte in den letzten Monaten auf Lena Poll hernieder: Während
ihres zehnmonatigen Aufenthaltes in den USA sammelte die Schülerin aus Osterbrock fast 30-mal Edelmetall für sportlich
herausragende Leistungen. Und auch "das Größte, was einem als Sportler an der High School passieren kann", ist ihr ge-
glückt: die Teilnahme an den State-Meisterschaften, bei denen die besten Schulsportler aus ganz Kansas mit von der Partie
waren. Um an den State-Meisterschaften teilnehmen zu können, musste sich die 17-Jährige zunächst bei den regionalen
Ausscheidungswettkämpfen qualifizieren. Um das Ticket nach Wichita, der größten Stadt im US-Bundesstaat Kansas, lösen
zu können, war ein Platz unter den besten vier Pflicht. Der Emsländerin gelang das in gleich vier Disziplinen: Siegerin wurde
sie beim 200-Meter-Lauf, Zweite beim Weitsprung, Dritte beim Kugelstoßen und Vierte beim 100-Meter-Lauf. Bevor sie,
begleitet von zwei Trainern, zu den großen Meisterschaften fuhr, veranstaltete der Sportausschuss der Schule ihr zu Ehren
ein Dinner.
Dass die gesamte Mc Louth High School stolz auf ihre deutsche Sportlerin war, konnte jeder an einem großen Plakat am
Straßenrand sehen, auf dem Lenas Teilnahme an den State-Meisterschaften angekündigt wurde. Dass sie es in Wichita nicht
in die Medaillenränge schaffte, "hat mich schon ein wenig geärgert. Denn bis einschließlich Platz sieben wurden die Me-
daillen vergeben. Und im 200-Meter-Lauf sowie im Weitsprung bin ich Achte geworden." Im 100-Meter-Lauf belegte die
Osterbrockerin den elften Platz und im Kugelstoßen Rang 13.
Weil es aber an der Mc Louth High School im wöchentlichen Rhythmus schulinterne Wettkämpfe gab, kann sich Lena nicht
über einen Mangel an Edelmetall beschweren: 27 Medaillen heimste sie ein. "Im 200-Meter-Lauf ist es mir sogar gelungen,
den Schulrekord von 1975 zu brechen, der bei 26,8 Sekunden lag. Ich hab's in 26,57 Sekunden geschafft", berichtet sie
stolz. Den Rekord im 100-Meter-Lauf "habe ich mit 12,72 Sekunden um zwei Hundertstel verfehlt."
Neben Leichtathletik hat Lena an der High School jeweils - übrigens immer freiwillig und außerhalb des regulären Sport-
unterrichts - ein Trimester lang Basketball und Volleyball gespielt. Auch wenn sie daran viel Spaß hatte, "habe ich beispiels-
weise beim Leichtathletik-Training manchmal den Kopf geschüttelt. Da mussten wir einmal an einem Tag 24 100-Meter-
Sprints hinlegen." Dennoch fand die Emsländerin genug Zeit zum Lernen: "Einmal bin ich zur Schülerin des Monats gewählt
worden."    

OSTFRIESEN ZEITUNG vom 20. Juli 2006
Keine Lust: Daniela Pohl verzichtet auf WM
Leichtathletik: Größtes deutsches Hammerwurf-Talent erklärt überraschend seinen Rücktritt

Holtland.
Wenige Tage vor den Deutschen Jugendmeisterschaften hat Daniela Pohl (SV Holtland) ihre Trainer, Mann-
schaftskameraden und die Funktionäre überrascht. Das zur Zeit größte deutsche Talent im Hammerwurf erklärte seinen
Rücktritt vom Leistungssport. “Daniela hat Probleme mit dem Rücken”, erklärte ihr Trainer Klaus Beyer vom SV.Holtland.
“In erster Linie sind es aber Motivationsprobleme, die Daniela zu diesem Schritt bewogen haben.” Die 19-Jährige aus Neu-
kamperfehn verzichtet damit auch auf einen Start bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Peking. Die Titelkämpfe wären
der vorläufige Höhepunkt ihrer noch jungen Karriere geworden. In diesem Jahr führt Daniela Pohl mit in Halle geworfenen
58,61 m die Deutsche Bestenliste der Jugend an. Sie hat mit dieser Weite die DLV-Norm (57 Meter) für die Junioren-
Weltmeisterschaften klar übertroffen.
Daniela Pohl betreibt seit ihrem 13. Lebensjahr Leistungssport im Wurfteam des SV Holtland. Sie wurde Landesmeisterin
der Schülerklasse W 14 und stellte ihren ersten Niedersachsenrekord für diese Altersklasse auf. Sie gewann vier Nieder-
sachenmeistertitel und drei Norddeutsche Meisterschaften. Im vergangenen Jahr siegte sie sogar in der Frauenklasse. Bis
zur weiblichen Jugend B verbesserte sie mehrfach die Niedersachsenrekorde. Noch immer hält sie den Landesrekord der weiblichen Jugend B mit 58,25 m. Mit dieser Weite war sie 2004 Jahresbeste in Deutschland. Ihre beste Platzierung bei
den Deutschen Jugendmeisterschaften erreichte sie mit dem Gewinn der Bronzemedaille 2003 in Fulda.
“Mit zunehmendem Alter hatte sie immer öfter Motivationsprobleme, die zu starken Einschränkungen ihres Trainings
führten”, bedauert Klaus Beyer. Auch ein möglicher Start bei den Junioren-Weltmeisterschaften brachte nicht den nötigen
Schub. “Mit Daniela Pohl beendet einmal mehr ein großes Talent die junge Sportkarriere, bevor sie richtig begonnen hat.”

OSTFRIESEN ZEITUNG vom 22. Juli 2006
Daniela Pohl kehrt vielleicht doch in den Wurfring zurück
Leichtathletik: Hammerwerferin des SV Holtland leidet an einem Bandscheibenvorfall

Holtland
(hk). Hammerwerferin Daniela Pohl vom SV.Holtland wird ihre Laufbahn als Leistungssportlerin möglicherweise
doch noch nicht beenden. “Sie macht aus gesundheitlichen Gründen eine Pause”, sagte ihre Mutter Annelie van Ohlen. Von
Motivationsproblemen, die Danielas Trainer Klaus Beyer als ausschlaggebenden Grund für den Startverzicht bei den
Deutschen Meisterschaften und den Weltmeisterschaften in Peking angegeben hatte, könne keine Rede sein.
Daniela Pohl ist in dieser Saison mit 58,61 m die beste deutsche Hammerwerferin der A-Jugend. Sie galt bei den an diesem
Wochenende stattfindenden Deutschen Meisterschaften in Wattenscheid als Top-Favoritin auf den Titel bei der weiblichen
Jugend A. Trotz Bandscheibenvorfalls hatte sie die vom Deutschen Leichtathletik-Verband gesteckte Norm für die WM in
China bereits geschafft. Umso überraschter waren Trainer und Funktionäre, als Daniela Pohl durch ihren Trainer Klaus
Beyer das Ende ihrer Leistungssport-Karriere verkünden ließ.
“Es ist richtig, dass Daniela eine Pause macht”, sagte Annelie van Ohlen. “Daniela wird wegen eines Bandscheibenvorfalls
behandelt.” Die Probleme mit dem Rücken, aber auch Prüfungsstress im Rahmen der Berufsausbildung seien der Grund da-
für gewesen, dass sie in den vergangenen Monaten häufiger das Training abgesagt habe. Vielleicht sei deshalb der Eindruck
entstanden, Daniela habe Motivationsprobleme. “Das stimmt aber nicht”, sagt ihre Mutter. “Sie hat große Schmerzen, das
behindert sie gerade beim Hammerwerfen.” Besonders der Verzicht auf einen Start bei der WM in Peking sei ihr sehr
schwer gefallen. Daniela werde jetzt in Ruhe die Krankheit auskurieren und auch das Gespräch mit ihrem Trainer Klaus
Beyer suchen. “Möglicherweise kann sie ja später wieder mit dem Hammerwerfen beginnen”, sagt Annelie van Ohlen. Eine
Rückkehr in den Wurfring sei nicht ausgeschlossen.

DEWEZET (Hameln) vom 22. Juli 2006
Scharf: "Ich bin ein realistischer Optimist"
Die Devise des zielorientierten LGW-Erfolgtrainers lautet: "Den Ball immer schön flach halten"

Leichtathletik
(olz). "Mädels, wir haben heute Gegenwind." Wenn Trainer Werner Scharf von der LG Weserbergland
seine Trainingsgruppe mit diesem Spruch begrüßt, dann weiß jeder: jetzt geht es zur Sache! Schmunzeln löste bei ihm die
Antwort aus, die Cathleen Tschirch bei einem TV-Interview auf die Frage nach dem vielfach bemängelten Gegenwind im
Stadion dem Reporter gab: "Ach wissen sie, mein Trainer sagt immer, umso schneller man läuft, desto stärker ist der Gegen-
wind..." Scharf ist einer der Väter des Erfolges. Der Sportlehrer gründete die LG 1998 zusammen mit Anton Ruscheinsky
vom VfL Hameln und Uwe Beerberg vom TSC Fischbeck. Selbst sieht er sich als "realistischer Optimist", der erfolgshungrig
ist und nicht gut verlieren kann. Er möchte immer gewinnen - und tut dies mit seinen Schützlingen beständig in den letzten
Jahren.
Seine Athletinnen beschreiben Scharf als "lebensfrohen, zielorientierten, sehr humorvollen Supertrainer", der aber auch mal
an sich selber denken und mit seinen Kräften haushalten sollte. Dass er lieber durch Fakten als durch große Worte glänzt,
zeigt er immer wieder, wenn er im Vorfeld von Meisterschaften seine Devise ausgibt: "Den Ball schön flach halten und dann
hoch gewinnen". Das bestätigt dann auch sein Fazit nach dem goldenen Staffelsieg "seiner Mädels" bei der DM in Ulm: "Da
Quelle Führt drei Frauen im 100 Meter-Endlauf hatte, war mit einem Erfolg nicht unbedingt zu rechnen. Aber unsere Frauen
sind über sich hinausgewachsen, sehr stark gelaufen, haben noch besser gewechselt und sind deshalb letztlich auch verdient
Meister geworden". Und genau so stark fand er den Doppeltriumph von Jala Gangnus und Cathleen Tschirch im 200-m-
Finale.
Scharf, der am 31. Juli 1948 in Mainzholzen das Licht der Welt erblickte, ist in Stadtoldendorf mit dem Hamelner Stadtrat
Eckhard Koss zur Schule gegangen. Der A-Lizenz-Trainer, Sportlehrer und Landestrainer kam über das Turnen zur Leicht-
athletik und war selbst ein guter Fünf- und Zehnkämpfer. Er wurde mehrfach Bezirksmeister und erreichte bei Landes-
meisterschaften zweite und dritte Plätze. Seine Bestleistungen lagen bei 10,90 Sekunden über 100 Meter, die 200 Meter lief
er in 22,20. Im Weitsprung betrug seine Bestleistung immerhin 7,03 Meter.
Die Förderung der Mehrkampftalente im Schülerbereich liegt ihm besonders am Herzen. Athleten wie Nicole Marahrens,
Rene Oblong, Nicole Müller, Michaela Halm, Cathleen Tschirch oder Nina Giebel sorgten für tolle Erfolge. Aus den Frauen
mit den schnellsten Beinen des Nordens hat er die schnellsten Frauen Deutschlands gemacht - und Scharf träumt davon,
auch die schnellsten Männer des Landes in Hannover und in der LG Weserbergland zu konzentrieren. Denn dass man im
Sprint als Einzelkämpfer nicht weit kommt, hat sich längst herumgesprochen.
Hobbys hatte Scharf früher einmal. Er sammelte Münzen. Heute sammelt er Medaillen... Der Erfolgstrainer träumt von
weiten Reisen in fremde Länder, aber dafür ist die Zeit noch nicht reif. Näher liegt hier der Wunsch nach mehr Zeit für seine
Frau, den Garten und das Haus - und er möchte endlich mal wieder seinen Schreibtisch aufzuräumen.  

ZEVENER ZEITUNG vom 22. Juli 2006
Herausforderung wird zur Sucht
Starke Leistung von Rainer Schröder beim Iron-Man-Wettbewerb

Von unserem Mitarbeiter Manfred Krause
Breddorf. Sensationell: Beim Austria-Iron-Man in Klagenfurth verbesserte Rainer Schröder am Wochenende seine per-
sönliche Bestzeit von 11:50 Stunden gleich um eine Stunde. Eine wahnsinnige Leistung, ging doch der 40-Jährige bei über
30 Grad auf die Schwimm-, Lauf- und Radstrecke. Doch nicht nur beim eigenen Hobby geht der Familienvater engagiert
zur Sache, sondern auch in seinem Heimatverein, dem SV Hepstedt/Breddorf, engagiert er sich in der Jugendarbeit.
Schröder ist dort Spartenleiter der Leichtathletik-Abteilung und des Lauftreffs.
"Rainer hat sehr viel dazu gelernt und sich enorm gesteigert. Mit seinem enormen Ehrgeiz bleiben die Erfolge natürlich nicht
aus", so Hermann Knülle, der an der Seite seines Freundes das Mega-Event in Klagenfurth absolvierte. Dass der Iron-Man
in Österreich beiden alles abverlangte, war von vornherein klar. Auch die Leiden danach teilten sich beide brüderlich. "Der
Treppenabstieg bereitete mir nach dem Wettkampf schon Probleme. Doch am Tag danach war alles wie weggeblasen",
sagte Schröder, der keine Probleme beim fast elfstündigen Hobby (Schwimmen 3800 Meter, Rad 180 Kilometer und
Marathon 42,195 Kilometer) verspürte und sich total glücklich nach dem Zieleinlauf zeigte. "Die Zuschauer am Straßenrand
sind absolut motivierend für die Athleten."
Dass es gerade der Sport im fortgeschrittenen Alter wurde, hatte seine Gründe: Eigentlich spielte der gebürtige Breddorfer,
wie viele auf dem Dorf, früher Fußball. Doch ein Kreuzbandriss 1986 stoppte die Karriere. Nur vor dem Fernseher sitzen
und Chips essen war nicht sein Ding. Das ging ihm gehörig gegen den Strich. "Ich schloss mich daher unserem Lauftreff an
und fand Gefallen am neuen Hobby", so Schröder. Da das Laufen bald etwas zu eintönig wurde und er "Bock" auf Renn-
radfahren verspürte, lieh er sich die nötige Maschine aus. Damit war der Einstieg geschafft. Nach einer Einladung eines
Freundes zum damaligen Seedorf-Triathlon, wurde die neue Herausforderung bald zur "Sucht” und zur Herausforderung.
Zunächst waren es eher "Schnupperstrecken" bei Veranstaltungen in der Region. "Der Iron-Man 2004 in Klagenfurth wurde
schließlich zum Highlight schlechthin", so Schröder. Der Mann an seiner Seite war damals Knülle, der Experte mit wichtigen
Tipps für die "Wahnsinns-Aufgabe". "Die Trainingswoche im Januar dieses Jahres auf Mallorca hat mich richtig fit gemacht.
Dadurch habe ich mit 10:50:05 Stunden eine tolle Zeit erreicht", sagt Schröder. In diesem Jahr begleitete ihn seine Frau
Ulrike, die selbst Rennrad fährt, Volleyball spielt und Walking betreibt.
So ist der 40-jährige stets auf der Ausschau nach neuen sportlichen Dingen. Vor gut einem Jahr rief Rainer Schröder eine
Kinder-Lauf-Gruppe ins Leben. Bei der heutigen Bewegungsarmut und Fettleibigkeit der Jugend eine super Sache. "Es hat
mich einfach genervt, dass die Jugendlichen bei uns im Ort vor dem Lebensmittelladen herumhingen und nichts mit sich anzu-
fangen wussten. Das geht doch nicht so weiter, dass die Kinder immer dicker werden. Die wissen gar nicht, welche Folgen
das für die Zukunft hat. Also habe ich mich entschlossen, sie für das Joggen zu gewinnen", so Schröder.
Er selbst weiß am besten, dass Laufen glücklich machen kann. Zum Genießen: Den Hamburg-Marathon bewältigte er in
2:51 Stunden. Der Modell-Athlet (Größe 1,86 Meter, Gewicht 74 Kilogramm) kann gut reden, muss keine überflüssigen
Pfunde mit sich herumschleppen. Doch seine Argumente griffen und stießen auch bei den Eltern auf viel Verständnis. Statt
Cola und Chips versucht Schröder den Kids zudem den Weg zur gesunden Ernährung aufzuzeigen. Das Trainingsergebnis
nach nur zwölf Monaten lässt sich sehen. Der Erfolg: Die fünf Kilometer packt seine Gruppe, die ab und an auch bei Wett-
kämpfen startet, mittlerweile locker.
Besonnener Maurermeister
Nicht nur im Sport, sondern auch beruflich steht der "ruhige und besonnene Familienmensch" seinen Mann. "Es muss schon
viel passieren, dass mich etwas aus der Ruhe bringt." Als Maurermeister ist er beim Rhader Hausbau angestellt und macht
nicht nur Bauaufsicht, sondern packt beim "Stein auf Stein" schon mit an. "Natürlich nehme ich auch die Maurerkelle in die
Hand und unterstütze meine Gruppe", so der 40-Jährige. Ist nach dem Arbeitstag kein eigenes Training angesagt, begleitet
er seinen Sohn Niko (9) zum Fußballtraining oder zu den Spielen. "Der hat wesentlich mehr Talent, als ich es früher hatte
und ist Fan vom SV Werder Bremen. Gemeinsam schauen wir uns Spiele im Weser-Stadion an", sagt Schröder. Um
Tochter Riana (7), die reiten und tanzen vorzieht, kümmert sich eher seine Frau Ulrike. Spätestens beim Lauftreff sind die
Schröders wieder vereint. Während Mutter Ulrike mehr Spaß beim Walking findet, schließen sich die Kinder dort dem
Vater an.
Dass Rainer Schröder seiner Familie schon einmal für die "Strapazen" mit einem köstlichen Mahl belohnt, ist nicht unge-
wöhnlich. Denn Kochen ist ein weiteres Hobby. Und er kann es, denn das Lob ist groß. "Meine Frau sagt, ich koche gut."
Kein Wunder, denn während seiner Junggesellenzeit hatte er irgendwann wenig Lust auf Fast Food und fand nach einem
Kochkurs das richtige "Maß" für seine Lieblingsgerichte. Auf die Rezepte seiner Mutter griff er zudem gerne zurück. Seine
Lieblingsspeise: Nudel in allen Variationen. Die Sportler-Nahrung schlechthin. 

NORDWEST ZEITUNG vom 28. Juli 2006
“Beim Training baue ich den Schulstress ab”

Schnelligkeit, Treffsicherheit, Selbstvertrauen und Durchhaltevermögen sind nur einige Eigenschaften, die für Nicole Groß-
kopfs Erfolge maßgebend sind. Die 15-jährige Ganderkeseer Gymnasiastin ist seit sechs Jahren leidenschaftliche Leichtath-
letin und trainiert im Mehrkampf. “Damals bin ich durch meine Freundin spaßeshalber in die LGG gerutscht”, erklärt Nicole.
Mittlerweile trainiert sie drei Mal pro Woche intensiv für Wettkämpfe. Die Anstrengung lohnt sich: Seit Anfang Juli trägt sie
den Titel “Landesmeisterin im Kugelstoßen”, den sie in Schneverdingen zu ihrer eigenen Überraschung holte. “Dabei bin ich
eigentlich in keiner Disziplin herausragend”, meint die Schülerin bescheiden. Nicole Großkopf sieht sich selbst eher im
Mittelfeld. Doch viele errungene Titel und Auszeichnungen beweisen das Gegenteil.
Wann immer ihre Eltern Zeit finden, begleiten sie Nicole zu ihren Wettkämpfen. Der Rückenwind tut der 15-Jährigen gut
und auch Trainerin Dorle Rackebrandt leistet Unterstützung. “Sie ist einfach super. Das Lob muss ich an dieser Stelle ein-
fach mal loswerden”, findet die Schülerin. Außerdem habe ihr der Sport schon in vielerlei Hinsicht geholfen: “Mein Asthma
ist weg.”, erzählt Nicole. Und sie fügt hinzu: “Beim Training kann ich den Schulstress abbauen, und ich bekomme den Kopf
frei.” Doch es gibt auch Momente, da wäre das Mehrkampftalent lieber woanders als auf dem Sportplatz: “Bei herrlichem
Wetter, wenn alle meine Freunde ins Freibad verschwinden, dann ärgere ich mich schon”, so Nicole.
Neben den Übungsstunden trainiert die 15-Jährige zusammen mit ihrer Teamkollegin Cassandra Leenen eine Leichtathletik-
gruppe von Kindern im Alter von acht bis neun. Da bleibt wenig Zeit für andere Hobbies, weshalb Nicoles Praktikum im
Überseemuseum Bremen eine echte Abwechslung war: Hier half sie bei der Restauration von Musikinstrumenten. (daz)

NORDWEST ZEITUNG vom 31. Juli 2006
Vize-Europameisterin auf eigene Kosten
Leichtathletik: Diana Garde bei EM in Polen erfolgreich -- Ehemann Ulrich wird Neunter

Von Christian Schwarz
Ganderkesee/Delmenhorst. Das berühmte Bild vom Tellerwäscher, der zum Millionär aufsteigt, könnte ein wenig auch
für die Leichtathletik-Karriere von Diana Garde gelten. Die 36-jährige Delmenhorsterin begann erst vor knapp zehn Jahren
mit ihrem Sport und ist heute im Siebenkampf Vize-Europameisterin der Senioren. Mit ihrem Mann Ulrich tingelt sie seit
Jahren über die Sportplätze, um mit großem Erfolg sportlich aktiv zu sein. Das athletische Ehepaar wohnt mit den Kindern
Imke (7) und Fabian (1) in Delmenhorst und geht seinem Sport mit Begeisterung bei der LGG Ganderkesee nach. Diana
Garde ist Verwaltungsangestellte, ihr Mann Ulrich Soldat - das aber in der Nähe von Bonn. Gemeinsame Zeit mit der
Familie beschränkt sich also zunächst vornehmlich aufs Wochenende. Eine Versetzung in die Region ist selbstverständlich
das Ziel des Ehepaars.
Immerhin - in seiner Freizeit hat der 41-jährige Ulrich auch in der Ferne die Chance, seiner Lieblingsdisziplin - dem Kugel-
stoßen - nachzugehen. Seitdem er 18 Jahre alt war, ist Ulrich in der Leichtathletik leistungsmäßig aktiv. Begonnen hatte er
mit dem Mehrkampf, jetzt beschränkt er sich meistens auf die Kugel, einmal im Jahr gönnt er sich dann aber auch einen
Auftritt in seiner angestammten Disziplin. Im Kugelstoßen war Ulrich Garde, der auch Vorsitzender des Leichtathletik-
Kreisverbandes Oldenburg-Land ist, schon Deutscher Vizemeister bei den Senioren.
Seine Frau ließ es, was die Leichtathletik betrifft, langsamer angehen. Im Pferdesport war sie schon lange aktiv gewesen.
Das Reiten und die Bürotätigkeit waren aber nicht gerade rückenschonend. Über ihren Mann lernte sie dann mit 27 Jahren
Inge de Groot kennen, die sie - als Ausgleich für die Rückenbeschwerden - zum Staffellauf brachte. Der Mehrkampf folgte
dann im Jahr 2000. “Ich kann halt nichts richtig, nur von allem ein bisschen”, lacht die 36-Jährige. Und das erfolgreich. Im
Fünfkampf (100 m Lauf, Hochsprung, Kugelstoßen, Speerwerfen und 800 m Lauf) sowie im Siebenkampf (100 m Hürden,
Hochsprung, Kugelstoßen, 200 m Lauf, Weitsprung, Speerwerfen und 800 m Lauf) belegte sie bei Deutschen Senioren-
meisterschaften schon dritte Plätze. Im Sprint und im Weitsprung fühlt sie sich zu Hause, Speerwurf und Hürdenlauf liegen
ihr nicht so. “Da fehlt mir die Technik, weil ich erst so spät angefangen habe.” Trotz entsprechender Leistungen in diesen
Disziplinen wurde sie bei den Europameisterschaften der Senioren im polnischen Posen, die gestern zu Ende gingen, Zweite.
Mit 3169 Punkten musste sie nur Sandra Eisfeld (3461) von der LG Fallingbostel in der Altersklasse W35 den Vortritt
lassen. Dennoch weiß Diana Garde den Erfolg einzuschätzen: “Zwei sehr gute Athletinnen mussten absagen. Mit einigen
Einzeldisziplinen kann ich gar nicht sehr zufrieden sein. Nur beim Kugelstoßen, im 200 m Lauf und beim Weitsprung lagen
die Ergebnisse im üblichen Rahmen.”
Senior ist ein Leichtathlet in Deutschland schon mit 30, international mit 35. Und als Senior wettkampfmäßig Sport zu
treiben, ist kein billiges Vergnügen. Die Fahrt nach Polen, Unterkunft und Ausrüstung - alles mussten die Gardes (und die
6300 weiteren Teilnehmer) selbst aufbringen. Die beiden traten aber an und das eben nicht ganz erfolglos. Auch, wenn sich
Ulrich durchaus mehr gewünscht hätte als den neunten Platz im Kugelstoßen (12,72 m). Doch die hohen Temperaturen machten dem 41-Jährigen zu schaffen. Und auch außerhalb des Stadions gab es für das Ehepaar wenig Erholung. Die
beiden Kinder wollten versorgt und beschäftigt werden, und wegen der großen Hitze gab es wenig Schlaf. “Fünf Nächte wie
in einer Sauna waren einfach zu viel”, erinnert sich Ulrich. Zum Bummeln durch die Posener Altstadt war es auch zu heiß.
Daher ließ Diana den Einzelstart im Weitsprung aus und die vier Gardes fuhren früher als geplant nach Hause - mit Medaille
im Gepäck. Auf der Rücktour machte mitten in der Nacht auch noch das Auto nicht mehr mit. Helfer eines Automobilclubs
waren aber schnell zur Stelle, und für die Sportlerfamilie ging es doch noch nach Hause. Und Diana Gardes Ausritt vom
Pferdesport zur Leichtathletik fand seinen vorläufigen Höhepunkt.
Ein weiterer Bericht über Diana Garde vom 19.9.2001  

ZEVENER ZEITUNG vom 2. August 2006
Gerschler verlässt die LAV Zeven
Nachwuchstalent zieht es nach Dortmund

Zeven
(zz/olm). Nun steht es fest: Nachwuchstalent Kenneth Gerschler wird zum Saisonende die LAV Zeven verlassen
und für die LG Olympia Dortmund starten. Seit längerem zeichnete sich ab, dass der Gnarrenburger dort berufliche und
sportliche Perspektiven optimal miteinander verknüpfen kann. Seine ersten leichtathletischen Gehversuche hat der 17-Jähr-
ige beim TSV Gnarrenburg gemacht. Sehr schnell wurde den Verantwortlichen dort deutlich, dass hier ein großes Talent für
die Mittelstrecken heranwächst. Neben Talent besitzt Kenneth Gerschler den nötigen Ehrgeiz und Trainingsfleiß, um sport-
lich erfolgreich zu sein.
Im Januar 2003 wechselte das Talent zur LAV Zeven. Dort bekam er mit Hans-Hermann Neblung einen Trainer, der ihn
forderte, ihn auf Wettkämpfen intensiv betreute und damit den Grundstein für die Leistungsentwicklung legte, die den
Gnarrenburger zu immer neuen Bestleistungen führten - wie zuletzt bei den Deutschen Jugendmeisterschaften, bei denen der
B-Jugendliche mit neuer persönlicher Bestzeit Vierter über 3000 Meter wurde. Außerdem fand er in Zeven mit Hannes
Maxin, Ingmar Fröhlich und Leon Zabel Vereinskameraden, mit denen er mit der Mannschaft im Crosslauf oder auch in der
Langstaffel Meistertitel und vordere Platzierungen gesammelt hat. Mit seinem Wechsel nach Dortmund, der sich schon im
vergangenen Jahr andeutete, als Kenneth nach einem Straßenlauf dort erste Kontakte knüpfte, wird er sich neuen Heraus-
forderungen stellen. Optimal ist für ihn, dass er durch die Aufnahme an eine Privatschule in Dortmund seine Ausbildung zum
Erzieher absolvieren und gleichzeitig seine sportlichen Ambitionen in großen Läufergruppen verwirklichen kann.
“Wir, die Verantwortlichen der LAV Zeven, aber auch seine Trainingskameraden wünschen Kenneth für die Zukunft viel
Erfolg und hoffen auf ein Wiedersehen - vielleicht beim 26. Nationalen Pfingstsportfest 2007”, so die LAV-Vorsitzende
Mara Zabel. 
Gerschlers größte Erfolge bei der LAV Zeven
    
2004
- Platz zwei bei den Norddeutschen Crossmeisterschaften und den Landesmeisterschaften im Crosslauf der A-Schüler
- Platz zwei bei den Landesmeisterschaften über 3000 Meter in 9:21,29 Minuten
- Landesmeister mit der Mannschaft im Cross
- Platz eins bei den Landesmeisterschaften über 3x1000 Meter
- 800 Meter in 2:04,73 Minuten

2005
- Deutsche Jugendmeisterschaften: Platz 22 über 1500 Meter in 4:06,5 Minuten
- Landesmeisterschaften der männlichen Jugend A: 3000 Meter in 9:03,18 Minuten
- Platz zehn bei den Deutschen Meisterschaften im Crosslauf
- Norddeutsche- und Landesmeisterschaften: Jeweils zweite Plätze im Einzel
- 800 Meter in 2:00,88 Minuten - Platz 10 der Landesbestenliste
2006
- Platz eins bei den Hallenlandesmeisterschaften über 3000 Meter in 9:12,59 Minuten
- Landesmeister im Crosslauf
- Norddeutscher Meister im Crosslauf und Vizemeister mit der Mannschaft
- Vierter bei den Deutschen Crossmeisterschaften
- Vizelandesmeister über 3000 Meter in 8:48,02 Minuten
- Norddeutscher Meister über 1500 Meter in 4:03,82 Minuten
- Vierter über 3000 Meter bei den Deutschen Meisterschaften in 8:39,84 Minuten
- 800 Meter in 1:58,92 Minuten - Platz zwei der Landesbestenliste
Ein weiterer Bericht über Kenneth Gerschler vom 22.1.2005  

DELMENHORSTER KREISBLATT vom 9. August 2006
Dominik als viertschnellster Elfjähriger beim ISTAF in Berlin
Leichtathletik: Am liebsten würde er Maurice Green ein Autogramm geben
Der elfjährige Eintracht-Leichtathlet Dominik Lersch startet beim großen ISTAF in Berlin

Delmenhorst
(eb). Kein Witz: Der Delmenhorster Junge ist Viertschnellster in Deutschland der Jahrgangsgruppe 1993 bis
1996. Nach einem bundesweiten Auswahl-System sind die acht schnellsten Mädchen und Jungen dieser Geburtsjahre in
Berlin am Start und werden dort über 50 Meter ein Einlagerennen laufen. Im letzten Jahr war der elfjährige Dominik Lersch
noch begeistert davon, unter 60 000 Zuschauern alle Leichtathletik-Stars live beim Finale des Golden League Meetings ver-
 folgen zu dürfen. Dort sah Dominik auch zum ersten Mal die Aktion “Deutschland sucht den Supersprinter” und sagte so-
fort: “Nächstes Jahr sprinte ich auch hier.”
Motiviert von diesem Ereignis beteiligte sich der Eintracht-Leichtathlet im Mai an einem Event in der Bremer Fußgänger-
zone. Gesprintet wurde auf einer 50 Meter langen Laufstrecke aus Regupolbelag auf dem Ansgarikirchhof. Hier wurde die
30 Meter Sprintzeit mit zwei Lichtschranken elektronisch erfasst. Mit der herausragenden Zeit von 3,99 Sekunden über 30
Meter siegte Dominik beim Norddeutschen Meeting in der Altersklasse der Elfjährigen. Erst jetzt begann der Willms-Gym-
nasiast nervös zu werden: Würde diese Zeit reichen, um unter die acht schnellsten Sprinter Deutschlands zu kommen?
Aktuelle Laufergebnisse seiner Konkurrenten und weitere Informationen über die von Schirmherrin Heike Drechsler unter-
stützte Aktion fand Dominik im Internet unter www.sprintasse.de. Pünktlich zur aktuellen Europameisterschaft der Leicht-
athleten in Göteborg waren alle Qualifikationen abgeschlossen: Dominik Lersch landete in der Gesamtwertung auf dem
vierten Platz.
Voller Begeisterung sieht er nun dem bestbesetzten Leichtathletik-Wettkampf Deutschlands am 3. September in Berlin ent-
gegen, wo er sicherlich viele Europameister von Göteborg beim Wettkampf erleben wird. Am Tag vor dem Finale des
Super-Sprinters Deutschlands ist Dominik Gast im Sony Center, wo er mit Heike Drechsler und weiteren prominenten
Sportlern Werbung für die Leichtathletik machen soll. Ganz besonders freut sich der Elfjährige auf die Chance, im Auf-
wärmbereich sein Vorbild Maurice Green zu treffen und meint schmunzelnd: “Auf meine Spikes ist ein Autogramm von
Maurice aufgedruckt, dann bekommt er jetzt eins von mir auf seine Spikes.”
Der Verein der Deutschen Talentförderung hat die Aktion “Deutschland sucht den Supersprinter” ins Leben gerufen. Der
Zweck dieser Aktion ist es, bundesweit effektiv und gezielt junge deutsche Sporttalente zu finden. Dies geschieht im Rahmen
der Vorbereitung von bundesweiten Sportwettkämpfen innerhalb und außerhalb von Sportvereinen, Organisationen, Ver-
bänden, Sport- und allgemeinbildenden Schulen. Bei vielen Events in belebten Stadtzentren, Fußgängerzonen oder bei
regionalen Veranstaltungen in der gesamten Bundesrepublik konnten Schulen, Vereine sowie einzelne Athleten an einem
Schnelligkeitstest teilnehmen. Die deutschlandweit acht schnellsten Mädchen und Jungen sind beim ISTAF (Internationales
Stadionfest) in Berlin dabei.    

ROTENBURGER KREISZEITUNG vom 12. August 2006
80 Jahre voller Leichtathletik
Rotenburger Urgestein Richard Hinrichs hat noch lange nicht genug / "Was ich will, schaffe ich auch"

Von Mareike Ludwig
Rotenburg. Die große Geburtstagsparty stieg im April - und auch das Akkordeon kam zum Einsatz. "Unser ‚Richie‘ ist
wunderbar, seit all den Jahren ist er für uns da ...", hieß es in dem Ständchen, das ihm seine Leichtathleten vortrugen und
das den rüstigen Rentner dazu veranlasste, selbst auf seinem "Schifferklavier" mitzuspielen. Die Textzeilen lassen aber auch
erahnen, welche Bedeutung Richard Hinrichs für den TuS Rotenburg hat. Vier Monate später ist das nicht anders - der 80-
Jährige trainiert immer noch seine "Leistungsgruppe" und denkt gar nicht daran aufzuhören.
Als er im Jahr 1926 das Licht der Welt in Bothel erblickte, hätte niemand damit gerechnet, dass der Sport bis ins hohe Alter
im Mittelpunkt seines Lebens stehen würde. "Der erste Sportplatz in Bothel war auf unserem Grundstück hinten im Garten.
Die Sprintbahn wurde vor jedem Wettkampf extra frisch gemäht", erinnert sich Hinrichs an die Anfänge seiner Leichtath-
letikkarriere. 1940, in Zeiten des Krieges, musste "Richie", wie er liebevoll von seinen Athleten genannt wird, mit 14 Jahren
sein Elternhaus verlassen und nach Marienberg ins Erzgebirge ziehen. Dort wurde er auf Leistung getrimmt und schaffte seine
Bestzeit über die 3 000-Meter-Distanz. In Lederschuhen überquerte er als 16-Jähriger nach 9:23 Minuten die Ziellinie.
Nach dem Krieg zog es ihn wieder in seine Heimat zurück. "In dieser Zeit stand die Familie und der Beruf ganz klar im
Vordergrund. Für den Sport hatte ich leider keine Zeit mehr", erklärt der zweifache Vater seine Pause. Doch wer Richard
Hinrichs kennt, weiß, dass er ohne die Leichtathletik nicht glücklich werden konnte. Also trat Hinrichs 1968 in die Polizei-
sportgemeinschaft ein und trainierte wieder regelmäßig. Sein Fleiß zahlte sich schließlich aus - mit seinen Teamkollegen
Werner Krüger, Klaus Moll und Heinz Dittmer wurde er im Alter von 53 Jahren Deutscher Altersklassen-Mannschafts-
meister im Dreikampf. "Das war ein Tag, den ich niemals vergessen werde. Ich bin heute noch stolz auf diesen Titel", so der
gelernte Kfz-Mechaniker mit Meisterbrief. Es sollte nicht sein letzter Erfolg sein: 1998 gewann der damals 72-Jährige bei
den Landesmeisterschaften der Senioren noch die Bronzemedaille im Fünfkampf.
Zusätzlich wurde Richard Hinrichs als Trainer aktiv. "Als ich selbst auf dem Sportplatz trainiert habe, habe ich den Jugend-
lichen immer Tipps gegeben. Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich in den TuS Rotenburg eingetreten bin." Mit seinen
ersten Schützlingen Dagmar Lange, Nina Churacky, Marle Sorge, Julia Meyer, Veronika Marreck, Björn Mertins, André
Beyer, Christian Schulz und Peer Scholz war somit die erste Leistungsgruppe gegründet. Er selbst stellt sein Training unter
das Motto "freiwillige Pflicht", wobei Pünktlichkeit und Disziplin oberste Priorität haben. Richard Hinrichs ist eben ein Mann
der alten Schule. Dank seiner Hartnäckigkeit hielt ihn selbst ein Wadenbeinbruch 2001 nicht davon ab, weiterzumachen.
"Es war ein hartes Stück Arbeit, wieder auf die Beine zu kommen, aber wenn ich etwas will, dann schaffe ich es auch." Sein
Wille zahlte sich kürzlich aus: Zum 40. Mal bekam Richard Hinrichs das goldene Sportabzeichen verliehen! Für seine ganzen
Verdienste überreichte ihm der Deutsche Leichtathletik Verband außerdem die silberne Ehrennadel.
Mittlerweile besteht Hinrichs’ Trainingsgruppe seit 16 Jahren, und ans Aufhören denkt der Puzzle-Liebhaber noch lange
nicht. "So lange ich gesund bleibe und noch erwünscht bin, mache ich weiter", so der älteste Übungsleiter Rotenburgs über
seine Zukunftspläne. In seiner bisherigen Trainerzeit hat "Richie" elf Sportler des Jahres, einige Teilnehmer bei Deutschen
Meisterschaften sowie mehrere Landesmeister "gezüchtet". "Ohne die Unterstützung von Abteilungsleiter Erwin Will,
Herbert Kleyer, der die Athleten zu fast jedem Wettkampf begleitet, und natürlich meiner Frau, wäre dies aber nicht mög-
lich", gibt sich Hinrichs eher bescheiden. Warum er allerdings schon jetzt, mit "erst" 80 Jahren, von seinen Erfolgen öffentlich
erzählen kann, kann sich Hinrichs nicht erklären. "Das ist doch viel zu früh dafür", lacht er schelmisch. Und fügt an: "Kommt
doch in zehn Jahren nochmal wieder!"   

OSTFRIESISCHE NACHRICHTEN vom 15. August 2006
Leichtathletik: Ann-Christin Junker hält ihr Versprechen
Diskuswerferin aus Ihlow schafft Platz 4 bei Deutschen Jugendmeisterschaften nach Verletzung

Von Karsten Gleich
Ihlow. “Ich habe es geschafft. Platz 4 bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im Diskuswerfen.” Ann-Christin Junker
(MTV Aurich) ist glücklich. Titel und Erfolge gehören für die 18-Jährige aus Ihlow zum Sportalltag, aber dieser Titel ist
dennoch etwas ganz besonderes.
Im Januar 2005 zog sie sich beim Reiten, ihrer zweiten großen Leidenschaft, eine komplizierte Verletzung zu. Bei einem
Sturz riss die Verbindung zwischen Schlüssel- und Brustbein. Mit einer Art Kordel wurde in einer mehrstündigen Operation
ihr Oberkörper wieder zusammengeflickt. Daran erinnert heute nur noch eine fingerlange Narbe am Hals. Für einen Start in
eine erfolgreiche Saison 2005 mit Landes-, Norddeutschen- und Deutschen Meisterschaften war der Zug zu dem Zeitpunkt
aber abgefahren. Damals versprach sie sich und ihrem Trainer Thomas Dresp, dem ehemaligen Niedersächsischen Leicht-
athletiklandestrainer und Auricher Gymnasiallehrer: “Spätestens 2006 greife ich wieder an.” Das Versprechen machte sie
wahr. Systematisch schoss sie sich in diesem Jahr mit ihrem 1000 Gramm schweren Diskus in die deutsche Spitzenklasse
der Diskuswerferinnen, ohne dabei über das Kleiderschrankformat ihrer Kolleginnen zu verfügen.
“Wenn ich bei Wettkämpfen nach dem Weg gefragt habe, bin ich schon mal zu den Sprintern geschickt worden, weil die
Leute nicht dachten, dass ich Diskuswerferin bin”, lacht Junker. Statt auf Muskelberge setzt die Ostfriesin auf ihre gute
Technik. Die Titel Landesmeisterin A-Jugend, Niedersachsenmeisterin B-Jugend und 4. Platz bei den Niedersachsen-
meisterschaften A-Jugend gehören zum Zwischenresümee dieser Saison. In die Gruppe der besten acht Athleten der
Deutschen Jugendmeisterschaft zu kommen, hatte sie sich zum Ziel gesetzt. Dass es bis zum 4. Platz gereicht hat, verdankt
sie dem Respekt vor der Konkurrenz. “Ich dachte mir, die Mädels sind so stark, da muss ich schon beim ersten Wurf
richtig was vorlegen, sonst gehe ich unter”, erzählt die Ihlowerin, die Trainer, Betreuer und nicht zuletzt sich selbst mit einem
sensationellen ersten Wurf in der Vorrunde überraschte. “Das Ding kam erst nach 44,29 Metern wieder runter. Das war
Wahnsinn”, berichtet sie noch immer euphorisch. Dieser Wurf reichte bis zum Schluss für den 4. Platz.
“Angefangen hat es 2002, da hat mir unser Sportlehrer Herr Kolbow fünf Minuten vor dem Wettkampf das Kugelstoßen
beigebracht.” Das Resultat: 8,19 Meter und der Titel Ostfriesischer Vizemeister im Kugelstoßen. Nach mehreren Erfolgen
2003, wurde sie bereits 2004 Landesmeisterin im Diskuswurf und Norddeutsche Vizemeisterin. “Da habe ich vor Wut über
den glatten Wurfring geheult”, gesteht sie und ärgert sich noch heute darüber, dass es nicht zum Meistertitel gereicht hat.
Eiserner Kampfgeist, viel Spaß am Sport und ihre sympathische chaotische Art machen sie zu einer besonderen Sportlerin.
Für ihren Trainer nicht immer leicht, denn Schützlinge, die sich am Rande der Weihnachtfeier 2005 einen Bänderriss zu-
ziehen, sind nichts für schwache Nerven. “Ich konnte bis Februar nur Armtraining machen, hatte danach Rückenbe-
schwerden und kam bis zum Juni nicht an die Qualifikationsweite von 40 Metern für die Deutsche Meisterschaft heran”,
blickt Junker zurück. Physiotherapie und der bewährte Kampfgeist ließen den Knoten bei den Landesmeisterschaften in
Delmenhorst platzen. Mit Spaß am Sport will Junker auch künftig ihre Wettkämpfe bestreiten. Vielleicht schafft sie es zur
nächsten Deutschen Meisterschaft ganz ohne Umwege und Verletzungen, obwohl das langweiliger wäre und irgendwie gar
nicht zu ihrem Typ passen würde. 
==> Ein weiterer Bericht über Ann-Christin Junker vom 16.2.2005  

STADER TAGEBLATT vom 16. August 2006
Der schnelle Erfolg der Anna Dankers
Leichtathletin ist erst seit eineinhalb Jahren dabei

Von Lars Koch
Deinste. Erst vor eineinhalb Jahren wechselte Anna Dankers vom Kunstturnen in die Leichtathletik. Bereits mit fünf Jahren
hatte sie angefangen zu turnen. Doch: “Irgendwann machen die Knochen nicht mehr mit”, erklärt die 15-jährige Deinsterin.
Durch den Mehrkampf ist Anna zur Leichtathletik gekommen. Bei diesem Wettbewerb absolvieren die Sportler jeweils drei
Leichathletik- und Turndisziplinen. Zweimal qualifizierte sich die 15-Jährige dabei sogar für die Deutschen Meisterschaften.
Bei einer Teilnahme erreichte sie den vierten Platz.
Mittlerweile konzentriert sie sich voll und ganz auf die Leichtathletik und es stehen zahlreiche Disziplinen auf ihrem Trainings-
plan. Dazu gehören unter anderem 100-Meter-Sprint, Kugelstoßen und Diskus. Die Paradedisziplinen der 15-jährigen Ath-
letin vom VfL Stade sind jedoch Hürdenlauf und Weitsprung. Anna hat schon jetzt einige Erfolge vorzuweisen. Sie hat mit
der Mannschaft den Landesmeistertitel im Blockwettkampf geholt - für sie der schönste Erfolg. “Wir haben alle nicht daran
geglaubt.” Zudem ist sie Bezirksmeisterin und Vizelandesmeisterin im Block Wurf und qualifizierte sich für die Deutschen
Meisterschaften. Außerdem belegte sie mit der 4 x 100-Meter-Staffel den zweiten Platz bei den Landesmeisterschaften.
 Diese Erfolge kommen nicht von ungefähr. Hartes Training ist die Grundvoraussetzung für jeden Erfolg. Zweimal in der
Woche trainiert Anna mit den Leichtathleten des VfL Stade. Zudem gehört das wöchentliche Laufen zu ihrem Trainings-
programm. Die Deinsterin weiß, was sie noch verbessern muss und ist ehrgeizig genug. “Ich möchte auf dem hohen Niveau
bleiben und wieder zu den Deutschen.” Um ihre Ziele zu erreichen, arbeitet sie hart an sich. Vor allem der späte Wechsel
zur Leichtathletik macht sich gelegentlich bemerkbar. “Meine Technik ist noch nicht so gut.”
Ab dem kommenden Schuljahr besucht die 15-Jährige die zehnte Klasse der Geestlandschule in Fredenbeck. Den Sport
mit Schule und Freizeit zu verbinden, ist für sie kein Problem. Wichtig ist ihr jedoch, auch genug Zeit mit ihren Freunden zu
verbringen.  

DIE HARKE (Nienburg) vom 25. August 2006
Juretzko darf ins Sportinternat
Der talentierte Nachwuchs-Leichtathlet geht künftig in Hannover zur Schule und zum Training

Nienburg
(hhg). Alexander Juretzko, hochtalentierter Nachwuchs-Leichtathlet der Holtorfer SV, wird sich mit Beginn des
neuen Schuljahres auf einen neuen Schulweg einstellen müssen. Bisher hatte der 16-Jährige pünktlich in der Nienburger
Realschule auf der Matte zu stehen, vom kommenden Donnerstag an wird die Kooperative Gesamt-Schule (KGS) Hemm-
ingen in Hannover das Ziel seines frühen Aufstehens sein. Die Ursache für den Schulwechsel steht eng im Zusammenhang
mit der sportlichen Karriere des Vierten bei den Deutschen Jugendmeisterschaften über 400 Meter, denn Alexander
Juretzko ist in das Sportinternat am Olympiastützpunkt Niedersachsen in Hannover aufgenommen worden und erhält einen
der begehrten 32 Vollzeitplätze. Die KGS Hemmingen ist neben dem Humboldt-Gymnasium Partnerschule des Internats.
 Aufgrund seiner sportlichen Leistungen in den vergangenen Jahren stand einem positiven Votum des Niedersächsischen
Leichtathletik-Verbandes (NLV) für die Aufnahme nichts im Wege, da auch Alexanders schulische Leistungen stimmten.
Mit einer pädagogischen und sportlichen Rundum-Betreuung soll der Nienburger weiter an die nationale und internationale
Spitze herangeführt werden. Das Internat liegt im Sportpark Hannover in unmittelbarer Nähe zum Sportleistungszentrum,
dem Stadionbad und der AWD-Arena. Der Maschsee ist nur wenige hundert Meter vom Sportinternat entfernt. "Hier
werde ich einfach besser trainieren können als bisher in Nienburg", ist sich Juretzko sicher. Er kennt die Voraussetzungen
durch sein Kader-Stützpunkttraining in der Landeshauptstadt. "Neben einer der modernsten Sporthallen Hannovers gibt es
hier im Erdgeschoss einen gut ausgestatteten Kraftraum. Die Einrichtungen können außerhalb des Trainingsbetriebes genutzt
werden. Die sportärztliche und physiotherapeutische Betreuung wird besser sein."
Alexander Juretzko bleibt weiter seinem Verein Holtorfer SV treu und startet auch für die LG Nienburg. Sabine Sieling wird
wie bisher sein Heimtraining leiten und in Absprache mit dem Landestrainer Albert Becker hinsichtlich der Trainingsinhalte
und -umfänge eigene Akzente setzen. So bleibt vor Ort erst einmal alles beim Alten, und die Fangemeinde darf auf neue
sportliche Höhenflüge gespannt sein. 
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