10. EWE Athletics “Weltklasse hinterm Deich” in Cuxhaven am 7. Juli 2006

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(Presse)-Berichte vom 10.7.      Website der Veranstaltung       Zur Startseite   
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Presseinformation vom 14. April 2006 (Von PP-Sports)
Der Countdown läuft

Die Volksbanken geben den Startschuss für “10 Jahre Weltklasse hinterm Deich”. Der Eintrittskarten-Vorverkauf für die
EWE Athletics 2006 hat bei allen Geschäftsstellen der Volkbanken und Spar- u. Darlehnskassen im Landkreis Cuxhaven
und Bremerhaven begonnen.
“Unser Sportfest in Cuxhaven - das Leichtathletik-Highlight des Nordens - ist in diesem Jahr eine Woche vor den Deutschen
Meisterschaften in Ulm. Damit besteht bei uns die vorletzte Möglichkeit, sich für die Leichtathletik-Europameisterschaft zu
qualifizieren, die vom 7. bis 13. August in Göteborg/Schweden stattfindet“, so Henning Porth, Mitglied des Vorstandes der
Volksbank Stade-Cuxhaven eG und Heiner Hansemann, Vorstand der Volksbank im Landkreis Cuxhaven eG. “Der Termin
am 7. Juli 2006 ist ideal für unser Sportfest, nach vier Wochen Fußball bedingter Leichtathletikpause müssen sich die Athlet-
innen und Athleten für die EM qualifizieren. Alle Disziplinen der EWE Athletics sind als EM-Normwettkämpfe ausgeschrieb-
en und versprechen Spannung pur! Für unser Sportfest gilt in diesem Jahr: Von Cuxhaven zur EM nach Göteborg.“
Bessere Bedingungen für die Zuschauer
“Wir möchten, dass die Zuschauer auf der Ziel- und Starttribüne ein verbessertes Sitzplatzangebot vorfinden. Gemeinsam mit
den Volksbanken werden wir mit Unterstützung durch den Veranstalter beide Tribünen mit Kunststoff-Sitzschalen ausstatten
und so für noch mehr Komfort beim Sportfest sorgen. Diese Verbesserung führt nicht zu einer Erhöhung der Eintrittspreise“,
versprechen Alwin Schlörmann Leiter der EWE Geschäftsregion Cuxhaven/Delmenhorst und Thomas Windgassen, Ge-
schäftsführer der Stadtwerke Cuxhaven.
Wolf-Dieter Poschmann (ZDF) und Wilfried Hark (NDR/ARD) moderieren
Die erste Verpflichtung liegt bereits vor - ZDF Leichtathletik-Experte W. D. Poschmann, der bereits 1997 das erste Sport-
fest moderiert hat, kommt trotz Fußball-WM zum Sportfest nach Cuxhaven: “Die Moderation im Rahmen der 10. Auflage
‘Weltklasse hinterm Deich’ ist für mich Ehrensache. In einer Zeit, in der immer mehr Leichtathletikveranstaltungen aus dem
Wettkampfkalender verschwinden, entwickelt sich das Sportfest in Cuxhaven immer mehr zu einem nationalen Highlight.“
Wilfried Hark (NDR), letztes Jahr erstmals als Stadionmoderator im Innenraum tätig, wird für die ARD bei allen nationalen
und internationalen Leichtathletik-Höhepunkten die Nachfolge von Gerd Rubenbauer als Kommentator antreten. “Cuxhaven
war von Anfang an die bedeutendste Leichtathletikveranstaltung des Nordens und ich bin stolz, dass ich dieses Sportfest
nach 2005 auch im Jubiläumsjahr moderieren kann.
 

NIEDERELBE ZEITUNG vom 5. Mai 2006
Genehmigung für Diskus ?
EWE Athletics: Franka Dietzsch möchte in Cuxhaven werfen

(cn/flü).
Bei der Jubiläumsveranstaltung "Weltklasse hinterm Deich" am 7. Juli in Cuxhaven möchte die amtierende Diskus-
Weltmeisterin starten, aber es gibt Schwierigkeiten mit den Sicherheitsauflagen für den Ring. Peter Birkmann, Sportreferent
der Stadt Cuxhaven, und Heinz Hüsselmann, Veranstalter der EWE Athletics "Weltklasse hinterm Deich", kämpfen um eine
Sondergenehmigung für das "alte Diskusnetz". "Selbstverständlich geht die Sicherheit vor, aber der Weltverband kann nicht
alle paar Jahre von den Kommunen neue Auflagen verlangen”, so Birkmann, denn: "Eine neue Diskusanlage kostet mit Ein-
bau der Bodenverankerung etwa 20 000 Euro, ich vertraue auf die guten Beziehungen des Veranstalters.
"Ginge es um den Diskuswurf der Männer, die mit einer Zwei-Kilogramm-Scheibe bei gleichen Weiten mit einer erheblich
höheren Wucht werfen, würden wir keinen Antrag an den Verband stellen. Für den Frauenwettbewerb mit einem Ein-Kilo-
gramm-Diskus reicht unser Sicherheitsstandard jedoch vollkommen aus", ergänzt Heinz Hüsselmann. Und der Meeting-
direktor erinnert an die vergangenen Jahre: "Dazu kommt, dass wir in Cuxhaven jahrelang mit Lars Riedel - Olympiasieger
und Weltmeister - hervorragende Diskuswettbewerbe durchgeführt haben. Ich denke hier auch an die Meetingrekorde von
67,37 Metern bei den Männern und 64,04 Metern bei den Frauen."
"Ich möchte gerne in Cuxhaven starten", sagte die amtierende Weltmeisterin Franka Dietzsch aus Neubrandenburg. "1999,
nach meinem Sieg in Cuxhaven, bin ich zum ersten Mal Weltmeisterin geworden, ein gutes Omen also für die Europa-
meisterschaft im August.”

NIEDERELBE ZEITUNG vom 13. Mai 2006 
Jubiläum bei “Weltklasse hinterm Deich”
Am 7. Juli ist das zehnte Mal Abendsportfest / Einen Tag vorher “Nacht der Emotionen”
 
(flü). Am Anfang habe Sportfestveranstalter Heinz Hüsselmann ein "mitleidendes Lächeln" erhalten, als er erstmals das
Leichtathletik-Sportfest "Weltklasse hinterm Deich" veranstaltete. Dieses Jahr, wenn am 7. Juli zum zehnten Mal Spitzen-
athleten auf dem Cuxhavener Strichweg-Sportplatz starten, sieht das ganz anders aus. Hüsselmann präsentierte im Hause
des Hauptsponsors EWE in Cuxhaven vor Journalisten das Programm der Jubiläumsveranstaltung und statistisches Material,
das den hohen Stellenwert des Sportfestes bei Zuschauern und Athleten hervorhob.
Rein sportlich gesehen sei dieses Jahr mit einem sehr guten Teilnehmerfeld zu rechen, weil es die vorletzte Qualifikationsmög-
möglichkeit für die in Göteborg stattfindende Europameisterschaft ist. Acht Tage nach dem Cuxhavener Meeting findet noch
die Deutsche Meisterschaft statt. Wie bereits berichtet, gibt es noch Genehmigungsprobleme mit der Diskusanlage. Die zwei-
fache Weltmeisterin Franka Dietzsch möchte gern in Cuxhaven werfen, doch erst muss ein vom Veranstalter jetzt beim
Leichtathletikverband gestellter Antrag für eine Sondergenehmigung, damit die Anlage genutzt werden darf, positiv be-
schieden werden. Weitere Namen von Top-Stars waren Hüsselmann noch nicht zu entlocken. Fest stehen die Disziplinen.
Die Männer werden 100, 200, 800, 1500 Meter und 110 Meter Hürden laufen sowie Stabhochsprung und Kugelstoßen
absolvieren. Die Frauen sind bei folgenden Disziplinen aktiv: 100, 200, 800, 1500 Meter sowie 400 Meter Hürden, Hoch-
und Weitsprung, Diskus- und Speerwurf. Bei der letztgenannten technischen Disziplin fände Hüsselmann ein Duell zwischen
Steffi Nerius (WM-Dritte) und Christina Obergföll (WM-Zweite) sehr reizvoll. Mit dem Hochsprung der Frauen feiert ein
Wettbewerb in Cuxhaven Premiere. Ein weiterer sportlicher Höhepunkt wird im Jubiläumsiahr ein Wettbewerb für 5. und 6.
Schulklassen sein. Die Schüler sollen 8x50-Meter-Staffeln laufen. Außerdem findet ein B-Schüler-Lauf über 1000 Meter
und ein B-Schülerinnen-Lauf über 800 Meter statt. Wie im Vorjahr wird außerdem der EWE-Sprint-Cup ausgetragen, bei
dem die schnellsten Nachwuchsathleten aus der Region des Energieversorgers gesucht werden.
Weil "Weltklasse hinterm Deich" Jubiläum feiert, wird die "Nacht der Emotionen” am Vorabend besonders groß gefeiert.
Bei dieser Eröffnungsfeier wird es für jeden Geschmack etwas geben: Von Popmusik über Klassik bis zu Techno-Musik.
Über den genauen Ablauf und die Künstler werden wir noch berichten. Wie Alwin Schlörmann, Thomas Windgassen und
Torsten Wüstenberg vom Titelsponsor EWE erklärten, gibt es dieses Jahr außerdem eine Sonderaktion für Vereine. Unter
dem Motto "Aus 1 mach 3” möchte der Energieversorger ehrenamtliches Engagement unterstützen. Für jede verkaufte Ein-
trittskarte erhalten Vereine Geld zurück. Mehr über diese Vereinsaktion gibt es auf der
Website der Veranstaltung  

Presseinformation vom 28. Mai 2006 (Von PP-Sports)
Weltmeisterin startet beim Jubiläum in Cuxhaven
Wer Erfolg auf den Grund geht, trifft auf Beharrlichkeit.
Diese Erkenntnis hat sich wieder einmal bewahrheitet. Die Macher
des internationalen Leichtathletik-Sportfestes 10 Jahre “Weltklasse hinterm Deich” Heinz Hüsselmann und Peter Birkmann,
Sportreferent der Stadt Cuxhaven, haben es wieder einmal geschafft. “Die Sondergenehmigung für unser Diskusnetz liegt
vor”, freuen sich die beiden. “Jetzt wollen wir den Zuschauern unsere Weltmeisterin im Diskuswerfen, Franka Dietzsch, bei
den EWE Athletics am 7. Juli präsentieren”. Franka Dietzsch: “Ich möchte gerne meinen eigenen Meeting-Rekord von 64,04
Meter aus dem Jahre 1999 verbessern und den Zuschauern einen spannenden Wettkampf bieten.
Franka Dietzsch / Persönliche Daten:
Geboren am: 22. Januar 1968 in Wolgast
Größe / Gewicht: 183 cm / 95 kg
Verein: SC Neubrandenburg
Trainer: Dieter Kollark Persönliche Bestleistung: 69,51 m (1999)
Größte sportliche Erfolge: 1. Platz Weltmeisterschaft 2005 / 1. Platz Weltmeisterschaft 1999 / 2. Platz Europameisterschaft
1998 / 4. Platz Olympische Spiele 1996 / 5. Platz Weltmeisterschaft 2001

NIEDERELBE ZEITUNG vom 13. Juni 2006
Schwere Jungs dabei
Deutsche Kugelstoß-Spitzenklasse am 7. Juli bei “Weltklasse hinterm Deich”

cn/flü.
Die schweren Jungs starten wieder einmal in Cuxhaven bei den "EWE-Athletics - Weltklasse hinterm Deich". Nach
zwei Jahren Pause wird der mobile Kugelstoßring wieder im Innenraum auf gebaut. Am 7. Juli werden sich mindestens die
vier aktuell besten deutschen Kugelstoßer im Nordseeheilbad messen. Der Weg nach Göteborg zur Europameisterschaft
führt im Kugelstoßen 2006 wieder einmal über Cuxhaven. Die deutsche Spitzenklasse wird eine Woche vor den Deutschen
Meisterschaften in Cuxhaven komplett vertreten sein, weil "Weltklasse hinterm Deich auch die zweitletzte Möglichkeit ist, die
Qualifikationsnorm für die EM ein zweites Mal zu erfüllen.
Das Kugelstoßen war in den ersten Jahren des Cuxhavener Leichtathletik-Sportfestes eine der beliebtesten Disziplinen. Einer
der Hauptgründe war Oliver-Sven Buder. Die Kugelstoß-Legende, die mittlerweile in Cuxhaven lebt, war der absolute
Publikumsliebling. Buder glaubt, dass es der Top-Favorit in diesem Jahr schwer haben wird, sich gegen die Konkurrenten
durchzusetzen. In der aktuellen Bestenliste steht Ralf Bartels vom SC Neubrandenburg mit 20,89 Meter an der Spitze. Der
28-Jährige hat eine persönliche Bestleistung von 21,36 Meter. Damit gewann er 2005 WM-Bronze. In der Halle brachte er
es in diesem Jahr sogar schon auf 21,43 Meter. Bartels - mit 1,86 Meter relativ klein für einen Kugelstoßer - ist übrigens der
deutsche Meister der vergangenen vier Jahre. Größter Konkurrent aus Deutschland dürfte bei "Weltklasse hinterm Deich"
Peter Sack sein. Der Athlet vom LAZ Leipzig ist Bestenlisten-Zweiter mit 20,83 Meter. Aber auch dem Dritten und Vierten
in der Liste ist durchaus ein Sieg in Cuxhaven zuzutrauen. 20,46 Meter ist die diesjährige Bestweite von Detlef Bock vom
VfL Wolfsburg. Nur fünf Zentimeter dahinter liegt Andy Dittmar von der LG Ohra Hörselgas.
Gegner aus dem Ausland?
Meetingdirektor Heinz Hüsselmann freut sich auf das Duell der schweren Jungs in Cuxhaven. Möglicherweise erhält das
deutsche Spitzenquartett auch noch einen bärenstarken Gegner aus dem Ausland.

Presseinformation vom 17. Juni 2006 (Von PP-Sports)
Zwei Runden Vollgas - der 800-Meter-Lauf
Taktische Spielchen, im Schatten der Tempomacher den Gegner belauern und keinen Meter verloren geben. Das ist die Fas-
zination 800 Meter. Vom ersten Schritt an geht es darum, den besten Platz im Feld zu erwischen, sei es, um im Sog der
Pacemaker eine gute Zeit zu laufen, oder um die Konkurrenz kontrollieren zu können und all’ das bei einem Tempo von rund
25 Kilometern pro Stunde. 800 Meter, das sind zwei Runden Vollgas.
Der 800 m Lauf im Rahmen der EWE Athletics 2006 verspricht Spannung pur. Cuxhaven und 800 Meter - das gehört ein-
fach zusammen. Hört man sich um unter den besten Mittelstrecklern Deutschlands, so ist die einhellige Meinung - in Cux-
haven werden sehr schnelle Zeiten gelaufen! Der Meetingrekordhalter René Herms (LC Pirna) trifft eine Woche vor den
Deutschen Meisterschaften u. a. auf den amerikanischen Meister Khadevis Robinson (2005: 1:44,62 min.). Letztes Jahr gab
es ein packendes Finale - der Sieger René Herms - mit der Weltklassezeit und neuem Meetingrekord von 1:44,71 min.
René Herms / Persönliche Daten:
Geboren am: 17. Juli 1982
Größe/Gewicht: 195 cm / 80 kg
Verein: LG Asics Pirna
Trainer: Klaus Müller
Persönliche Bestleitung: 1:44,14 min (2004)
Größte sportliche Erfolge: 1. Platz U23-Europameisterschaft 2003 / 1. Platz Hallen-Europacup 2003 / 1. Platz Deutsche
Meisterschaften 2001-2005 / 1. Platz Deutsche Hallen-Meisterschaften 2002-2006 / 7. Platz Europameisterschaft 2002 /
Halbfinalist Olympische Spiele 2004 und Weltmeisterschaft 2005

Presseinformation vom 18. Juni 2006 (Von PP-Sports)
EWE Athletics - Athleten im Hürdenwald
Schnell, elegant und spektakulär - das sind die Hürdensprints. Die Männer müssen zehn 1,067 m hohe Hürden in Abständen
von 9,14 Metern bewältigen und die Besten erreichen dabei eine Geschwindigkeit von über 8 m/sek. bzw. 30 km/h.
EWE Athletics-Meetingrekord: 13,27 sek. Joel Brown (USA) 2005
DLV EM-Norm: 13,60 sek.
Thomas Blaschek auf dem Weg in die Weltklasse, der 9. der WM und damit zweitschnellster Europäer 2005 will ins Finale
bei den Europameisterschaften und dann um eine Medaille kämpfen. Doch sein Start in die Saison war beschwerlich - ge-
sundheitliche Probleme behinderten den sympathischen Athleten bis zum letzten Wochenende bei der Normerfüllung für die
EM in Göteborg. In Regensburg platzte dann am 18. Juni der Knoten und er erreichte mit 13,53 sek. erstmals knapp die ge-
forderte Norm, die aber bis zu den Deutschen Meisterschaften ein zweites Mal erzielt werden muss. Diese Gelegenheit be-
kommt er am 7. Juli in Cuxhaven.
Thomas Blaschek / Persönliche Daten:
Geboren am: 5. April 1981
Größe/Gewicht: 189 cm / 85 kg
Verein: LAZ Leipzig
Trainer: Idriss Gonschinska
Persönliche Bestleitung: 13,31 sec (Cuxhaven 2005)
Größte sportliche Erfolge: 1. Platz Deutscher Meisterschaften 2005 / 1. Platz Deutsche Hallenmeisterschaften 2005 und
2006 / 2. Platz Junioren-Weltmeisterschaften 2000 / 3. Platz Junioren-Europameisterschaften 1999 / 5. Platz Hallen-Europa-
meisterschaften 2005 / 6. Platz Hallen-Weltmeisterschaften 2006

NIEDERELBE ZEITUNG vom 22. Juni 2006     
Danny Eckers Ziel: Olympia-Gold 2008
Stabhochspringer einer der Top-Athleten bei “Weltklasse hinterm Deich”

(flü).
Danny Ecker will wieder nach oben. Nach vielen schweren Verletzungen greift der Stabhochspringer wieder an. Und
eine entscheidende Station auf dem Weg zur Europameisterschaft nach Göteborg soll Cuxhaven werden. Dort will der 28-
Jährige die Norm von 5,70 Meter bei den "EWE Athletics - Weltklasse hinterm Deich" am 7. Juli überspringen.
Gestern wurde er im Rahmen einer Pressekonferenz in der Volksbank in Beverstedt gefragt, ob er sich noch an den Wett-
kampf 1998 in Cuxhaven erinnere. "Natürlich! Das war für mich ein Meilenstein. Da bin ich das erste Mal über 5,90 Meter
gesprungen", betonte Danny Ecker. Und aus dem bescheidenen Top-Sportler sprudelte es weiter heraus: "Da hatte ich die
höchsten Steigerungen in einem Wettkampf, die ich je hatte; von 5,50 Meter auf 5,70 und dann die 5,90 Meter. Ich habe
gute Erinnerungen an Cuxhaven." Die damals übersprungene Höhe ist immer noch Meetingrekord für Weltklasse hinterm
Deich. Vor dieser 1998er-Saison war Eckers Bestleistung als 21-Jähriger - nur Sergej Bubka war in dem Alter besser -
übrigens 5,72 Meter.
2000 begann die Pechsträhne
In diesem Jahr holte sich der Sohn von Heide Rosendahl-Ecker in der Halle EM-Bronze; 1999 wurde er Hallen-WM-
Dritter. Im Freien gab es jeweils vierte Plätze. Im Jahr 2000 begann Eckers Pechsträhne. Ein Ermüdungsbruch eines
Rückenwirbels bedeutete fünfeinhalb Monate Pause. 2001 warf ihn eine Operation am Fuß zurück. 2002 der nächste herbe
Rückschlag: Operation an der rechten Schulter- 18 Monate Pause. "Ich stand vor der Überlegung, wie und ob es weiter-
gehen soll”
“Auf dem richtigen Weg"
Ähnliche Gedanken kamen im vergangenen Winter erneut auf, als er sich im Oktober beide Leisten gebrochen hatte und
auch noch einen Trainerwechsel vollzog. Jetzt habe ich aber wieder das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein. Ich bin der
Meinung, dass ich 5,80 Meter drauf habe", gibt sich Ecker bezüglich der geforderten EM-Norm von 5,70 Meter zuversicht-
lich. Aber durch die Fußball-Weltmeisterschaft - "Deutschland gewinnt Sonnabend gegen Schweden 3:1" - gibt es zur Zeit
keine Wettkämpfe. Anfang Juli findet ein Wettkampf in Athen statt, aber: "Da werde ich wohl nicht reinkommen." Also:
“Dann muss ich eben die Norm in Cuxhaven und danach bei der Deutschen Meisterschaft springen.”
Bei "Weltklasse hinterm Deich" am 7. Juli auf dem Cuxhavener Strichweg-Sportplatz wird Danny Ecker auf starke Konkurr-
enz treffen. Da ist zum einen der deutsche Stabhochsprung-Superstar Tim Lobinger, der aber in Cuxhaven schon einmal
einen "Salto-Nullo", also einen Wettkampf ohne gültigen Versuch, hingelegt hatte. Mit Lars Börgeling und Richard Spiegel-
burg kommen außerdem zwei weitere deutsche Top-Leute. Nur Fabian Schulze fehlt als einziger EM-Kandidat.
"Windstille ist super"
Meetingdirektor Heinz Hüsselmann wünschte sich bereits für die Diskuswerferin Franka Dietzsch leichten Gegenwind von
links vorn. Das würde für die Stabhochspringer eher Rückenwind bedeuten. Ecker über den Einfluss einer leichte Brise von
hinten: "Das ist okay, der Wind darf nur nicht böig sein. Seitenwind ist grundsätzlich schlecht, Gegenwind macht langsam.
Windstille ist super."
Der 1,92 Meter große und 76 Kilogramm schwere Athlet möchte die Qualifikation für die EM packen. Eine Medaille in
Göteborg als Ziel wäre nach Eckers Einschätzung noch etwas vermessen. Der 28-Jährige hat aber noch Großes vor: "Wenn
ich gut trainieren kann und keine großen Verletzungen bekomme, dann will ich den Olympiasieg 2008."

Presseinformation vom 27. Juni 2006 (Von PP-Sports)
Die Queen startet in Cuxhaven
Merlene Ottey (geboren am 10. Mai 1960 in Cold Spring/Jamaika) ist die erfolgreichste Sprinterin in der Geschichte der
Leichtathletik. Sie hat an sieben Olympischen Spielen teilgenommen und 34 Medaillen bei internationalen Meisterschaften
gewonnen. Ihr letzter großer Auftritt: der Start im 200 m Halbfinale bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen - eine Ober-
schenkelverletzung verhinderte ihren Einzug in das Finale und damit den Kampf um eine Medaille.
Nun kehrt sie mit 46 Jahren auf die Sprintbahn zurück! “Mir war es zu Hause langweilig, da musste ich wieder anfangen” so
die gebürtige Jamaikanerin, die für ihr neues Heimatland Slowenien bei den Europameisterschaften vom 6. bis zum 13. Au-
gust in Göteborg an den Start gehen will. Bei ihren ersten Starts in der noch jungen Saison sorgte sie gleich wieder für
Schlagzeilen.
In Madrid lief sie bei einem Gegenwind von 3,4 m/s 11,94 sek. und unterbot damit den bestehenden Altersklassen-Welt-
rekord der Leverkusenerin Karin Riewel (12,25 sek.) deutlich. “Diese Zeit können wir schnell vergessen” verspricht
Merlene mit leichtem Augenzwinkern, und für ihren Start in Cuxhaven verspricht die Meetingrekordhalterin mit 11,01 sek.
(1999), “Ich habe so tolle Erinnerungen an Cuxhaven und möchte den Zuschauern am 7. Juli zum 10jährigen Jubiläum -
Weltklasse hinterm Deich - einen neuen Weltrekord schenken.  

Presseinformationen vom 2. Juli 2006 (Von PP-Sports)
Zwei Goldjungs starten in Cuxhaven!
Mit den Engländern Darren Campbell (geb. am 12.9.1973 in Manchester, Trainer: Lindford Christie) mit einer Bestleistung
von 10,04 sec über 100 m und seinem Landsmann Marlon Devonish (1.06.1976 in Coventry) mit einer Bestleistung von
10,13 sec. startet die halbe Goldstaffel - die im Finale der Olympischen Spiele 2004 Athen die Staffel der USA bezwang -
am Freitag, 7. Juli 2006 bei den EWE Athletics.
"Das wird ein toller Wettkampf für unsere Athleten," verspricht Meetingdirektor Heinz Hüsselmann, "der ideale Schlagab-
tausch für unsere Sprinter eine Woche vor den Deutschen Meisterschaften und eine erste Standortbestimmung vor der EM
in Göteborg."
Weltklasse hinterm Deich mit Hochsprung-Premiere
Zum ersten Mal gibt es den Frauen-Hochsprung im Rahmen der EWE Athletics und obwohl zur gleichen Zeit in Paris das
Golden-League-Meeting stattfindet, kann Cuxhaven gleich mit einem starken Teilnehmerinnen-Feld aufwarten! Mit am Start
die Olympia-Dritte Vita Styopina (Ukraine, Jahrgang 1976) Bestleistung 2,02 m und die Deutsche Hochsprung-Hoffnung
Julia Hartmann, TSV Bayer Leverkusen (U20-EM-Zweite 2005, Jahrgang 1986) mit einer Bestleistung von 1,91 m (2006).
400 m Hürden Frauen
Die Olympiadritte Tetiana Tereshuk-Antipova (Russland, Bestleistung 53,37 sec.) die Olympiadritte von Athen 2004, trifft
auf Claudia Marx (Bestleistung 55,59 sec.) die im letzten Jahr erfolgreich von 400 m auf 400 m Hürden ungestiegen ist.
Beide wollen den Meeting-Rekord von 56,72 sec. der Cuxhavenerin Gesine Schmidt (ATS Cuxhaven) aus dem Jahre 1997
verbessern. Die DLV-EM-Norm beträgt 56,00 sec.
Weitsprung der Frauen - die Weltbeste 2006 startet in Cuxhaven!
Lyudmila Kolchanova (1.10.1979, Russland) sorgte mit der persönlichen Bestweite von 7,10 m - bei einem leichten Gegen-
wind von 0,3 m/s - am 24.6.2006 in Zukovski/Polen für den ersten großen Paukenschlag im Frauen-Weitsprung und avan-
ciert nun zu einer der Favoritinnen für die Europameisterschaften in Göteborg. Wie stabil sie in ihren Wettkämpfen bisher ist,
zeigen die Weiten von 7,00 m (26. Mai) und 6,97 m (15. Juni). Dass man in Cuxhaven sehr weit springen kann, hat sich
wohl auch in Russland herumgesprochen. Der Meetingrekord von 6,86 m wird gehalten von Irena Simagina (Russland), die
spätere Olympia-Zweite von Athen, wurde 2004 aufgestellt.
Die Hallenweltmeister im Mehrkampf starten bei den EWE Athletics
Die Hallenweltmeisterin im Fünfkampf (Moskau 2006) Lyudmila Blonska (Ukraine) startet im Weitsprung, die Dritte der
Weltbestenliste 2006 im Siebenkampf (6.448 Pkt. ) hat im Weitsprung eine Bestleistung von 6,76 m.
André Niklaus - unser Hallenweltmeister im Siebenkampf - hatte nach dem sensationellen Erfolg in Moskau keinen glück-
lichen Start in die Europameisterschaftssaison. Zwar konnte er sich in Götzis am 28. Mai mit 8.239 Pkt. (9. Platz der aktu-
ellen Weltbestenliste) für die EM in Göteborg qualifizieren, doch durch eine Verletzung am Fuß fehlt ihm die Wettkampf-
praxis. “Ich möchte in Cuxhaven über 110 m Hürden und im Stabhochsprung an den Start gehen” so der Berliner, “der Ver-
anstalter hat den Zeitplan dementsprechend aufgestellt. Ich brauche jetzt noch einige Wettkämpfe, um mich optimal auf die
Europameisterschaften im Zehnkampf vorzubereiten.”     

NIEDERELBE ZEITUNG vom 6. Juli 2006 (Zwei Artikel)
Als Heike Drechsler mit dem Fahrer Mittag aß...
Rückblick auf zehn Jahre “Weltklasse hinterm Deich” / Förderer ausgezeichnet

(flü).
Zurück zu den Wurzeln ging es gestern für das Leichtathletik-Sportfest "Weltklasse hinterm Deich", das morgen zum
zehnten Mal stattfindet. Oberbürgermeister Arno Stabbert hatte zu einem Empfang in das historische Gebäude eingeladen,
wie 1997 beim ersten Sportfest. Nur dieses Mal fehlten leider Athleten, weil diese wegen der Zug- und Flugverbindungen
noch nicht eingetroffen waren.
Rolf Maier, der den Jubiläumsempfang moderierte, blickte mit je einem Schlaglicht pro Jahr auf die Geschichte von "EWE-
Athletics Weltklasse hinterm Deich" zurück. Er erinnerte an die Weltklassezeit (42,66 Sekunden) der 4x100-m-Frauen-
Nationalstaffel 1997 auf dem Strichweg-Sportplatz. Ein Jahr danach schwang sich der Newcomer Danny Ecker beim Stab-
hochsprung über 5,90 Meter. Merlene Ottey "verzauberte" die Tartanbahn und sprintete 1999 in 11,01 Sekunden über 100
Meter. Der "weiße Kenianer" Dieter Baumann hat 2000 die Cuxhavener Zuschauer über 3000 Meter (7:47 Minuten) be-
geistert. Weltklasse waren auch die 87,82 Meter im Speerwurf von Raymond Hecht im Jahr 2001. Mit "Hop, step an' jump"
kam ein Jahr danach Yelena Oleynikova im Dreisprung auf 14,21 Meter. Für einen neuen Meetingrekord sorgte Lars Riedel
2003, als er den Diskus 67,37 Meter weit warf. Speerwurf-Olympiasiegerin Osleydis Menendez besiegte 2004 die deutsche
Elite mit 64,49 Metern. 800-Meter-Läufer Renè Herms stieß im vergangenen Jahr mit 1:44 Minuten in die Weltklasse vor.
 Oberbürgermeister Stabbert sprach in seiner Rede immer wieder von "unserem Sportfest". Damit wollte er offensichtlich
zum Ausdruck bringen, wie sehr die Stadt hinter der Veranstaltung stehe und davon profitiere. Denn mittlerweile sei sie eines
der bedeutendsten Sportfeste Deutschlands. Internationale Stars wie Merlene Ottey, Frankie Fredericks oder James Beck-
ford, aber auch die deutschen Stars wie Oliver-Sven Buder und Lars Riedel hätten "Weltklasse hinterm Deich" geprägt.
Aber "EWE-Athletics" biete auch dem Nachwuchs die Chance, sich mit Top-Athleten zu messen. Die Nähe zu den Zu-
schauern sei phänomenal. Die Stadt sei Veranstalter Heinz Hüsselmann und den vielen Helfern sehr dankbar, schloss
Stabbert.
Vielen Helfern gedankt
Hüsselmann selbst dankte gestern vielen Menschen mit der Übergabe eines Bildes mit mehreren von Peter Franzen gezeich-
neten Porträts einiger Spitzensportler, die in Cuxhaven bereits an den Start gingen. So erhielt Hüsselmanns Cuxhavener
Freund Hans-Otto Geffers, mit dem er bei einem Spaziergang den Titel für die Veranstaltung kreierte und die ersten Plan-
ungen vornahm, eines dieser Bilder. Aber auch stellvertretend für viele Helfergruppen wurden weitere Personen mit dem
Geschenk ausgezeichnet. Der Cuxhavener Karl-Heinz Eckhoff beispielsweise ist von Anfang an beim Fahrdienst dabei ge-
wesen. Er erinnert sich noch gern daran, als er mit Heike Drechsler zu Mittag aß. "Das war schon sehr schön."
Die anderen bedachten Förderer und Helfer sind: OB Arno Stabbert, Peter Birkmann (Sportreferent der Stadt Cuxhaven),
Rüdiger Wegener (Gartenamt), Fritz Fraatz (Platzaufbau), Thomas Windgassen, Norbert Hillebrand und Alwin Schlörmann
vom Titelsponsor EWE, Kapitän zur See Rainer Kümpel (Kommodore des MFG 3), Kurdirektor Erwin Krewenka

Heute Feier und morgen Sport
(flü). Heute (6. Juli) ab 18.30 Uhr findet die "Nacht der Emotionen" auf dem Cuxhavener Strichweg-Sportplatz statt. Zu
dieser Eröffnungsfeier ist der Eintritt frei. Es wird ein großes Programm mit Musik, Akrobatik und Feuerwerk geboten. Mehr
Informationen gibt es im Internet unter www.nacht-der-emotionen.de. Morgen stehen dann die Sportler bei "EWE-Athletics-
Weltklasse hinterm Deich" im Mittelpunkt. Über 200 Athleten aus 25 Nationen messen sich von 17 Uhr bis 20 Uhr in ins-
gesamt 15 verschiedenen Disziplinen.

Presseinformationen vom 6. Juli 2006 (Von PP-Sports)
Das Duell der Olympiasieger: Brian Lewis gegen Darren Campbell
Staffel-Olympiasieger 2004 gegen Staffel-Olympiasieger 2000 - so heisst das vielversprechende Duell über die 100-Meter
der Männer bei der 10. Auflage der EWE Athletics. In der letzten Minute konnte der Veranstalter noch den US-Amerikaner
Brian Lewis verpflichten und machte so das heisse Duell zwischen Darren Campbell, dem britischen Olympiasieger der
Spiele von Athen, und dem US-Boy, der 2000 in Sydney zu Gold lief, perfekt.
Brian Lewis ist ein Sunnyboy. Nicht nur, dass der 32-Jähige aus dem sonnigen Sacramento in Kalifornien stammt, sondern
auch sein Gemüt spiegelt die typische Unbekümmertheit der US-Amerikaner wieder. Seine Karriere begann als Baseball-
Spieler und profitierte auch hier von seiner Schnellkräftigkeit. Da er jedoch nicht länger von seinem Vater trainiert werden
wollte, der ein professioneller Baseball-Spieler war, entschied er sich zur Leichtathletik zu wechseln. Dass dieser Schritt
goldrichtig war, zeigte sich spätestens 1999. Brian Lewis war der dominierende US-Sprinter der Saison, gewann er doch die
US-Meisterschaften und lief mit der Staffel zu WM-Gold. Dies sollte nicht das letzte Gold in seiner Karriere sein, denn 2000
lief er mit der Staffel bei den Olympischen Spielen in Sydney zu Gold. Keine Frage also, dass sein Lauf gegen den amtier-
enden Olympiasieger Darren Campbell eines der Highlights der EWE Athletics werden wird, denn hier treten zwei der
schnellsten Männer der Welt gegeneinander an. Auch ihre Bestzeiten sprechen für sich. Brian Lewis beeindruckt mit einer
Zeit von 9,99 Sekunden über 100 Meter und 20,06 Sekunden über 200 Meter, während der schnelle Brite 10,04 Sekunden
dagegensetzten kann. Es wird also ein heisser Fight auf dem Strichweg-Sportplatz - ganz getreu dem Motto “Weltklasse
hinterm Deich”.
Stabhochsprung bei den EWE Athletics...
...das ist immer ein besonderes Highlight. In diesem Jahr aber verspricht es besonders hoch herzugehen, denn in letzter
Minute gab der Veranstalter noch die Verpflichtung des Weltklasse-Stabhochspringers Okkert Brits bekannt. Und dieser
Springer ist nicht irgendjemand. Bei 6,03 Meter steht seine beeindruckende Bestleistung - Afrikarekord und Platz vier der
ewigen Weltbestenliste. Klar, dass der Vater einer einjährigen Tochter (Sarah Jane Brits) auch einige Medaillen vorzuweisen
hat. Bei den Weltmeisterschaften in Paris 2003 feierte er nach langer Wettkampfabstinenz ein glorreiches Comeback - Silber
mit 5,85 Metern.
So verheisst der Stabhochsprung-Wettkampf am Freitag einiges an Spannung, denn Okkert Brits tritt an gegen die ver-
sammelte deutsche Elite. Vor allem das Duell gegen seinen Freund und deutschen Vorzeige-Stabakrobat Tim Lobinger wird
spannend, denn beide wissen, wie es sich anfühlt, über 6,00 Meter zu fliegen.

==> Ergebnisliste EWE Athletics “Weltklasse hinterm Deich” am 7. Juli 2006

NIEDERELBE ZEITUNG vom 10. Juli 2006
Tragische Momente und ein Weltrekord
Knapp 5000 Zuschauer bei EWE Athletics “Weltklasse hinterm Deich” erlebten spannende und hochklassige
Wettkämpfe

(flü). Im Ziel musste er gestützt werden. Völlig verausgabt, aber überglücklich über seine sensationelle 1500-Meter-Zeit war
der 25jährige Berliner Carsten Schlangen: 3:38,04 Minuten bedeuteten eine Steigerung seiner persönlichen Bestzeit von über
einer Sekunde. Leider: Er hätte für die EM-Norm knapp über eine halbe Sekunde schneller sein müssen. Dennoch feierten
die knapp 5000 Zuschauer des Leichtathletik-Sportfestes EWE Athletics “Weltklasse hinterm Deich" auf dem Cuxhavener
Strichweg-Sportplatz den jungen Berliner wie einen Helden. Schlangen imponierte mit seinem beherzten Lauf, den er auf
Rang zwei hinter dem Kenianer Isaac Sang (3:37,18) beendete. Dem Newcomer ist für die deutsche Meisterschaft komm-
endes Wochenende noch mehr zuzutrauen.
Auch bei den anderen Disziplinen zeigten Sportler tolle Leistungen, die von Wilfried Hark (ARD) und Wolf-Dieter Posch-
mann (ZDF) fachkundig kommentiert wurden. Ihre Ausnahmestellung im Diskuswurf bestätigte Franka Dietzsch (65,59
Meter, siehe Artikel unten). Die Hochsprung-Premiere war mehr als gelungen (siehe unten). Weltklasse-Leistungen zeigten
die Männer-Hürdensprinter: David Oliver (USA) wurde in der Super-Zeit von 13,25 Sekunden Erster und stellte einen
neuen Meetingrekord auf. Dahinter landete der Deutsche Thomas Blaschek, der mit 13,38 dicht an seine persönliche Best-
leistung (2005 in Cuxhaven 13,31) heranlief. Knapp am Meetingrekord vorbeigesprungen ist Ludmila Kolchanova im Weit-
sprung. Viel Applaus erhielt hier auch die erst 15-jährige Russin Darya Klishina für 6,07 Meter und Platz vier. Trotz dreier
Fehlversuche von Danny Ecker bei seiner Anfangshöhe von 5,45 Meter im Stabhochsprung war dieser Wettbewerb hoch-
klassig. Lars Börgeling siegte mit 5,75 Meter vor den Sechs-Meter-Springern Okkert Brits (5,65/ Südafrika) und Tim
Lobinger (5,65).
Die schweren Jungs versuchten sich vergeblich an dem von Oliver-Sven Buder (20,67) gehaltenen Meetingrekord im Kugel-
stoßen: Peter Sack (20,27) gewann vor Andy Dittmar (20,19) und Ralf Bartels (19,95). Einen starken Eindruck hinterließ
die Britin Lee McConnell. Sie brach nicht nur über 400-Meter-Hürden (56,34) den Meetingrekord der ehemaligen Cux-
havenerin Gesine Schmidt, sie wurde auch noch über 200 Meter (23,40) Zweite hinter Geraldine Pillay (23,30). Die Süd-
afrikanerin teilte sich über 100 Meter den Sieg mit Stephanie Durst (USA/11,43). In diesem Rennen fiel aber auch ein Welt-
rekord. Die 46-jährige gebürtige Jamaikanerin Merlene Ottey knackte mit 11,84 ihren eigenen Altersklassen-Rekord. Wenn
die für Slowenien startende Sprint-Diva noch einen Tick schneller wird, könnte sie sogar durchaus Halbfinal- oder Final-
chancen bei der EM haben.
Auch wenn nicht ganz die 6000 Zuschauer erreicht wurden, die sich Veranstalter Heinz Hüsselmann zum Geburtstag ge-
wünscht hatte, war er zufrieden, denn: "Die Zuschauer und natürlich die Athleten haben für gute Stimmung gesorgt." Die
Qualität eines Sportfestes verglich der Meetingdirektor mit der einer CD. Wenn auf einer CD fünf bis sechs gute Songs drauf
sind, dann ist die gut." Und so war es auch bei "Weltklasse hinterm Deich". Von den 15 Disziplinen war ein halbes Dutzend
sehr gut.

BREMERVÖRDER ZEITUNG vom 10. Juli 2006
Internationale Klasse bewiesen
Bei den EWE Athletics “Weltklasse hinterm Deich” gibt es etliche sehr gute Leistungen -- Merlene Ottey
gefeiert

Von unseren Redaktionsmitgliedern Erich W. Willmann und Torsten Melchers
Cuxhaven. Rund 5000 Zuschauer verfolgten am Freitag auf dem Sportplatz am Strichweg in Cuxhaven die Entscheidungen
beim Leichtathletik-Meeting EWE Athletics “Weltklasse hinterm Deich”. Auch bei der zehnten Auflage dieses Sportfestes
zeigten die Athleten Leistungen, die internationalen Maßstäben genügen. Weltklasse hinterm Deich, die Startmöglichkeit
nutzten viele Athleten zu einem letzten Test vor den deutschen Meisterschaften am kommenden Wochenende in Ulm.
Es zeigten sich etliche deutsche Athleten für die bevorstehenden Aufgaben auf nationaler und internationaler Bühne gerüstet.
Hürdensprinter Thomas Blaschek zum Beispiel, dessen Formkurve nach oben zeigt. 13,41 Sekunden wurden im ersten Lauf
für ihn gestoppt, 13,38 im zweiten Lauf. "Dabei war der Wettkampf nicht optimal. Ich war zu schnell und bin beinahe in eine
Hürde gerannt", zeigte er sich nach dem Lauf selbstkritisch. Bei den deutschen Meisterschaften wird ihm der Titel nicht zu
nehmen sein, international misst er sich gerne mit starker Konkurrenz. "Ich muss Druck haben", sagt der Leipziger, der
deutsche Jahresbestzeit lief. Auch die Siegweite von Franka Dietzsch mit 65,59 Metern im Diskuswurf der Frauen kann sich
sehen lassen. Das Kugelstoßen der Männer entschied der Leipziger Dieter Sack mit 20,27 Metern für sich. Er ließ Andy
Dittmar (LG Ohra-Hörsel) mit 20,19 Metern und Ralf Bartels (19,95 m) im Duell der schweren Männer hinter sich.
 Gefeiert wurde auch die 46-jährige Merlene Ottey. Die große alte Dame der Leichtathletik lief die 100 Meter in 11,84 Se-
kunden. Sie bescherte den Cuxhavenern mit dieser Zeit auch den ersten Weltrekord. Zwar "nur" in ihrer Altersklasse, aber
kaum jemand wird es ihr nachmachen können. Spektakulär war der Stabhochsprung der Männer. Der Leverkusener Lars
Börgelin setzte sich durch, sprang mit 5,75 m zehn Zentimeter höher als der Südafrikaner Okkert Brits und Tim Lobinger.
Pech hatte der Leverkusener Danny Ecker. Der Sohn von Heide Rosendahl war durch Verletzungen und Trainingsrück-
stände gehandicapt.

NIEDERELBE ZEITUNG vom 10. Juli 2006
Franka Dietsch steigerte eigenen Meeting-Rekord auf 65,59 Meter

(flü).
Die zweifache Weitmeisterin im Diskuswurf, Franka Dietzsch vom SC Neubrandenburg, ist die Zuverlässigkeit in Per-
son. Sie gewann bei "Weltklasse hinterm Deich" deutlich mit fast vier Metern Vorsprung vor der Polin Wioletta Popeta. Die
38-jährige Deutsche siegte mit 65,59 Meter. Das bedeutete, dass sie ihren eigenen Meetingrekord von 1999 (64,04) enorm
steigerte. Und auch ihr zweit- und ihr drittbester Wurf (65,08 und 64,21 Meter) hätten für einen neuen Rekord genügt. Das
Publikum dankte für die Weltklasse-Leistung mit lang anhaltendem Applaus.

NIEDERELBE ZEITUNG vom 10. Juli 2006
Tatiana Efimenko aus Kirgistan gewann die Hochsprung-Premiere

(flü).
Eine mehr als gelungene Premiere feierte der Hochsprung-Wettbewerb der Frauen. Die Athletinnen zeigten teilweise
sehr gute Leistungen. Überragend war Tatiana Efimenko aus Kirgisistan. Nachdem sie ihre Anfangshöhe von 1,83 Meter
und danach 1,86 Meter jeweils im ersten Versuch übersprungen hatte, klappte es mit 1,89 Meter im zweiten Sprung. Die
1,91 Meter waren wiederum kein Problem. Ihre Siegeshöhe von 1,95 Meter packte die 25-Jährige im dritten Versuch. An
1,98 Meter, das wäre Asien-Rekord gewesen, scheiterte sie dreimal.

NORDSEE ZEITUNG vom 10. Juli 2006
Die Ordnung und der Ordner
Ohne passendes Loch in der Karte kein Zutritt -- Gute Laune auf der Tartanbahn

Cuxhaven
(ewm/tom). Leichtathleten sind ehrliche Leute. Da stellen die Athleten ihre Sporttaschen irgendwo hin, was auf
jedem Flughafen einen irren Polizeieinsatz auslösen würde, und plaudern mit Trainern oder Fans. Nach einiger Zeit steht die
unbeaufsichtigte Tasche immer noch an ihrem Platz. Sicherheit muss dennoch sein. Also wachen Leute, ausgewiesen durch
ein schwarzes T-Shirt mit dem Aufdruck Security, über die Ordnung im Stadion. Sie nehmen alle ihre Aufgaben sehr ernst.
Ein Ordner ließ diensteifrig Pressevertreter nicht zur Ergebnissammelstelle, weil auf dem Ausweis gerade dieser Aufdruck
nicht gelocht worden war. Entweder hat man ihn falsch instruiert, oder er litt an einer Merkschwäche. jedenfalls tat er gerade
das Gegenteil, was der Veranstalter wollte. Nicht genug damit. Nicht einmal Athleten ließ er in seinem Bereich in den Innen-
raum. Auch das Vorzeigen der Startnummern galt nicht als Beweis. Hätten die Leichtathleten nicht einen anderen Weg und
umsichtigere Ordner gefunden, sie hätten nie ihren Startplatz erreicht. Dienst ist eben Dienst. Der gute Ordner selbst hatte
vom Sportfest nichts. Sein Blickfeld endete an einem Maschendrahtzaun und einem dicken Buchenstamm.
****
Ohne Helfer geht es nicht und Schnelligkeit ist auch dabei gefragt. Manchmal geht es aber zu schnell. Nach dem ersten
Hürdenlauf waren die beiden Reihen vor dem Ziel schon abgeräumt, ehe das Kampfgericht es merkte. Sofort wurden die
Helfer darauf aufmerksam gemacht. Sie bauten die Hindernisse blitzschnell wieder auf. Alles keine Hürde.
***
Bei einem solch großen Teilnehmerfeld wie bei den EWE Athletics “Weltklasse hinterm Deich” bleiben Absagen nicht aus.
Einen Tag vor den Wettkämpfen sagte Hallen-Weltmeister Andre Niklaus bei Turnier-Direktor Heinz Hüsselmann ab. Nach
einer Zehenverletzung bestritt der Zehnkämpfer Niklaus in Berlin 44,60 Meter mit dem Diskus und 14,04 Meter im Kugel-
stoßen. "Wir trainieren erst seit einer Woche alle Disziplinen, sagte sein Trainer Rainer Pottel. Für Cuxhaven reichte es noch
nicht. Noch nicht entschieden ist, ob Niklaus bei den deutschen Meisterschaften am Wochenende in Ulm starten wird. Bei
der EM in Göteborg wird er aber dabei sein.
***
Es gibt auch kurzfristige Zusagen. Die Manager der Athleten wissen die Qualität der “Weltklasse hinterm Deich” zu schätzen
und fragen von sich aus bei Heinz Hüsselmann nach, ob noch Plätze frei sind. So wurden der südafrikanische Hochspringer
Okkert Brits und der Sprinter Brian Lewis noch in die Wettkämpfe gehievt.
***
Rückenwind oder Gegenwind, das ist in der Leichtathletik ein Problem. Zu starker Rückenwind führt dazu, dass das Ergeb-
nis nicht in die Rekordlisten aufgenommen wird, Gegenwind kostet Zehntelsekunden. Weil bei einem Wettkampf auf der
Ergebnisliste die Windverhältnisse fehlten, marschierte eine Trainerin auf den Turm, zu den Zeitnehmern, um sich diese In-
formation zu besorgen. Schließlich gibt auch dies Aufschluss über die aktuelle Form
**
Die jüngten Leichtathletinnen von Rot-Weiß Cuxhaven hatten eine tragende Rolle: Unentwegt schleppten die acht- bis elf-
jährigen Mädchen den Athleten ihre Klamotten hinterher. Am Start sammelten sie Trainingshose, Trinkflasche und Schuhe
ein, packten sie in eine Klappkiste - für jeden Sportler eine - und brachten sie zum Ziel. Dank dieser Komfortbetreuung
wurde den Sportlern der 100 Meter lange Weg zurück zum Start erspart.
***
Der deutsche Hürdenläufer Thomas Blaschek und sein amerikanischer Konkurrent David Oliver kämpfen zwar gegenein-
ander um den Sieg, aber ihr Verhältnis zueinander ist trotzdem entspannt. Vor dem Entscheidungsrennen über 110 Meter
plauderten die beiden freundlich miteinander. "Ach, wir sehen uns recht häufig", sagt Oliver lässig. Hinter dem Ziel waren
beide zufrieden: Der Amerikaner hat mit 13:25 Sekunden gewonnen, der Deutsche wurde mit 13:38 Zweiter und schaffte
damit die DLV-Norm für die Europameisterschaft in zwei Wochen.
***
So viel gute Laune erlebt man auf der Tartanbahn sonst nicht, aber diese beiden jungen Männer lachen und johlen, während
sie vor sich hintraben. "Welche Zwischenzeit hast du?", ruft der eine dem anderen zu, und der behauptet: "Auf Weltrekord-
kurs". Vielleicht hat er sogar recht, die Disziplin heißt dann: Startblöcke balancieren über 100 Meter. Denn die beiden sind
Helfer und wurden losgeschickt, um die Startblöcke zu holen.
***
Keine Trödelei: Kaum ist der Hochsprungwettbewerb beendet, rücken schon die Putzkolonnen an und fegen den raus-
gespritzten Sand zurück in die Sprunggrube. Dass in ihrem Rücken die Männer über 1500 Meter um den letzten Sieg des
Meetings kämpfen, bekommen sie gar nicht mit. Das Gejohle des Publikums über den engagierten Kampf von Carsten
Schlangen ignorieren sie.
***
Im vergangenen Jahr ist das Cuxhavener Meeting fast im Regen versunken. Das war eine gute Übung, denn bei der Europa-
meisterschaft in Helsinki schüttete es auch ununterbrochen. Diesmal war das Wetter viel freundlicher, erst unmittelbar nach
dem letzten Wettbewerb fielen die ersten Regentropfen. Was das für die EM in Göteborg bedeutete, weiß man nicht.

BREMERVÖRDER ZEITUNG vom 10. Juli 2006
Die Gottesanbeterin und der Fußrammer

Cuxhaven
(tom). Kein Gramm Fett, jedenfalls nicht auf der Seite der Athleten. im Publikum sieht das anders aus, so einen
durchtrainierten Körper hätte mancher Bierbauch auch gerne. Aber das wäre viel zu anstrengend, denn die Athleten tun
enorm viel für ihre ansehnlichen Körper. Lange bevor ihr Wettkampf beginnt, liegen und laufen überall Sportler rum und
machen sich mit Dehn- und Lockerungsübungen fit. Da bieten sich mitunter interessante Anblicke.
Zum Beispiel die "Gottesanbeterin": Sie liegt auf dem Rücken, streckt flehend die Hände in die Luft und zuckt nach oben,
immer wieder, ganz regelmäßig. Sie ist Hochspringerin, niemand begreift, wofür diese Übung gut ist, vielleicht nur fürs Wohl-
befinden. Bei den Hürdenläufern versteht man schon eher, was sie da machen: Einer hüpft vorwärts und knallt den rechten
Fuß immer rasend schnell auf den Boden. Die Idee dahinter: Nach jeder Hürde muss der Fuß schnell wieder auf die Tartan-
bahn, damit der Athlet weiter laufen kann. Aber die Übung selbst sieht ziemlich albern aus. Genau wie die Vorbereitung der
Kugelstoßer: Unentwegt werfen sie imaginäre Gewichte durch die Gegend. Oder die storchenhaften Laufbewegungen der
Stabhochspringer.
Das ist das Faszinierende in Cuxhaven: Es geht nicht nur um den Wettkampf. Wer Augen hat, zu sehen, weiß gar nicht, wo-
hin er gucken soll. So nah kommt man Sportstars sonst nie. Sie stehen neben einem vor der Ergebnisliste, und sie rennen an
der Baumreihe entlang, nur zum Aufwärmen aber doch schneller als es die Besucher hinkriegen würden. Selbst ganz und gar
unsportliche Beobachtungen sind möglich. Zum Beispiel diese unbegreifliche Frisur der dunkelhäutigen Sportlerin: Das muss
Stunden gedauert haben, bis sie ihre Haare so zu einer Muschel geordnet hat.

BREMERVÖRDER ZEITUNG vom 10. Juli 2006
Poschmann? Der war richtig gut, Mann

Cuxhaven
(tom). Sportreporter aus dem Fernsehen haben wegen ihres Gelabers bei der Fußball-Weltmeisterschaft zurzeit
einen schlechten Ruf. Da musste man Schlimmes befürchten, dass ZDF-Mann Wolf-Dieter Poschmann das Meeting in Cux-
haven moderierte. Aber die Sorge war unbegründet, der Leichtathletik-Fachmann hat seine Arbeit vorzüglich erledigt, kein
Wunder, er gehörte viele Jahre zum Leichtathletik-Nationalteam. Mit Begeisterung und Fachkenntnis fand er genau die
richtige Balance, das Geschehen zu kommentieren und das Publikum über Hintergründe zu informieren. Ob die Schülerinnen
B am Start waren oder das Weltklassefeld beim 100-Meter-Lauf der Männer, Poschmann fand den richtigen Ton. Er jubelte
glaubhaft, wenn die Kinder eine persönliche Bestleistung aufstellten und wenn ein deutscher Sportler die EM-Norm schaffte.
 Er konnte erklären, warum die Leistung von Stabhochspringer Lars Börgeling besonders hoch zu bewerten ist: Er ist direkt
aus dem Examensstress nach Cuxhaven gereist. Poschmann litt auch, wenn etwas nicht so gut lief. Als Kugelstoßer Ralf
Bartels seinen letzten Wurf vergeigte zum Beispiel. Und sogar Spott gehört zu seinem Repertoire: Als die klar in Führung
liegende Diskuswerferin Franka Dietzsch ihr Sportgerät mit Wucht in den Fangzaun schleuderte, merkte er an: "Sie wollte
nur mal prüfen, ob das Netz ordnungsgemäß befestigt ist." Kurz: Wolf-Dieter Poschmann hat zum Erfolg des Leichtathletik-
Meetings in Cuxhaven beigetragen.

BREMERVÖRDER ZEITUNG vom 10. Juli 2006
Der Doping-Jäger kennt kein Pardon
Goldmedaillengewinner Darren Campbell muss in Cuxhaven zur Probe -- Negative Erlebnisse mit einigen
Weltstars

Cuxhaven (ewm). Tach Herr Wengoborski, grüßt Simon Huckestein von der LG Wenden. Tach, Simon. Wie läuft es?" "Ich
bin heute nur der Hase über 800 Meter. Übrigens, ich bin demnächst mal für zwei, drei Tage weg. Aber wenn Sie dann
kommen, bin ich in zwei oder drei Stunden da." Klaus Wengoborski freut es. "Sehen Sie, der Junge ist sauber."
Klaus Wengoborski ist einer der profiliertesten Doping-Jäger der Welt. Er hat Katrin Krabbe in Zinnowitz bei einer Trai-
ningskontrolle erwischt, er hat auch mit den Griechen Kostas Kenteris und Ekaterina Thanou, die vor den Olympischen
Spielen in Athen durch verweigerte Doping-Kontrollen für weltweite Schlagzeilen sorgten, Bekanntschaft gemacht. Vor
knapp zehn Jahren war es, als Klaus Wengoborski bei den Griechen im Trainingslager in Dortmund auftauchte. Als er zur
Doping-Probe bat, machten die Griechen auf dem Absatz kehrt. Trainer Christos Tsekos packte ihn gar am Kragen und
drückte ihn an die Wand. Die Griechen verschwanden. Als Klaus Wengoborski ihr Hotel ausfindig gemacht hatte, hatten sie
schon ausgecheckt.
Ein höchst verdächtiges Verhalten von Athleten, in dem es damals nur Verlierer gab. Die Griechen wurden erst bei Olympia
vor zwei Jahren aus dem Verkehr gezogen, für Wengoborski blieb es ebenfalls nicht ohne Folgen. "Seitdem erhalte ich keine
Aufträge mehr vom Internationalen Leichtathletik-Verband." Den Grund dafür glaubt er auch zu wissen: "Damals fand die
Weltmeisterschaft in Griechenland statt. Es hatte wohl keiner Interesse daran, die Sache publik zu machen."
Das Los entscheidet
In Cuxhaven am Freitag war Klaus Wengoborski wieder im Dienst. Er loste vor dem Wettkampf aus, in welcher Disziplin
zur Probe gebeten wird, und welcher Athlet seinen Urin zu hinterlassen hat. Es erwischte unter anderem den Olympiasieger
Darren Campbell aus England. Der zierte sich. Er müsse dringend das Flugzeug in Hamburg nach England erreichen. Klaus
Wengoborski kannte kein Pardon. "Natürlich musste er zur Doping-Probe." Hektik, Nervosität und versuchte Ausreden sind
für Klaus Wengoborski ein Indiz, dass vielleicht nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Wobei nicht unterstellt werden soll,
dass Campbell etwas zu verbergen hat. Eines bekümmert ihn doch. "Wir bekommen keine Rückmeldung, ob eine Probe
positiv war." Nicht nur er, auch seine rund 40 Kollegen nicht, die Doping-Sündern das Handwerk legen wollen. Würden die
Fahnder informiert, könnten sie sich eventuell an verdächtige Vorkommnisse erinnern und sich selbst eine Rasterfahndung
zurechtbasteln.
Wer in der Leichtathletik-Spitze mitmischt, der muss mit Kontrollen rechnen. Die ersten vier stehen meist im Fadenkreuz. "Es
macht doch keinen Sinn, den 20. zu kontrollieren. Klaus Wengoborski stellt sich in die Sache der Leichtathletik. "Man muss
die Betrüger herausfischen, aber auch die jungen Leute darauf aufmerksam machen, welchen Gefahren sie sich aussetzen",
sagt Wengoborski. Deshalb ist seine Arbeit, so paradox es erscheinen mag, erfolgreich, wenn sie vergebens ist.

==> Ergebnisliste EWE Athletics “Weltklasse hinterm Deich” am 7. Juli 2006

Bereits jetzt steht der Termin für die EWE Athletics "Weltklasse hinterm Deich" 2007 fest:
Sonnabend, 14. Juli 2007

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(Presse)-Berichte vom 10.7.     Website der Veranstaltung      Nach oben     Zur Startseite
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